Über drei Jahre hat es gedauert, bis LANFEAR mit ihrem inzwischen fünften Album X TO THE POWER OF TEN nun endlich wieder auf der Bildfläche erscheinen. Mit Nuno Miguel Fernandes gibt es am Gesang einen Neuzugang zu vermelden, sonst ist alles beim Alten geblieben ' nun ja, nicht ganz!
An den kleinen, anfangs oft versteckt wirkenden Details und den liebevollen Arrangements erkennt man LANFEAR auf Anhieb, was aber im Vergleich zu den beiden fantastischen Vorgängeralben noch ergänzt wurde ist die Variabilität, mit der die Jungs hier zu Werke gehen. Kein Song gleicht dem anderen, von ultrahart wie in My Will Be Done bis zum Seelenstreichler Just Another Broken Shell sind alle Facetten melodischen Metals vertreten und alle Stücke befinden sich auf einem unglaublich hohen Niveau. Teilweise glaubt man fast, die Heilbronner würden sich gewisse Sparten aussuchen, um dann der Konkurrenz im jeweiligen Metier zu zeigen, wie man es besser machen kann!
Der neue Sänger Nuno Miguel Fernandes ist die perfekte Ergänzung zum Gesamtbild! Er singt im Vergleich zum Vorgänger Tobias Althammer eher in mittleren Tonlagen und ist somit in den Ohren derer, die mit hohen Vocals nicht viel anfangen können wohl auch die bessere Wahl, die eigentlichen Vorteile liegen aber darin, dass er einfach alle Stimmungen adäquat umsetzen kann und sich hier mit etlichen Gänsehautmelodien verewigt hat.
Die Basis des neuen LANFEAR-Werkes bildet einmal mehr das zwischen Gefühl und Riffgewitter pendelnde Gitarrenspiel von Markus Ullrich, der definitiv in seiner eigenen Liga spielt sowie die abwechslungsreichen Grooves der Rhythmusgruppe und die oft eigenartig wirkenden Keyboardparts von Richie Seibel, die auf manchen Tracks einen leicht futuristischen Touch versprühen.
Zu den restlichen Songs braucht man eigentlich gar nichts mehr zu schreiben, zumal das komplette Material progressiven Power Metal bietet, wie man ihn besser nicht spielen kann. Trotzdem möchte ich noch darauf hinweisen, dass man Hämmer wie die Dampfwalze Synaptogenesis, die Hookline-Monster Brave New Men und The Question Keeper sowie den überlangen Rausschmeißer Seeds of the Plague oder das vertrackte A Twin Phenomenon als Metalfan der was auf sich hält gehört haben muss!
Ich hätte eine nochmalige Steigerung bei dieser Ausnahmeband nicht für möglich gehalten, die Jungs strafen mich aber Lügen! Wer's melodisch und mit Power mag, wer auf Anspruch und trotzdem auf Eingängigkeit steht, der kommt an X TO THE POWER OF TEN nicht vorbei und wird wohl in diesem Jahr auch kein Album mehr finden, welches diese Attribute besser in sich vereinigt ' absoluter Kaufbefehl!