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X-Men 3 führt die bekannte Superhelden-Reihe fort und dies durchaus erfolgreich, mit einigen neuen Charakteren. Als der Wissenschaftler Warren Worthington II. ein Heilmittel gegen Mutantenkräfte ankündigt, wirft er dadurch eine interessante philosophische Frage auf: sind Mutantenkräfte eine Krankheit, die einer Heilung bedürfen, oder sind sie ein Segen, den homo superior gegenüber normalen menschlichen Wesen genießt? Es ist keine große Überraschung, dass Magneto (Ian McKellen) und seine Bruderschaft böser Mutanten dem Gedanken widersprechen, sie müssten geheilt werden, und so erklären sie der menschlichen Rasse den Krieg. Aber für die X-Men, die von Professor X (Patrick Stewart), Cyclops (James Marsden) und Storm (Halle Berry) angeführt werden, ist die Sache nicht ganz so einfach. Zum Beispiel bedeuten die Kräfte für Rogue (Anna Paquin), dass sie ihren Freund Iceman (Shawn Ashmore) nicht einmal berühren kann. Um das Ganze noch zu verschärfen, kehrt jemand zurück, der für tot gehalten wurde, und nun weiß man nicht, ob diese Person Freund oder Feind ist.
Nachdem Regisseur Bryan Singer sich für Superman Returns entschieden hat, wird die Reihe von Brett Ratner (Rush Hour) weitergeführt, dessen Arbeit man am besten in den großen Actionszenen erkennt, zum Beispiel dem Showdown zwischen den Mutantenarmeen. Aber wenn solche altbekannten Comic-Helden wie Beast (Kelsey Grammer) und Angel (Ben Foster) dazu kommen, wird es schwierig, die Masse an Charakteren unter Kontrolle zu halten, und einer dieser Charaktere hätte sicher Besseres verdient als einen Abgang ohne Leinwandauftritt. Und Fans der ursprünglichen Dark Phoenix Comics werden die Auflösung des Films vielleicht nicht besonders begeistert aufnehmen. X-Men 3 ist wahrscheinlich der letzte Film der Reihe, aber der zwiespältige Schluss lässt einige Möglichkeiten offen. Übrigens tauchen Stan Lee und Chris Claremont, die beiden Autoren, die für die Erschaffung der X-Men am meisten verantwortlich waren, am Anfang des Films in kleinen Gastauftritten auf. --David Horiuchi
Movieman.de
Der dritte und letzte (?) Teil erreicht handlungs-/ und spannungsseitig nicht ganz das Niveau der voran gegangenen Teile. Irgendwie fällt es mir schwer, Jean Grey als übermächtige und unfähig ihre Kraft zu kontrollierende Mutantin zu glauben. Obwohl, wenn sie gerade böse wird, enorm furchterregend geschminkt und digital nachbearbeitet, habe ich grundsätzlich ein Problem damit. Die Stimmung ist düster und endzeitig, die Spezialeffekte sind monumental und wirken außerordentlich real. Ich tue mich schwer, den letzten X-Menfilm in eine Reihe mit den Vorgängern zu stellen. Natürlich ein Fest für Augen und Ohren, aber irgendwie fehlt das Besondere. Alles wirkt konstruiert und versucht, auf alle offenen Fragen irgendeine -Hauptsache eine - Antwort zu erzählen. Das erklärt sich auf der DVD sogar noch in gleich 3 alternativen Enden. Fazit: Das große Finale - man sollte es nicht verpassen.
Moviemans Kommentar zur DVD: Technisch gut gemeistert, ein Eldorado für Bonusfans.
Bild: Der optische Eindruck ist von hoher Laufruhe und Rauschfreiheit geprägt. Dies kommt vor allem den neuen großen Bildschirmen zu Gute, die ja ganz besonders Bildfehler "vergrößern" und so viel schneller mal ein Filmabend stören, als dies noch bei der guten analogen Glotze der Fall ist. Der hochwertige Kontrast kann mit einem massiven Schwarzwert begeistern, der allerdings aufgrund einer leicht zu niedrigen Helligkeitsbestimmung ein paar Details verschluckt. Dies gilt vor allem natürlich in dunklen Szenen. Aber auch im Tageslicht mischen sich ein paar kleine Mißtöne, die die Erwartungshaltung an einen brandaktuellen Film höchsten technischen Aufwandes leicht trüben. Da ist z.B. die Szene aus dem Garten von Xaviers Schule (00.11.50), in denen viel Rasen und viele bunte Pflanzen vor dem Haus zu sehen sind. Keine schlechte Kantenschärfe in der Darstellung der gerde verlaufenden Hauswände, aber vor allem die Pflanzen und der Rasen bleibt die Detailschärfe doch hinter ihren Möglichkeiten. Der Rasen wirkt flächig, als bestünde er aus einer einzigen Masse und im Hintergrund trauen sich die Blumen kaum, Ihre Blüten zu zeigen. Erfreulich ist die fast fehlerfreie Kompression, die nur in leicht vergrieselten Szenen etwas zu stehenden Rauschmustern neigt.
Ton: Der akustische Part ist getrieben von einer immensen musikalischen Dynamik, der die Effekte und Raumatmo nicht ganz folgen können. Daraus ergibt sich ein zunächst imposantes Klangwerk, das in der Musik schier in alle Dynamikbereiche davonstürmt, während sich z.B. der Zusammenbruch der Golden Gate Brücke eher handzahm herausnimmt. Gut, ich habe an einer solchen Katastophe noch nicht beiwohnen dürfen, kann mir aber vorstellen, dass ein Orchester da nicht mitstinken kann. Hier ist es halt umgekehrt zu meiner Erwartungshaltung. Daraus entsteht der Eindruck einer Inhomogenität, das Filmsound und Musik nicht verschmelzen, sondern parallel laufen. Die Dynamikausbeute ist in der deutschen DTS-Fassung sogar noch einen Tick umfassender und auch die Raumentfaltung nach hinten hinaus, ist hier eine Handbreit offener und weiter, als bei den Dolbybrüdern. Auch die englische 5.1-EX-Beflaggung kann hier keinen Vorteil, auch nicht zur deutschen "Nur-5.1-Ausstattung" herausspielen.
Extras: Keine Frage, hier übertrifft sich Fox in der Special Edition und überflutet den Käufer mit einer Bonus-DVD, die bis an die Grenzen vollgestopft wurde. Und hier ist sogar überwiegend Klasse statt Masse enthalten. Das Menü ist doppelt vorhanden und bietet die Auswahl, sich der Bruderschaft oder dem Widerstand anzuschließen. NEben unterschiedlicher Farbgebung gibt es hier auch unterschiedliche Audiokommentare von Regie und Autoren, bzw. dem Produzententeam, sowie unterschiedliche (ebenfalls optional kommentierte) Extraszenen anzuschauen. Dabei handelt es sich teils um neue Szenen, die bereits eingedeutscht wurden, teils um alternative (gleich 3!) Enden, erweiterte Szenen mit zusammen gut 20 Minuten Laufzeit. Besonders interessant ist Bret Ratners Produktionstagebuch, in dem es viel interessantes zur Drehortauswahl und Drehvorbereitungen zu erfahren gibt. Auch gelungen ist das Feautre "X-Men ganz nah", einem Guide durch alle X-Men. Hier kann man auf leider nur englischen Tafeln alles über deren Fähigkeiten erfahren, aber auch kurze veranschaulichende Videoclips und kurze Intervieszenen mit den Darstellern des betreffenden X-Men anwählen. Nicht so schön ist das konfuse Kapitelmenü, dessen jeweils aktiver Button kaum erkennbar ist und die Menüfenster und Fortsetzungsseiten unglücklich anzusteuern sind. Auch hilft kein kurzer Text bei der Erklärung des Kapitels, sondern es wurde einfach durchnumeriert. So macht das keinen Spaß. Auch sollte mal jemand neue Antipiraterietrailer machen, vor allem die GVU-Textseite kann ja kaum einer lesen und wurde wohl auf dem Dienstweg designt. --movieman.de