1995 erschien "The X Factor" und wurde eingespielt von Steve Harris (Bass), Dave Murray und Janick Gers (Guitars), Nicko McBrain (Drums) und erstmalig Blaze Bayley (Vocals). Produziert wurde auch erstmalig von Nigel Green und Steve Harris.
Direkt vorweg, Bruce Dickinson ist der sehr viel bessere Sänger, aber so schlecht ist Blaze Bayley auch nicht. O.K., die Produktion ist leider auch nicht sehr druckvoll und hätte besser ausfallen können. Aber so schlecht ist "The X Factor" nicht. Insgesamt sind die Songs und die Stimmung sehr düster. Die Musik würde ich schon fast eher als Progressiv Rock, denn als Metal bezeichnen. Und obwohl ich Maiden-Fan der ersten Tage bin, habe ich damit kein Problem. Wenn der langjährige Sänger nicht mehr will, kann man doch durchaus mal was anderes probieren. O.K., es ist nicht zu 100 % gelungen und es hat wirklich viel mit dem Sänger zu tun, der die eigendlich nicht schlechten Kompositionen, meist von Steve Harris, einige aber auch von Bayley), nicht richtig umsetzen kann. Aber die, bereits erwähnte, düstere, ja fast schon depressive Grundstimmung des Albums gefällt mir gut. Besonders gut kommt das rüber beim ersten Song `Sign of the cross`. Der Song ist über 11 Minuten lang und nicht nur der Klostergesang hat richtig was.
Ausserdem ordentliche Songs sind noch `Blood on world`s hands` (tolles Bass-Intro), `Man on the edge (war die Single)` und `Fortunes of war`. Bei dem letztgenannten Song setzt sich sogar die Melodie in den Gehörgängen fest.
Man muss dem Album nur etwas Zeit geben (häufiger hören), dann ist es, wie mehrfach gesagt, gar nicht so schlecht. Gute Songs stehen einem durchschnittlichen Sänger und etwas kraftloser Produktion entgegen. Mit Bruce als Sänger wären sicher 4 Sterne möglich gewesen; hier würde ich gerne 3,5 Sterne geben. Da das (leider) nicht geht, gibt es gute 3 Sterne.