Anton Witkowski steht kurz vor seinem Schulabschluss, den sich seine Eltern so sehnlich von ihrem Sohn erhofft haben. Doch der jähzornige Choleriker hat andere Ziele im Kopf: angetrieben von dem Ekel, den er über sein armseliges Vorstadtviertel und seine Armut empfindet, hat er sich in den Kopf gesetzt Boxer zu werden. Und tatsächlich scheint er überdurchschnittlich talentiert zu sein.
Wäre da nicht sein tyrannischer Vater, der davon nichts hören will, sondern 'ehrlich' verdientes Geld bevorzugt. Es kommt zum Bruch: Anton verlässt nicht nur seine Familie. Auf dem Weg seiner Boxerkarriere, die er in schwindelerregender Zeit hinlegt, verliert er auch seinen einzigen Freund 'Mo', der Journalismus studiert. Als Anton tatsächlich erste Erfolge feiert und Geld verdient, ist es 'Mo', der ihn in der Rolle als Journalist am schärfsten kritisiert.
Baru verwendet für WUT IM BAUCH (Edition 52) einen innovativen Kunstgriff. Ausgangspunkt ist eine Gerichtsverhandlung, Anton ist der Angeklagte. Die Zeugen blicken auf ihre Erlebnsisse mit Anton zurück. Auf diese Weise offenbart sich eine Parallele bzw. eine Konstante in Antons Leben: So erscheint die Situation der Anklage als ständiger Begleiter in der Biographie Antons, was unweigerlich als Hommage an Franz Kafka gewertet werden kann.
Der französische Autodidakt hat sich das Zeichnen vollständig selbst beigebracht. Auch im ersten WUT IM BAUCH-Band illustriert er in seinem unverkennbaren, individuellen Stil, der eine Mischung aus weichen Kurven und kantigen, harten Strichen darstellt. Die real wirkenden Farben sind zusammen mit Ledran entstanden.