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Seit über fünfzehn Jahren sorgen die englischen Chumbawamba mit erfrischendem Agitprop-Pop für Farbe in der Popszene. Jahrelang nur in Szenekreisen geschätzt, gelang dem achtköpfigen Kollektiv aus Leeds 1997 mit der Hitsingle "Timebomb" und dem Album "Tubthumper" der Durchbruch bei einem grösseren Publikum. Mit einer Mischung aus sendungsbewussten Texten, die von einer links-anarchistischen Warte aus die Kirche, die Regierung, die Allmacht von Medien und Kapital ins Visier nehmen, sowie einer amüsanten, ins Ohr gehenden Musikmixtur aus Punk und Pop, Rock und Dancefloor, Beats, Zitaten aus der Popgeschichte und Folk, schufen die Chumbawambas im Laufe ihrer Karriere acht exzellente Alben. Darunter Meisterwerke wie das Debüt
Pictures Of Starving Children Sell Records: Starvation, Charity And Rock'n'Roll (1986), ein Minialbum voller Prostestsongs aus der englischen Geschichte, die gleichfalls kämpferischen
Shhh (92) oder
Anarchy (1994). Auch im neuen Jahrtausend ist mit der Band um Sängerin Alice Nutter, deren glockenhelle Stimme im Zentrum der Gruppe steht, zu rechnen. Das beweist ihr Album
What You See Is What You Get, wo Chumbawamba wieder einmal mit einem zwingenden Mix aus Polit-Pop, prägnanten Melodien, satten Bläsern, scharfen Gitarren und lebhaftem Gesang begeistern. Die Songs handeln unter anderem von der Verlogenheit des Popgeschäfts ("Lie Lie Lie"), von den Versuchen interessierter Kreise, das "freie Internet" immer weiter zu kommerzialsieren oder von kruden Sozialversuchen in der sauberen amerikanischen Stadt Celebration in Florida. Wieder richten sich ihre Songs gegen konservative Angriffe auf die Kunst ("Ladies For Compassionate Lynching") und die Allmacht der Medien. Parallel zum neuen Album ist auch der vor zwei Jahren erschienene Hit-Sampler
Uneasy Listening - A Collection Of Stuff From 1986-1999 sehr zu empfehlen.
--Thomas Bohnet