Wer schon immer einmal wissen wollte, wer seit ca. 1850 die Schlachten der USA geschlagen hatte, sollte sich flugs an die Seite der beiden Brüder Logan und Victor begeben, die sich mit spitzen Krallen und nahezu unzerstörbar blutige Schneisen durch die Schlachtfelder ihrer Zeit bahnen. Doch wer ein Erschießungskommando überlebt, bleibt nicht lange unentdeckt. Unter der Führung des zwielichtigen Generals Stryker stellen sie ihre Fähigkeiten in die Dienste des einzig Wahren und Guten, den U, S und A. Während sich Victor zum animalischen Killer "Sabretooth" wandelt, erstrahlt in Logan der wackere und aufrechte "Wolverine". Lasst es krachen, Jungs!
Meiner Treu, was war denn das für eine Katastrophe? Der Hauptdarsteller wirkt durchweg völlig unterfordert, die Protagonisten sind so eindimensional wie eine Scheibe Ghouda, die Handlung erscheint so simpel und vorhersehbar wie eine Episode vom "Sandmann", die Dialoge variieren derart zwischen banal, platt und unterbelichtet, als würde man auch den letzten anspruchsvollen Zuschauer auf feurigen Sohlen verjagen wollen, und den Tiefsinn konnte man allerorten an gewaltigen Plotlöchern bestaunen. Habe ich was vergessen? Ah ja, der Film bietet sowohl den fettesten Zwischengegner als auch den hässlichsten Endgegner seit Menschengedenken auf. Unglaublich - aber wahr! Nachdem ich mich gefühlte fünf Sekunden lang fürchterlich über diesen Fauxpas an Film echauffiert hatte, stellte ich bar vor Überraschung fest, dass mich das nicht die Bohne interessierte und ich mich paradoxerweise vielmehr erstklassig unterhalten fühlte. In erster Hinsicht hat das dieser wenig ausgereifte Film der Präsenz seines Hauptdarstellers Hugh Jackmann zu verdanken, der mit der Figur des "Wolverine" wohl die Rolle seines Lebens gefunden hat. Seine Darstellung des kantigen und charismatischen Naturburschen lässt die Wände wackeln. Viel Wolverine, markige Sprüche zur richtigen Zeit, ein solider und schwer zu überfordernder Cast, ein fantastischer Liev Schreiber als "Sabretooth", vereinzelte Anleihen an das bis dato aufgeworfene X-Men-Universum, annehmbare Sparringspartner und solide choreographierte Kampfeinlagen schaffen ein hammerhartes rasantes Actionspektakel. Es kracht, es bebt, es macht Spaß. Unfassbar wie der Regisseur - zumindest für meinen Geschmack - die Grenze zwischen einer unverdaulichen Dramaturgie und einer krachenden Inszenierung auf den Punkt genau getroffen hat: Rassiges Popcornkino vom Feinsten. Anderthalb Sterne knipse ich als Knicker vom Dienst letztendlich noch ab, weil ich mir nicht vorstellen mag, was ein einigermaßen ambitionierter Regisseur aus dem Stoff hätte erschaffen können.
Fazit:
Sage keiner, ich hätte ihn nicht gewarnt, denn dieser Film wird die Massen spalten. Vergrabt jegliches Anspruchsdenken so tief wie nur möglich...nein, noch tiefer, wappnet die Hollywood verwöhnten Äuglein und richtet Euch schon mal auf ein mordsmäßiges Gaudi ein, denn der einsame Wolf fährt seine adamantiumveredelten Schaschlickspieße mehr als nur einmal aus. Mahlzeit!