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X-Rite i1Display Pro
 
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X-Rite i1Display Pro

von X-Rite
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Größe und/oder Gewicht: 5,1 x 5,1 x 7,6 cm ; 998 g
  • Produktgewicht inkl. Verpackung: 998 g
  • Modellnummer: EODIS3
  • ASIN: B0055MBQOW
  • Im Angebot von Amazon.de seit: 23. Juni 2011
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 385 in Kamera & Foto (Siehe Top 100 in Kamera & Foto)

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X-Rite i1Display Pro

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144 von 147 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Bazi TOP 100 REZENSENT
Vorbemerkung:
***********
Als langjähriger Anwender von ColorManagement war ich noch im Besitz der GretagMacbeth Vorgängerlösung "Eye-One Display 2". Mit dieser Lösung war ich viele Jahre sehr zufrieden. In den letzten Monaten hatte ich es allerdings nicht mehr verwendet, da ich nach der Kalibration meines EIZO Bildschirms immer einen unerklärlichen Rotstich feststellen musste.

Mittlerweile weiß ich warum dieser Rotstich aufgetreten ist: Die Vorgängerversionen des i1Display haben, wie die aktuellen Spyder-Produkte übrigens auch, organische Farbfilter eingebaut, die nach ca. 4 - 5 Jahren so gealtert sind, dass die Messergebnisse entsprechend negativ beeinflusst werden. Man sollte also solche herkömmlichen Colorimeter nicht über diesen Zeitraum hinaus benutzen.

Hardware:
*******
Das neue i1Display Pro hat lt. Hersteller völlig neu entwickelte, alterungsresistente Filter, welche unempfindlich gegenüber hohen Temperaturen und Luftfeuchte sind. Darüber hinaus sollen alle aktuellen Monitortechnologien, wie z.B. Wide-Gamut oder LED-Backlight Monitore damit problemlos profilierbar sein. Auch an die Zukunft wurde gedacht, das Gerät ist per Firmwareupdate auch an zukünftige Monitortechnologien anpassbar.

Das X-Rite i1Display Pro hat ein neues, gegenüber dem Vorgänger wertigeres Gehäusedesign. Es erinnert mit seiner großen Glasoptik ein wenig an eine "Überwachungskamera" (siehe hochgeladenes Bild). Das Gegengewicht ist flexibel verstellbar am USB-Kabel integriert, ein deutlicher Fortschritt zum fummeligen Vorgänger. Trotz Verzicht auf Saugnäpfe lässt sich das Gerät sehr gut am Monitor platzieren. Das Panel wird somit nicht beschädigt und Streulicht kommt auch nicht an den Sensor heran.

Software:
*******
Völlig umstellen mußte ich mich seitens Software. Der neue i1Profiler verlangt zunächst etwas Eingewöhnung, da diese Software rein gar nichts mehr mit dem Vorgänger zu tun hat. Auffällig sind sehr viele neue Features, die es früher nicht gab. So kann man z.B. die Anzahl der zu messenden Farben nun zwischen minimal 119 und maximal 478 wählen. Der Vorgänger bot hier meines Wissens nur ca. 60 Farben fest vorgegeben an. Darüber hinaus kann die neue Lösung mittels Flare-Correct auch die auftretenden Reflexionen am Monitorpanel ermitteln und berücksichtigen. Zusätzlich ist es nun möglich, die Homogenität des Monitors über die gesamte Fläche zu ermitteln. Auch das Umgebungslicht wird gemessen und berücksichtigt.

Kalibrierung:
********
Ich beschreibe den Vorgang einmal anhand des erweiterten Modus, den man in der Software aktivieren kann. Da der Hersteller den Funktionsumfang stetig erweitert hat, lohnt es sich, die aktuellste Version herunterzuladen und zu nutzen. Zunächst sollte man den Monitor auf Werkseinstellungen zurücksetzen. Bietet der Bildschirm verschiedene Farbmodi, sollte man "Benutzerdefiniert" wählen. Und selbstverständlich sollte der Monitor auch seine Betriebstemperatur erreicht haben. Im ersten Schritt definiert man die gewünschten Vorgaben. In meinem Falle (Fotografie und Office) sind das Weißpunkt D65, Leuchtdichte 120 cd, Kontrastverhältnis Nativ. Flare Correct und Smart-Control für Umgebungslicht nutze ich nicht, da mein Display entspiegelt und das Umgebungslicht konstant ist.

Kleiner Tipp am Rande: Wenn man auf das Fragezeichen am linken unteren Fensterrand klickt, wird der komplette linke Bereich des Anzeigefensters zur kontextspezifischen Hilfe. Verweilt man einen Augenblick auf einer Funktion, erhält man dazu entsprechende Hinweise eingeblendet.

Im nächsten Schritt definiert man die Einstellungen für das Profil. Hier nutze ich die Standardeinstellungen, mit Ausnahme der ICC-Profilversion, die ich von 4 auf 2 geändert habe. Dadurch vermeidet man Kompatibilitäts- und Anzeigeprobleme in verschiedenen Softwareanwendungen.

Im dritten Schritt gebe ich vor, wie viele Messfelder für die Messung berücksichtigt werden sollen. Hier wähle ich den großen Messfeldsatz mit 478 Feldern.

Im vierten Schritt kann ich die gewählte Kalibriermatrix des Messgerätes beeinflussen. Da ich einen Wide-Gamut-Monitor besitze, stelle ich Breiter Gamut CCFL ein. Die automatische Monitorkontrolle ADC ist zwar sehr komfortabel, führt aber je nach verwendetem Monitor teilweise zu nicht nachvollziehbaren Ergebnissen. Deshalb schalte ich ADC aus und verwende stattdessen den manuellen Modus, der die gezielte Anpassung von Helligkeit, Kontrast und Rot-Grün-Blau erlaubt. Neben der größeren Kontrolle hat dieser Modus den Vorteil, dass dadurch das Grafikkartensignal nicht angepasst werden muss. Und bei linearem RGB-Signal wird der Monitorfarbraum nicht eingeschränkt, unerwünschte Abrisse in feinen Farbverläufen finden somit nicht statt.

Nachdem alle Vorgaben definiert wurden, wird nun das Messgerät am Monitor platziert. Das sollte möglichst exakt in der Mitte des Bildschirms erfolgen. Auch sollte man darauf achten, dass das Messgerät richtig am Monitor anliegt, damit kein Streulicht die Messergebnisse negativ beeinflusst. Dazu neige ich den Monitor soweit es geht nach hinten, dann liegt der Sensor mit seiner Moosgummifläche optimal auf dem Panel auf.

Nun startet man den Kalibrierungsvorgang. Echtzeitanzeigen informieren über den Status und notwendige Korrekturen. So werde ich z.B. aufgefordert, über die Bedienelemente des Monitors Helligkeit, Kontrast und Rot-Grün-Blau anzupassen. Nachdem ich dies wunschgemäß erledigt habe, wird mir das mittels grünen Häkchen visualisiert.

Nach Abschluss der Messungen kann ich einen Namen für das Monitorprofil vergeben und mich automatisch an die nächstfällige Kalibrierung erinnern lassen. Der Monitorfarbraum wird als dreh- und skalierbares 3D-Farbmodell angezeigt. In der 2D-Darstellung wird angezeigt, inwieweit die Vorgabewerte erreicht wurden. Im dritten Reiter werden die Korrekturen am Grafikkartensignal visuell dargestellt. In meinem Falle verläuft das Grafikkartensignal absolut linear, damit ist sichergestellt, dass der Farbraum meines Bildschirms nicht eingeschränkt wird. Der letzte Reiter beinhaltet eine Vielzahl verschiedener Bildbeispiele, anhand derer man sich die Unterschiede zwischen Vorher und Nachher anzeigen lassen kann.
Das ICC-Profil wird selbsttätig auf Betriebssystemebene gespeichert. Die meisten Grafikanwendungen nutzen nun automatisch das aktuelle Monitorprofil.

Nach Abschluss der Profilierung kann man mit der Funktion "Monitor-Qualität" das Ergebnis überprüfen. Als Anwender erhalte ich somit eine Aussage, über den erzielten Farbabstand zur vorgegebenen Referenz, in DeltaE ausgedrückt. Zusätzlich ist es möglich, die Homogenität des Bildschirms über die gesamte Fläche an 9 Messpunkten zu überprüfen.

Probleme:
*******
Ein paar kleinere Probleme hatte ich allerdings, welche jedoch vom XRite Support problemlos gelöst werden konnten:

Nach der ersten Kalibrierung waren sämtliche Bilder im Bildbetrachter von Windows 7 viel zu dunkel. Allerdings nur dort, in der Adobe Bridge oder Photoshop gab es keinerlei Probleme. Abhilfe schaffte der Tipp des netten Supportmitarbeiters, in den Profileinstellungen statt Version 4 die Version 2 anzuwählen. Offenbar ist Windows 7 noch nicht kompatibel zum neuen Profilstandard 4.

Ein weiteres Problem war etwas schwieriger zu lösen: Mir ist aufgefallen, dass mein Monitor unmittelbar nach der Profilierung sehr neutrale Anzeigeergebnisse liefert. Teilweise trat jedoch nach einem Rechnerneustart ein leichter Gelb- Grünstich auf.

Die Ursache für dieses Problem liegt darin, dass das zum i1Profiler gehörende Autostartprogramm XRGamma teilweise von Windows nach einem Rechnerneustart ignoriert wird. Abhilfe schafft das nachträgliche manuelle Laden (was man auch mit Windows-Bordmitteln automatisieren kann). Noch einfacher löst man das Problem, indem man die Systemeinstellungen für die Bildschirmkalibierung anpasst, im Anschluss tritt das Problem nie mehr auf. Lt. Xrite-Support ist das ein reines Windows-Thema, auf einem Mac gibt es das Problem grundsätzlich nicht.

Fazit:
****
Das neue i1 Display Pro überzeugt! Nachdem ich sowohl den Vorgänger als auch die Datacolor Spyder aus eigener Erfahrung kenne, stellt das neue Gerät in Verbindung mit der neuen Software einen gewaltigen Fortschritt dar. Insbesondere die Möglichkeit, das Ergebnis überprüfen zu können, schafft nachhaltiges Vertrauen in die Bildschirmkalibrierung. Die Ursachen für die aufgetretenen kleineren Probleme lagen am Betriebssystem und konnten durch den Support des Messgeräteherstellers gelöst werden, deshalb gibt es auch keine Abwertung dafür. Wer eine verlässliche Lösung für die Bildschirmprofilierung sucht, kommt derzeit am i1 Display Pro nur schwer vorbei. Wer nicht ganz so viel Geld ausgeben möchte und nicht die komplette Funktionalität benötigt, wird vielleicht beim kleinen Bruder, dem ColorMunki Display fündig.

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23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Da ich öfter mal Fotos bearbeite sowie auch generell einen gewissen Anspruch an eine gute Farbdarstellung habe musste ein Colorimeter her. Dass ich beim i1 Display Pro hängen geblieben bin hängt vor allem an der aktuellen Hardware. Während klassische Colorimeter mit organischen Filtern arbeiten, die im Laufe der Zeit altern und die Ergebnisse verfälschen, verfügte der Sensor von X-Rite über eine moderne Optik mit haltbaren Glasfiltern.

Aktuelle Monitore lassen sich nicht mehr in eine Schublade stecken. Röhre und TFT sind bereits in ihrer Darstellung anders und beim TFT gibt es noch verschiedene Hintergrundbeleuchtungen: Kaltlichtkathoden, weiße LEDs, RGB LEDs und in Zukunft noch OLED etc. Hier muss der Sensor flexibel sein und das ist X-Rite gelungen denn die Software berücksichtigt die jeweilige Hardware und bietet für die Zukunft auch die Möglichkeit das Colorimeter mittels Firmware zu aktualisieren.

Für die Software bzw. Treiber begibt man sich am besten direkt auf die Website von X-Rite, so dass man die aktuellste Version (hier 1.2.0) verwendet. Die Installation ist unkompliziert und nach einem Neustart ist das Gerät betriebsbereit. Dies merkt man auch daran, dass jetzt eine weiße LEDs alle paar Sekunden sanft aufleuchtet und sich in der Task-Leiste ein kleines Tool integriert hat.

Startet man die mitgelieferte Software i1 Profiler klickt man sich noch kurz durch das Lizenzmangement, denn das Colorimeter dient auch gleichzeitig als Dongle. Die Software macht vom jeweils angeschlossenen Gerät abhängig welche Funktionen freigeschaltet sind. Im vorliegenden Fall ist dies die Profilierung von Monitoren und Projektoren. Letzteres wird möglich da das insgesamt gut verarbeite Colorimeter ein Stativ-Gewinde besitzt, so dass man es (Stativ vorausgesetzt) auf die Bildfläche ausrichten kann.

Die Software gibt sich insgesamt sehr aufgeräumt und benutzerfreundlich. Da ich keinen Projektor besitze befasse ich mich nur mit der Monitorprofilierung. Das Programm fragt zuerst die allgemeinen Daten ab: welcher Monitor, verwendeter Typ der Hintergrundbeleuchtung, Weißpunkt (Vorgaben, frei wählbarer Wert oder vom Colorimeter gemessen), gewünschte Leuchtdichte (wie bei Weißpunkt) und Kontrastverhältnis. Zwei zusätzliche Optionen erlauben es zudem Reflektionen des Umgebungslichts zu berücksichtigen sowie die Farbtemperatur des Umgebungslichts allgemein. Hierzu nutzt man den am Gerät vorhandenen Diffusor, der durch Drehung vor die Linse geschoben werden kann.

Im nächsten Schritt landet man bei den Profileinstellungen. Hier kann man Einfluss auf die chromatische Adaption, die ICC-Profil-Version, die Tonwertkurve (Gammawert) und den Profiltyp nehmen. Wer hier nur noch Bahnhof versteht muss keine Angast haben. Das Programm gibt bereits normale Werte vor. Lediglich bei der Profil-Version sollte man aus Kompatibilitätsgründen lieber Version 2 statt 4 auswählen.

Im nächsten Fenster legt man die Anzahl der Messfelder fest. Neben allgemeinen Messungen wertet das Colorimeter hier eine Farbpalette mit Referenzfarben aus. Die kleine Palette umfasst 119 Farben, die Mittlere 220 und die Große 478. Die Farbpalette wird zusätzlich auf dem Monitor angezeigt. Wer es gezielter braucht kann auch über den Pantone Color Manger entsprechende Pantone Farben festlegen oder über ein eigenes Bild (JPG, TIF, PNG) die Messungen verfeinern. Theoretisch gilt: je mehr, desto besser, aber dies muss nicht unbedingt so sein. Eine größere Palette benötigt auch mehr Zeit für die Messungen.

Nachdem die wesentlichen Einstellungen getätigt wurden kann die Messung beginnen. Das Programm bietet hier noch die Option den Monitor selbstständig per DDC/CI Protokoll über das normale Monitorkabel zu kalibrieren. Wer lieber selber Hand anlegen möchte kann dies natürlich ebenfalls auswählen. Das Colirmeter wird jetzt mittig auf dem Monitor platziert und mit einem weiteren Klickt nimmt der Rest von alleine seinen Lauf. Kontrast, RGB-Werte und Helligkeit wurden im Monitor geändert - hierzu habe ich mir extra die vorherigen Werte notiert gehabt. Die Messung selbst dauert mit der kleinen Farbpalette nur rund 3 Minuten.

So, und jetzt kommen wir zu einem ganz massiven Kritikpunkt, der mir auch einen Stern Abzug wert ist. Ist der Monitor für die automatische Anpassung nicht oder nur teilweise kompatibel wird dies von der Software einfach ignoriert (habe dies selber ausprobiert). Es kommt kein Hinweis, dass man bitte die Einstellungen von Hand vornehmen soll. Im Gegenteil: das Programm zieht seine Messungen einfach unbeirrt durch mit dem Ergebnis, dass je nach Monitoreinstellung der Farbumfang erheblich eingeschränkt ist da die RGB-Kurven der Grafikkarte viel stärker verbogen werden. Weniger erfahrene Anwender werden dies gar nicht bemerken. Wer sich hier also unsicher ist sollte lieber die Werte des Monitors vorher und nachher vergleichen. Hat sich nichts geändert, dann unbedingt auswählen, dass man die Einstellungen selber von Hand vornimmt. Die Software leitet einen dann Schritt für Schritt durch die Kalibrierung für Kontrast, RGB-Werte und Helligkeit.

Im letzten Schritt gibt man dem Profil dann einen Namen, legt fest, ob es auf Systemebene installiert werden soll und wann man über das Tool in der Task-Leiste an eine Nachkalibrierung erinnert werden möchte (1, 2, 3 oder 4 Wochen sowie nie). Im Anschluss wird das Profil generiert und man kann sich vom ICC-Profil ein frei drehbares 3D-Modell anzeigen lassen, welches den Zielfarbraum und den Monitorfarbraum vergleicht. In einer 2D Darstellung wird der Weißpunkt angezeigt bzw. Werte geben Auskunft über Soll- und Messwerte für Weißpunkt, Leuchtdichte und Kontrast. In einem anderen Reiter sieht man noch die RGB-Kurven der Grafikkarte, die im Idealfall nicht all zu weit von einer gedachten 45° Kurve abweichen. Im vierten und letzten Reiter kann man verschiedene Beispielbilder auswählen und sich per Vorher/Nachher-Umschalter den Unterschied ansehen.

Ein wenig versteckt bietet sich weiter unten in der Menüleiste jetzt noch die Möglichkeit die Kalibrierung einer Prüfung zu unterziehen. Hierbei werden einige Referenzfarben gemessen und man erhält diverse Delta-Werte, die die Abweichungen angeben. Idealerweise würden sich diese im Bereich 0,X bewegen.

Um die Kompatibilität zu Drittsoftware herrscht eine gewisse Verwirrung da man im Netz sehr widersprüchliche Informationen - teils sogar von X-Rite selbst - findet. Ich für meinen Teil nutze die normale Retail-Version des Colorimeters von X-Rite. Sie funktioniert auch mit den freien Programmen Argyll + dispcalGUI. Diese Tools sind in ihrer Einrichtung und Bedienung etwas umständlicher, bieten dafür jedoch mehr Kontrolle über die Kalibrierung. Auch der Ablauf der Messung erscheint mir ausgereifter und schlüssiger. Die Grautöne werden detailierter erfasst und es gibt mehrere Durchläufe in denen die Kurven direkt angepasst werden um sich so dem Optimalwert anzunähern. Die X-Rite Softare scheint nur mit einem Durchflauf zu arbeiten. Die in der Freeware integrierte Qualitätsprüfung bestätigt auch die Verbesserung. Erhalte ich mit der Kalibrierung per Softwae von X-Rite dort generell schon sehr gute Werte, so kann die Freeware hier allerdings noch eine Ecke mehr herausholen. Insbesondere die Grautöne kommen tatsächlich deutlich näher an die Referenzwerte heran. Bei Interesse gehe ich im Kommentar gerne näher auf die Einrichtung und Nutzung ein.

Mein Fazit: X-Rite hat mit dem i1 Display Pro ein modernes und zukunftssicheres Colorimeter geschaffen. Die Software gibt sich aufgeräumt und klar strukturiert. Die Ergebnisse können sich sehen lassen - sowohl auf dem Monitor als auch in der Auswertung des Programms.
Negativ fällt der erwähnte Schnitzer mit der automatischen Kalibrierung auf. Wer hier nicht nachprüft versaut sich evtl. das Ergebnis. Unerfahrene Anwender werden möglicherweise nie erfahren, dass ihre Kalibrierung deutlich besser ausfallen könnte. Auch nicht ganz optimal ist die Tatsache, dass eine Freeware mit dem Colorimeter leicht bessere Ergebnisse erzielt.

Noch eine Entscheidungshilfe: i1 Display Pro und Colormunki Display sind technisch vollkommen identisch. Das Colormunki wird allerdings künstlich in seiner Arbeitsgeschwindigkeit gedrosselt und arbeitet 5x langsamer bei den Messungen. Die Software beim Colormunki ist nicht ganz so frei einstellbar wie die des i1 Display Pro. So kann z. B. der Weißpunkt nicht frei gewählt werden oder es gibt eine geringere Auswahl an Vorgaben beim Gammawert etc. Wem gebräuchliche Einstellungsmöglichkeiten reichen kann eigentlich auch zum kleinen Bruder greifen - erst recht wenn es darum geht nur mal eben schnell den heimischen Monitor einzustellen. Wer das Colorimeter allerdings professionell oder beruflich einsetzen will ist mit dem i1 Display Pro besser beraten.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von H.P. TOP 500 REZENSENT
Das neue i1Display Pro verspricht hardwareseitige Kalibrierung auf technischem Up-to-date-Niveau für Profis, wie auch engagierte Amateure, die auf Farbechtheit Wert legen. Engagierte Amateure deswegen, weil sich meiner Meinung nach nur solche mit den Themen Farbmanagement, Farbprofilen, Kalibrierung, Print-Workflow etc. vertraut machen werden.

Der X-Rite 1Display Pro hat in meinem Fall den Spyer Elite 3 abgelöst. In praktisch kompakter Schachtel wird das Gerät inklusive Software-CD geliefert. Nach Installation der Software wird die Hardware über USB-Anschluss angeschlossen und ist betriebsbereit.

Angenehm fällt auf, dass das Gegengewicht am Kabel sich ohne größere Probleme verschieben lässt. Dadurch kann der X-Rite an verschieden großen Monitoren zuverlässig angebracht, bzw. aufgelegt werden. Zum Messen des Umgebungslichts wird einfach ein Bügel verdreht und das Gerät auf den Tisch gestellt.

Für die Kalibrierung stehen wahlweise ein quasi "Basic"-Modus, sowie ein "Advanced Modus" zur Verfügung, der vielfältige Einstellungen und Adjustierungen zulässt.

Besonders angenehm fällt auf, dass das X-Rite i1Display Pro selbst bei erstmaliger Kalibrierung des Monitors ungemein zügig arbeitet und der gesamte Kalibrierungsvorgang im Standard-Modus binnen drei Minuten erledigt ist.
Über Testbilder inklusive Farb- bzw. Grau-Keilen kann das Ergebnis beurteilt und kontrolliert werden.

Sonderbar, dass bei meinen zwei Monitoren die Kalibrierung in einem Fall (das jüngere Modell) in drei Minuten erledigt gewesen ist, beim zweiten Monitor hat es fast eine dreiviertel Stunde gebraucht, weil aus nicht nachvollziehbaren Gründen ein im wahrlich "grausiges" Ergebnis die Folge der Kalibrierung war.
Der Monitor hatte nach der Kalibrierung punkto Farbdarstellung einen derartigen Gelbstich, dass selbst ein nahezu Blinder erkannt hätte, dass diese Farben nicht "neutral" sein können.

Warum dies der Fall gewesen ist, kann ich beim besten Willen nicht sagen. Ob's am Monitor lag - wogegen der Umstand spricht, dass letztendlich die Kalibrierung doch noch geklappt hat - oder am X-Rite oder der Software ... ich lege den Fall mal zu den X-Akten.

Die Lichtverhältnisse waren bei beiden Monitoren ident, daran kann es also auch nicht gelegen haben.

Das Kalibrierungsergebnis kann darüber hinaus in einer Historie abgespeichert werden und somit die "Entwicklung" des Monitors punkto Farbdarstellung überprüft werden.

Was hingegen ein wenig ärgerlich ist: Die "Hilfe-Funktion", die Erklärung, die bei den einzelnen Einstellmöglichkeiten hinterlegt wurde, ist komplett auf Französisch. Mein Schul-Französisch reicht zwar gerade aus, um den Sinn der Funktion im Großen und Ganzen zu verstehen, bei manchen Einstellungen braucht's dann aber doch das Französisch-Wörterbuch. Da die Software ansonsten komplett in deutscher Sprache läuft, nehme ich an, dass man da einfach vergessen hat, die "Hilfe" zu übersetzen. Sollte trotzdem nicht passieren, zumal kein Handbuch in gedruckter Form beiliegt, dem man Näheres entnehmen könnte.

An anderer Stelle wurde von einem User berichtet, dass konstante und neutrale Lichtverhältnisse im Raum Voraussetzung dafür ist, dass man eine Kalibrierung erfolgreich vornehmen kann. Möglicherweise hat dieser Rezensent nur ein Anzeigegerät und hatte das gleiche Problem, wie ich bei meinem zweiten Monitor.
Hätte die Kalibrierung bei meinem neueren Monitor nicht so tadellos funktioniert, hätte ich den i1Display Pro aufgrund der Probleme bei der Kalibrierung des zweiten Monitors wohl verteufelt.

Ohne sich mit dem Thema Farbmanagement näher auseinander zu setzen, wird sich wohl niemand ein Kalibrierungsgerät zulegen. Gewisse Grundkenntnisse sind vorteilhaft und meiner Meinung nach auch erforderlich, wenn man einen tatsächlichen Nutzen und reproduzierbare Ergebnisse erzielen möchte.

Positiv überrascht bin ich von der einfachen Handhabung, der Fertigungsqualität, dem Leistungsumfang der Software sowie der extrem schnellen Kalibrierung (wenn's denn gleich auf Anhieb klappt). Somit steht einer Neukalibrierung am Abend, wenn bei Kunstlicht gearbeitet wird, nichts im Weg. (Generell empfiehlt es sich jedoch eine Monitokalibrierung erst dann vorzunehmen, wenn der Bildschirm zumindest 30 Minuten eingeschaltet gewesen ist, da er dann "Betriebstemperatur" und seine aktuell-endgültige Farbdarstellung erreicht hat.)

Ärgerlich die Problem beim Kalibrieren des zweiten Monitors (Das müsste normalerweise ohne Probleme funktionieren und hat bei diesem Monitormodell mit dem Spyder Elite Pro 3 zuvor tadellos funktioniert.) sowie die "französische Hilfe".

Daher in Summe "nur" vier Sterne, obwohl das Gerät fünf Sterne verdient hätte. Da ich punkto Farbkalibrierung aber schon zu den erfahreneren Anwendern zu zählen bin und eine Farbkalibrierung schnell und zuverlässig erfolgen muss und ich nicht die Zeit habe, vor Bearbeitung eines Auftrages für den Vorgang 45 Minuten aufzuwenden, gibt's einen Stern Abzug.

Ergänzung 24.10.2011:
Nachdem mich ein User namens "Bazi" (siehe Kommentare) darauf aufmerksam gemacht hat, dass es bereits ein Software-Update gibt und hier die "Hilfe" eingedeutscht ist, habe ich mir selbiges gleich mal runter geladen und installiert (an dieser Stelle nochmals ein Dankeschön an Bazi!).

Die Hilfe ist nun tatsächlich auf Deutsch und auch die versuchte Rekalibrierung des "alten" Monitors klappt nun auf Anhieb. Zwischenzeitlich habe ich mir auch informelle Videos auf der Hersteller-Homepage angesehen, bzw. ein Instruktions-Video, dessen Download-Link man nach erfolgter Registrierung (die unkompliziert verläuft) erhält, herunter geladen.

Nachdem die von mir erwähnten Probleme nach dem Software-Update hoffentlich dauerhaft der Vergangenheit angehören, ie Software nun zur Gänze in deutscher Sprache zur Verfügung steht und auf der Homepage von x-Rite einiges an Lernmaterial zur Verfügung gestellt wird, gibt's nun von mir die vollen fünf Sterne.
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Nur für Profi
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