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Mastermind Sascha Konietzko erklärt mal wieder allen Moralaposteln, Machtmenschen und Unterdrückern den Krieg und untermalt seine Agit-/Prop-Texte mit der typischen KMFDM-Mischung aus Industrial-Metal und Electro. Im Vergleich zu früheren Scheiben gibt sich das Sextett zwar recht eingängig und ohrenfreundlich, doch WW III klingt immer noch hart und brachial genug, um jede Rathaus- oder Kirchenratssitzung in ein moshendes Inferno zu verwandeln. Die Beats sind brutal, die Gitarren lärmig, die Sound-Computer unberechenbar.
Zwischendurch blitzen allerdings immer wieder komplexe, verschachtelte und unverschämt melodische Parts auf, die zeigen, dass auch Berufsrevoluzzer irgendwann mehr wollen als geschriene Parolen und monotone Dampfhammer-Riffs. WW III ist in puncto Songwriting das variabelste und anspruchsvollste aller KMFDM-Alben. --Michael Rensen
dabei beläuft sich die leistung dieses albums nicht allein auf harte riffs und elektronische "industrialisierung", sondern die einzelnen aufgegriffenen kapitel dieses werkes werden gerade erst durch die neuen elemente der musikalischen variation, in ihre eigentliche bedeutungssphäre erhoben. dort sitzen sie dann - nicht zur rechten irgend eines gottes, sondern zu zertrümmern, was gott alles ist: regierung - hass - unterdrückung - psychische depression.
also besteht für den effekt, den dieses werk wohl beabsichtigt nur eine möglichkeit: die CD in den player und bei einer gerade noch angenehmen lautstärke sich in das schreien und verzweifeln einzuleben. und diese konsequenz bleibt nicht aus: dafür sorgen die melodien, die immer wieder an dies akustische realität stoßen, wenn der WW 3 durch MG-gehämmer geleitet wird. nicht zu vergessen: das booklet ist integraler kunstbestandteil.
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