Die X-Men sind wieder da. 2 Jahre nach dem ersten Prequel, das sich rund um den Protagonisten der Trilogie Wolverine drehte, wird in FIRST CLASS (im deutschen fälschlicherweise mit ERSTE ENTSCHEIDUNG übersetzt) der Anfang der Freund- und späteren Feindschaft zwischen dem Gründer der X-Men Professor Charles E. Xavier und seinem Gegenspieler Erik "Magneto" Lensherr näher beleuchtet.
Der Score stammt auch dieses Mal von einem "Neuen" im X-Franchise: Henry Pryce Jackman. Jackmans Score verwendet sowohl Anleihen von Kamens X-MEN als auch Ottmanns Themen des Soundtracks zu X2 (X-MEN 2: UNITED). Es gelingt ihm jedoch einen vollständig eigenständigen Soundtrack zu schreiben, der seinen vier Vorgängern in nichts nachsteht. Überhaupt setzt Jackman auf Themenmusik, und findet so den Anschluss an die großen Filme Hollywoods aus den 80iger und 90iger Jahren. Die meisten Hauptcharaktere haben ein eigenes Thema, das ihrem Charakter entspricht.
Das Album beginnt mit einer Suite "First Class", einer Overtüre, die sich so im Film nicht findet. Jackman entführt den Zuhörer ganz wie der Film selbst auf eine Rundreise um die Welt.
Der Zuhörer durchlebt die Geburt von Magnetos Kräften und analog seinem musikalischem Titelthema in dem zunächst ruhig beginnenden, dann tosendem "Pain and Anger", folgt dem jungen Professor X und seiner Adoptivschwester Raven in "Would you date me" nach London, wo wir zum ersten Mal, die Musik hören, die Raven fortan untermalen wird, hören können.
Exotisch argetinische Gitarrentöne gibts genauso zu hören, wie Stücke die mit E-Gitarre unterlegt sind. Die Themen sind sehr abwechslungsreich und der Score funktioniert auch hervorragend ohne die passenden Bilder. So klingt "Rage and Serenity" auch ohne die passende Szene einfach nur melancholisch schön.
Den ultimativen Höhepunkt erreicht der Score dann mit "Sub lift", in dem Magnetos Thema wahrlich in die Luft geht, diesmal begleitet von einem Chor. Das Setup erinnert an die "Phoenix" Stücke des X-MEN THE LAST STAND OSTs von John Powell.
Weitere Anspieltipps: "Frankenstein's monster", "Cold war", "X-training" sowie mein persönlicher Favorit "Mutant and proud".
Man merkt stellenweise, dass Jackman ein Schüler Hans Zimmers ist. Vor allem der letzte Anspieltipp hat Anleihen von THE LAST SAMURAI, was dem Score allerdings nicht schadet.
Leider nicht auf der CD zu finden: "Gnarls Barkley - Run (I'm a natural disaster) instrumental", der während der Rekrutierung der Mutanten - einschließlich eines Cameos eines Publikumslieblings - gespielt wird, noch der End Credits Song von "Take That - Love, Love".
Insgesamt ein mehr als gelungener OST, der sich vor seinen Vorgängern keinesfalls zu verstecken braucht!
Kaufempfehlung!