Dieser Western ist auf DVD ursprünglich unter dem Titel >>>The Jack Bull<<< erschienen.
Liebe Anbieter von dtp entertainment AG - so geht es nicht!!!
Blindkäufer - Leutz, die z. B. einem Freund den "neuesten" Film mit John Cusack schenken wollen - Filmliebhaber, die aus welchen Gründen auch immer "The Jack Bull" für sich bereits abgehakt hatten - alle werden zumindest von dtp entertainment AG bewusst hinters Licht geführt.
Die Originallaufzeit dieses von HBO produzierten TV-Films beträgt etwa 112 Minuten. Wie die bei Amazon angegebenen 116 Minuten zu Stande kommen ist daher ein Rätsel.
Ob es sich lohnt statt der DVD von Capelight Pictures (für eine TV Produktion sehr gute deutsche Tonspur in DD5.1 und annehmbare englische Tonspur in DD2.0/ Insgesamt gutes (Voll)Bild - also im Verhältnis 1.33:1) diese DVD-Neuauflage oder die Blu-ray zu kaufen?
Da die "alte" DVD bereits in unserem Besitz ist und wir nicht glauben das aus einer älteren TV-Produktion bessere Qualität heraus zu holen ist werden wir persönlich nicht umsteigen.
Wer diese aber noch nicht besitzt...
...sollte sich den Film nicht entgehen lassen
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Handlung (ohne zu viel zu verraten):
Der ehrbare kleine Pferdezüchter Myrl Redding, ein Mann, der seine Meinung auch dann offen vertritt wenn sie den "Großen" nicht passt, gerät mit dem Viehbaron Henry Ballard aneinander. Dieser kauft daraufhin ein strategisch gut gelegenes Stück Land auf und erhebt Wegezoll. Da Redding - unterwegs zu einer Pferdeauktion - über kein Bargeld verfügt muss er Ballard ein Pfand in Form von zwei wunderschönen Rappen hinterlassen. Doch als er diese auslösen will sind sie von Woody und Slater, den primitiv-brutalen Schergen des Viehbarons derart misshandelt worden, dass ein Verkauf vorerst unmöglich ist. Zudem wurde sein Freund, der indianische Pferdepfleger Billy, von den Hunden des Großkotzpacks schwer verletzt.
Redding fordert erfolglos Schadenersatz von Ballard. Als er sich an die örtliche Justiz wendet, muss er feststellen, dass diese Korrupt ist. Der Versuch mit Hilfe des Gouverneurs Gerechtigkeit zu erlangen endet mit dem Tod einer wichtigen Bezugsperson.
Redding ordnet seine Verhältnisse, organisiert seine Nachbarn und ruft öffentlich sein eigenes Gesetz aus. Ein Weidekrieg beginnt.
Nach den ersten Toten muss sich der Gouverneur denn doch noch mit dem Thema beschäftigen und tut es auf die für Politiker typische Art.
Irgendwann müssen sich Redding und Ballard dann für ihre Taten vor dem ehrlichen, aber harten Richter Tolliver verantworten.
State:
Regisseur John Badham ("Wargames", "Auf die harte Tour", "Nr. 5 lebt") versetzt Kleists Geschichte von Michael Kohlhaas einfach in den Wilden Westen - und ich muss sagen - dass funktioniert sehr gut, denn abgesehen von der wirklich sehenswerten und gut umgesetzten Story, wird ganz nebenbei ein ziemlich realistisches Bild des WW und seiner Bewohner vermittelt. Liegt vielleicht auch an den Ansprüchen des Pay-TV Senders HBO, von dem vor kurzem mit "Deadwood" nicht nur eine der besten, sondern auch der realistischsten TV-Westernserien auf DVD erschien.
"The Jack Bull" jedenfalls ist - sofern man auf Ballerorgien am Stück verzichten kann - ein Film, der auch Leutz, die "Michael Kohlhaas" nicht kennen, mit guten Gewissen empfohlen werden kann. Durchgehend gute Darstellerleistungen, interessanter Plot, stimmige Filmmusik, hervorragende Kameraführung - was will man mehr?
Die Darsteller:
--- Myrl Redding - John Cusack ("Identität", "Das Urteil - Jeder ist käuflich", "Con Air") - als Darsteller normalerweise eine Klasse für sich wirkt er im Westerngenre leicht deplaziert. Geschickter Zug des Reg., denn mit einem Typus, wie ihn z. B. John Wayne verkörpert, hätte der Film nicht funktioniert.
--- Cora Redding - Miranda Otto ("Herr der Ringe Teil 2 und 3", "Schatten der Wahrheit") - Eowyn liefert als Ehefrau des "Helden" auch im Westerngenre eine überzeugende Darstellung ab.
--- Henry Ballard - L. Q. Jones ("McQuade, der Wolf", "Nevada Smith", "Auf Messers Schneide") - Ist mir bisher eigentlich nur als Darsteller des perfekten OldandWilde-Typs aufgefallen. Hier beweist er, dass er tatsächlich sehr überzeugend eine Hauptnebenrolle tragen kann.
--- Richter Tolliver - John Goodman ("Coyote Ugly", "Dämon", "Eine Nacht bei McCools") - Hat zwar leider nur wenige Szenen im Film, spielt aber wie immer mit einer wahnsinnigen Präsenz, vor der man nur den Hut ziehen kann.
Außerdem dabei: John C. McGinley ("Gefährliche Brandung", "Sieben", "The last Outlaw"), John Savage ("Die durch die Hölle gehen", "Hair", "White Squall"), Rodney A. Grant ("Geronimo", "Ghosts of Mars", "The Doors"), Kurt Fuller ("Red Heat", "The Fan", "Alias 3.Staffel"), Rex Linn ("The Long Kiss Goodnight", "Wyatt Earp", "Die Stunde des Jägers") und viele weitere bekannte Gesichter aus der Riege der Top-Nebendarsteller.
Fazit: Film 4-5 Sterne, Darsteller 4-5 Sterne