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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
136 von 199 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Ideologisch motivierte und zu einseitige Kritik,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister. Die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik (Taschenbuch)
Was Eltern, die mit dem Gedanken spielen ihr Kind auf die Waldorfschule zu schicken, wirklich brauchen ist eine faire und offene Auseinandersetzung mit der Realitaet, sprich den Vorzuegen und natuerlich auch den Schwaechen dieser Reformschule.Eltern brauchen anschauliche und ehrliche Erfahrungsberichte. Waldorfschulen sind ja zum Teil schon "Weltanschauungsschulen" auch wenn anthroposophische Inhalte im Unterricht selbst nicht vorkommen (sollten). Das anthroposophische Menschenbild, d.h. die Idee des freien, jedoch bewusst und verantwortungsvoll handelnden Individuums bestimmt das Erziehungsideal dieser Paedagogik. Manches in diesen Schulen, die Erziehung zu einer gewissen Ehrfurcht, das taegliche Aufsagen von Versen, Eurythmie etc. mag Eltern in unserer Zeit durchaus befremden. Was Eltern jedoch wirklich nicht brauchen ist eine radikale, ideologisch motivierte und den Sachverhalt verfaelschende Indoktrination, die nicht nach Verstaendnis sucht sondern bewusst geradezu sektiererisch befremden und ausgrenzen will. Peter Bierl, ein Genosse Jutta Ditfurths und der radikalen oekologischen Linken fuehrt im Namen dieser Ideologie einen nicht zuletzt politisch motivierten Kreuzzug gegen den "Oekofaschismus" Rudolf Steiners und der Waldorfschulen. Von Jutta Ditfurth stammt im uebrigen das bemerkenswerte Zitat: "ALLE Anthroposophen sind Faschisten". Es ist daher nicht verwunderlich, dass auch Peter Bierl ausnahmslos schlechtes ueber Waldorfschulen und Anthroposophen zu sagen hat. Als Methode bedient Bierl sich der Technik des Praesentierens von voellig aus dem Zusammenhang gerissenen einseitigen Zitaten um eine moeglichst eindrucksvolle Wirkung zu erzielen. Dadurch werden jedoch die eigentlichen Aussagen Steiners verfaelscht. Bierl moechte auch gar nicht auf die Kernaussagen der Anthroposophie oder der Waldorfpaedagogik eingehen. Zusammenfassend ist Peter Bierls Darstellung als zu einseitig, ideologisch motiviert, in der Darstellung verfaelschend und tendenzioes zu beurteilen. Aus diesem Grunde ist Bierls Buch als Quelle objektiver Information oder auch als Diskussionsgrundlage einer bewusst kritischen Auseinandersetzung mit dem Weltbild der Anthroposophie leider voellig ungeeignet. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
53 von 84 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Eine mustergültige Streitschrift! Eine aufregende Lektüre!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister. Die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik. Aktualisierte und erweiterte Neuausgabe. (Taschenbuch)
Erste Orientierung für den Leser bieten Kapitelüberschriften wie etwa „Rudolf Steiner – Der Menschheitsführer“, „Wahn & Waldorf“, „Die ‚zersetzende Kraft’ des Judentums“ sowie „Anthroposophie und NS-Faschismus“. Aus dezidiert linksökologischer Perspektive unterzieht Autor Peter Bierl die Anthroposophie Rudolf Steiners sowie die Waldorfpädagogik einer umfassenden, mitunter beissenden Kritik. Immer wieder bricht sich Bierls Lust an polemischen Formulierungen Bahn; denn Bierl wollte kein gelehrtes Handbuch verfassen, sondern eine Streitschrift. Hierzu einige Textbelege: „Hinter der sanften Fassade der Esoterik verbergen sich gezielte Verblödung, repressive Toleranz sowie rassistische, antisemitische, frauenfeindliche und antidemokratische Ansichten.“ Oder: „Wer anthroposophische Schriften liest, hat Schmerzensgeld verdient.“ Für den gescheiten, ideologiekritischen und ideengeschichtlich versierten Leser bietet Bierls Einleitung eine hochinteressante Lektüre. Es ist einfach eine lustvolle Herausforderung, sich mit Bierls Kernthesen zu befassen. „Ihrem Selbstverständnis nach ist die Anthroposophie eine ‚Geisteswissenschaft’. Ich betrachte sie als Religion, was ihre Anhänger vehement bestreiten.“ Autor Peter Bierl wäre vom Lektorat, dem Herz eines jeden Verlagshauses, gut beraten gewesen, seine Definition von „Religion“ dem interessierten Leser vorzutragen. Schließlich sind kundige Lektoren die Freunde eines Schreibers, um auf derartige Versäumnisse hinzuweisen. Anfrage des Rezensenten an den Autor: Was ist mit Religion gemeint? Was ist für ihn die gesellschaftliche Funktion der Religion? Solche „weltanschaulichen“ Vorfragen müssten eigentlich geklärt sein, dann wären folgende Thesen für den Leser leichter nachvollziehbar: „Ausschlaggebend ist die gesellschaftliche Funktion der Esoterik, von der Anthroposophie eine Strömung ist.“ Und der Autor weiter: „Typisch ist die Behauptung, sämtliche Probleme, individueller wie kollektiver, physischer wie psychischer Art, würden aus mangelnder Spiritualität resultieren und seien nicht auf soziale Verhältnisse zurückzuführen.“ Es ist ein spannendes Unterfangen, in einen imaginären Dialog mit Autor Bierl zu treten, so wenn er schreibt: „Die penetrant anvisierte Harmonie spricht sensible Gemüter an, die sich über die reale und unbegriffene Atomisierung des Individuums in einer nach den Kategorien von Waren und Konkurrenz funktionierenden Gesellschaft hinwegzuträumen.“ Vernehmlich gesagt: Der Rezensent ist weder Ökolinker noch Anthroposoph. Dennoch weckte die Lektüre der von Bierl mit Verve vorgetragenen Thesen die intellektuelle Lust am imaginären Diskurs. Der politische Anspruch des Autors, sich einzumischen und aufklärerisch zu wirken, ist offenkundig. Bierl schreibt: „Angesichts der Bedeutung der Anthroposophie, ihrem sehr guten Image und der verbreiteten Unkenntnis über die okkulte Weltanschauung ist dieses Buch auch eine Dokumentation, mit der ich antifaschistische Aufklärungsarbeit betreiben und unterstützen will.“ Fazit: Bierls Veröffentlichung ist eine mustergültige Streitschrift, denn der Autor erörtert engagiert und kenntnisreich, und wie gesagt mitunter auch polemisch, eine Fülle von ideengeschichtlichen, historischen und politischen Fragestellungen. Eine aufregende Lektüre! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
15 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Ökofaschismus als Projektion,
Von Wolfram "Silberpappel" (von dort) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister. Die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik. Aktualisierte und erweiterte Neuausgabe. (Taschenbuch)
Das Buch von Peter Bierl mag auf den ersten Blick eine für viele peinliche Aufdeckung der geheimbündlerischen und rassistischen Ambitionen der Walorflehrer und Anthroposophen zu sein, bei genauerem Hinsehen entpuppt sich der Text aber schnell als sehr begrenzt, etwas deutlicher formuliert: als destruktiver Vorsatz eines vernagelten Ideologen ... oder eben Selbstentlarvung und Projektion des eigenen Denkens.
Es ist unerlässlich, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten gegen jede Form des Faschismus und der Ausgrenzung zu stellen und vor allem dabei Alternativen anzubieten für ein brüderiches Miteinander. Auch die Aufklärung tut not, doch bedarf es dafür natürlich auch dem Wissen um die Themen, über die aufgeklärt werden will. Der Angriff auf Steiner und diejenigen Menschen, die seine Idee gesellschaftlich wirksam unzusetzen versuchen, zeigt in jeder Hinsicht, wie offenbar nach Stichworten im Gesamtwerk Steiners gesucht (wahrscheinlich in der alten und aus diesem Grund auch aus dem Netz genommenen Online-Volltextrecherche des Rudolf Steiner-Verlages), alles vollkommen zusammenhangslos aufgeschrieben und mit der Fantasie Bierls kontextualisiert wurde, was mit den Stichworten "Volksseele", "Wurzelrasse" oder "Rasse" allgemein zu finden war. Noch schlimmer er verdreht sogar alles, was durch Steiners Impulse und die Umsetzung sowie Weiterentwicklung durch Menschen mit einem zumeist ausgeprägten, gesellschaftlichem Idealismus tatsächlich verändert wurde - und zwar durch sie und nicht irgendwelche ideologischen Kader. Ohne hier nun eine kritische Richtigstellung angehen zu wollen (das haben andere für seriöser wirkende Texte schon längst erledigt), muss man darauf hinweisen, dass das Buch unter vollkommener Ausblendung von Steiners (Geistig aufgefasster) Kulturentwicklungsannahme verfasst wurde. Auch die Warnung vor der Gefahr, welche bispielsweise durch die Philosophie von Herbert Spencer (wichtiger Vater des Sozialdarwinismus) für das Bewusstsein der Menschheit ausgeht - und da war Steiner einer der ersten - sowie dem damit verbundenen, mörderischen Rassismus der europäischen Imperialmächte bzw. die politische Instrumentalisierung des Hungers und die Ermordung Andersdenkender bspw. in der SU etc. wurde vollkommen ausgeblendet. Dass Rudolf Steiner zudem mehrfach darauf hinweist, dass alle Unterschiede der Völker spätestens mit dem Erscheinen Christi und endgültig mit der Loslösung des eigenen Denkens durch die religiöse Dogmatik von Kirche (oder Volksreligion allgemein) durch Wicliff oder Hus vollkommen absolet seien, passt offensichtlich ebensowenig in Bierls vernagelte Phantasmen wie die Tatsache, das Steiner von Menschen redet und die Bewusstseins- und Ich-Entwicklug des Einzelnen vollkommen loslöst von jedem Konstrukt, das sich rassisch definiert oder gar völkisch begründete Ansprüche erhebt; mehr noch, er sieht darin etwas pathetisch gesprochen, aber leider für viele Völker oder Nationen mörderisch zutreffend den "Untergang der Menschheit". Die Aufforderung Steiners an die Anthroposophen und alle Interessierten war tatsächlich die Folgende: Arbeitet geistig an Euch, um in kompromissloser Selbst-Verantwortung gegenüber der Welt, dem Anderen und euch selbst der mörderischen Entwicklung des 19. und frühen 20. Jhs. entgegenzusteuern und an einer brüderlichen Zukunft ALLER MENSCHEN zu arbeiten (was in der Praxis natürlich nicht immer so klappt, aber es geht bisweilen ja auch um das ernsthafte Bemühen de Einzelnen). Das heist: Im Gegensatz zu Bierls postulierten Anliegen steht er selbst nicht in der (selbst-)kritisch-distanzierten Position, um etwas aufzuklären oder zu verändern. In seinem subjektiv-ideologischem Kampf- und Vernichtungswillen, der ja eine Begleiterscheinung des für die politische Raison missbrauchten Rationalismus (also unerwünschte Nebenwirlkung der Aufklärung) ist, bedient er sich in seiner Schrift ganz den propagandistischen Mitteln der Feindbildtradition und politischen Praxis imperialer und totalitärer Regime des späten 19. und 20. Jhs. Und damit scheint er sich letztlich auch dazu legitimiert zu sehen, in diesem Geist jede einsetzbare Waffe zur Vernichtung des Gegners anwnden zu dürfen. Also, was will Bierl denn wirklich? Etwa Aufklären durch die Ausblendung der eigenen Ideale zugunsten eines nicht in Ansätzen verstandenen Feindbildes? Oder ist er wie Horst Mahler und durch die Verweigerung einer inneren Entwicklung nunmehr vollkommen von seinen einstigen Idealen entrückt, ohne sich wie Mahler selbst zur "anderen Seite" zu bekennen? Ich denke nicht unbedingt, aber wer in im Duktus seiner Veröffentlichung von "Die Anthroposophen" und "Die Waldorfschule" sprich, der stellt sich in eine leider auch sehr deutsche Tradition, die eben das verkörpert, was er zu bekämpfen vorgibt, den Faschismus. Und das kann bei einen ehemaligen politischen Impulsgeber, wirksamen Publizisten und selbst ernannten Moralwächter (was prinzipiell nicht negativ gemeint ist) nur als Vorsatz erkannt werden ... oder eben im umgekehrten Fall als eine klassische Projektion, was nicht minder fatal wäre. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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