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Wunsiedel: Ein Theaterroman [Gebundene Ausgabe]

Michael Buselmeier
3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

1. März 2011
"Shortlist des Deutschen Buchpreises 2011" Im Sommer 1964 hat der junge Ich-Erzähler Moritz Schoppe in dem oberfränkischen Städtchen Wunsiedel zehn leidvolle Wochen zugebracht; sein Engagement bei den dort alljährlich stattfindenden Luisenburg-Festspielen geriet zum Fiasko. Seine Bearbeitung des "Götz von Berlichingen" wurde als "zu intellektuell" verworfen, er bekam nur winzige Rollen zu spielen, auch für den angehenden Regisseur gab es angesichts schlampiger Inszenierungen so gut wie nichts zu lernen. Er litt an Heimweh. Unter den Schauspielern blieb er ein Fremder, Überflüssiger, von allen verlassen, auch von seiner Freundin, die ihn während seiner Abwesenheit betrog (wie bei Shakespeare Cressida den Troilus). Allein die Lektüre der Romane des in Wunsiedel geborenen Jean Paul, die poetische Kraft seiner Sprache, hielt ihn am Leben.44 Jahre später stellt sich der einstige "Verfinsterungsort" für Schoppe anders dar. Zwar hat er anfangs Schwierigkeiten, sich zurecht zu finden, doch es gefällt ihm auf Anhieb in der würzigen Luft des Fichtelgebirges, er unternimmt romantische Wanderungen in die fränkische Vergangenheit, forscht nach den Gräbern seiner Wirtsleute, seines alten Intendanten, und steht unerwartet vor dem Grab von Rudolf Heß. Auch den Hauptort frühen Unglücks, die Naturbühne der Luisenburg, sucht er auf, doch das einst so geliebte Theater ist ihm gänzlich fremd geworden, der Theaterrock endgültig zerschlissen. Im Gehen und Beobachten liegt die Chance eines Neuanfangs.

Wird oft zusammen gekauft

Wunsiedel: Ein Theaterroman + Das Mädchen + Gegen die Welt
Preis für alle drei: EUR 60,88

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 158 Seiten
  • Verlag: Wunderhorn; Auflage: 1 (1. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3884233629
  • ISBN-13: 978-3884233627
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 14,2 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 334.941 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Sehnsucht, unglückliche Liebe und Unwiederbringlichkeit. ... Ein wunderbarer kleiner Roman. « (Ulrich Greiner, Die Zeit)

»Ein starkes Buch.« (Jan Wiele, Frankfurter Allgemeine Zeitung)

»Was die Literaturkritik an "Wunsiedel" zu Recht bewundert, hätte sie bereits in früheren Werken Buselmeiers entdecken können.« (Michael Braun, Badische Zeitung)

Über den Autor

Michael Buselmeier, geboren 1938 in Berlin, aufgewachsen in Heidelberg. Schauspielausbildungund Studium der Kunstgeschichte und Germanistik. Im September 2010 erhält Michael Buselmeier der mit 15.000 Euro dotierte Ben-Witter-Preis 2010. Der Schriftsteller und Lyriker lebt und arbeitet in Heidelberg.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 44 Jahre später 15. September 2011
Von Sarah O. TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Wunsiedel" von Michael Buselmeier ist ein ruhiger Roman über einen Theaterliebhaber, der nach 44 Jahren an den Ort zurückkehrt, der sein Leben veränderte.

Der Ich-Erzähler Moritz Schoppe reist zum ersten Mal im Sommer 1964 für die Luisenberg-Festspiele in die Kleinstadt Wunsiedel im Fichtelgebirge. Der ehemalige Germanistikstudent ist gerade Anfang 20 und voller kreativer Ideen und Tatendrang, auf der Suche nach der großen Karriere im Theater. Bisher waren all seine Bemühungen um ein nennenswertes Engagement gescheitert, bei den Luisenberg-Festspielen sieht er seine große Chance...und wird gnadenlos enttäuscht. Unter den Schauspielern bleibt er der Außenseiter, nirgends finden seine mutigen Ideen Anklang und der resignierte Intendant verwirft seinen Entwurf von "Götz von Berlichingen" zugunsten einer deutlich angepassteren, wie er findet, uninspirierten Version. Schoppes großer Traum vom revolutionären Theater ist entzaubert, seine Provokationen fruchten nicht, zudem hat er Heimweh, vermisst seine Mutter und seine Freundin, die ihn dann auch noch verlässt - nur die Literatur, insbesondere die Werke des gebürtigen Wunsiedelers Jean Paul, geben ihm Halt und Zuversicht.

44 Jahre später kehrt der gereifte Moritz Schoppe zurück, von seiner Liebe zum Theater ist kaum etwas übrig geblieben. Er geht die Wege seinen jüngeren Ichs nach und reflektiert über sich selbst. Auch wenn er in dem Ort, der sich sehr verändert hat und im Vergleich zu früher fast ausgestorben wirkt, kaum etwas wiedererkennt, erkennt er erst jetzt die Schönheit der Umgebung, für die er in seiner Wut und Einsamkeit früher keine Augen hatte.

"Wunsiedel" ist ein romantischer Roman über das Theater und die Selbsterkenntnis. Die etwas rasanten Passagen des jungen, enttäuschten Schoppe, wie er wütend und wortgewandt über seine Schauspielkollegen und den Intendanten herzieht, wechseln sich ab mit den ruhigen, bedachten Worten des 44 Jahre älteren, reiferen Mannes. Auch die Kindheitsgeschichte in Kriegs- und Nachkriegsjahren wird angeschnitten und rundet das Bild ab.

Der Roman ist schön geschrieben und vermittelt ein wenig Nostalgie zusammen mit der Schönheit der Natur. Ideal zum Abschalten an einem ruhigen Nachmittag. Glücklicherweise steht er auf der Shortlist des diesjährigen Deutschen Buchpreises, denn sonst wäre ich vielleicht nie auf ihn aufmerksam geworden und hätte einen wundervollen Roman verpasst.

Klare Leseempfehlung (nicht nur für Theaterliebhaber). Viel Spaß beim Lesen!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Reise in die Vergangenheit 9. Oktober 2011
Von A. Zanker TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der Ich-Erzähler und Hauptprotagonist Moritz Schoppe reist nach 44 Jahren und einem Tag, an jenen Ort zurück, an dem seine Karriere begonnen hat, jenem Ort zwischen Bayreuth und der tschechischen Grenze namens Wunsiedel, in dem er sich zunächst gar nicht mehr zurecht findet, die Bahnstrecke wurde still gelegt, vieles hat sich hier verändert. Leser die dem Theater, der klassischen Literatur sehr verbunden sind und vielleicht auch vor allem ältere Leser dürften an diesem Roman über jene ländliche Gegend in Franken ihre Freude haben, auf mich wirkte dieser Roman allerdings ein wenig auf Diät gehalten, ein Roman dem man zwar sein Potential anmerkt, es aber nur teilweise zur wirklichen vollen Blüte bringt.

Der Ich-Erzähler erzählt von seinen Anfangsschwierigkeiten, als damaliger Student, erzählt von ersten Proben des "Götz von Berlichingen" auf der Luisenburg, gibt seinem Frust Ausdruck, den er mit anderen Menschen in der Theaterwelt erlebte, erzählt aber auch von Begegnungen die er dort mit Mensch und Natur findet. Eine innere Selbstreflektion die sich zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und herbewegt, mit Zitaten von Mörike, Goethe, Brentano und Jean Paul mit dem er sich über einige Seiten hinweg beschäftigt. Nicht nur weil Jean Paul in Wunsiedel beerdigt ist, sondern weil der Ich-Erzähler Friedhöfe besucht um Vergangenem nachzuspüren, nachzufühlen. Er erzählt von dem Bemühen um eine Frau, die sich für "Herr X" entscheidet, erlebt sich als Verlierer. Ein leiser Ton von Enttäuschung, Scheitern, Verlieren und Frustration durchströmen in gewisser Weise diesen Roman, der auf der Shortlist zum deutschen Buchpreis steht.

Fazit: Man wird diesen Roman mit schön geschriebenen Passagen finden, die man sich gerne erzählen lässt und die man beim Lesen geniesst. Dass sich Moritz Schoppe auch wertend gibt, sich ansatzweise gar als Opfer seiner z.t. nicht einfachen Lebensumstände erlebte, hat mich persönlich weniger angesprochen. Eine skizzierte Frustrationsausschüttung habe ich dann doch als dürftig erlebt. Ein wenig schade finde ich an diesem Roman, dass er ein wenig zurückgehalten wirkt, sein Potential nicht in seine volle Ausdruckskraft bringt. Kein Roman für die grosse Masse, Bestsellerliste oder gar dem deutschen Buchpreis, das würde mich wundern. Für Leser, die gerne etwas Zurückhaltendes, Ruhiges, Stilles lesen, dürfte dieser Roman, der sich Theaterroman nennt, ihre Freude haben. Eine Rückbesinnung, über eine vergangene Lebenszeit, mit ihren Wachstumsschmerzen, Scheitern, aber auch zu poetischen literarischen Werten, von dem dieses Buch auch erzählt, als ob es dem gelebten Leben eine Art Gegengewicht geben würde..

Shortlist zum deutschen Buchpreis 2011:

Eugen Ruge: In Zeiten des abnehmenden Lichts: Roman einer Familie
Angelika Klüssendorf: Das Mädchen
Marlene Streeruwitz: Die Schmerzmacherin
Jan Brandt: Gegen die Welt
Sibylle Lewitscharoff: Blumenberg: Roman
Michael Buselmeier: Wunsiedel: Ein Theaterroman
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Poetische Arroganz 22. Januar 2012
Format:Gebundene Ausgabe
Der Schauspielstudent Moritz Schoppe, das literarische Alter Ego des Autors, kommt 1964 nach Wunsiedel, wo er bei den Luisenburg-Festspielen sein erstes Engagement hat. Der junge Mann, der zum ersten Mal von seiner Mutter getrennt ist, fühlt sich unglücklich im 'finsteren' Wunsiedel, der verschlafenen Kleinstadt inmitten einer herben, erst auf den zweiten Blick reizvollen Landschaft. Am Theater findet er nicht die erhoffte Anerkennung und erlebt zudem die Unruhe und den Schmerz seiner ersten Liebe. Nach 44 Jahren kehrt er nach Wunsiedel zurück, um das Geschehene und seine Entwicklung Revue passieren zu lassen.

Die Verlassenheit und der Schmerz des jungen Mannes werden im Verlauf der Schilderung gut nachfühlbar. Stadt und Umgebung beschreibt Buselmeier präzise und durchaus liebevoll, auch in ihrem Verfall im zweiten Teil. Stellenweise dominiert die Naturromantik; sehr viel ist von Käfern, Bienen und dem Jubilieren der Amseln die Rede, was wieder gebrochen wird durch weniger poetische Einschübe wie dem Auffinden toter Tiere am Wegrand oder den Anblick eines Autohauses, das 'die Landschaft versaut'. Auch die Bewohner sieht Buselmeier/Schoppe aufmerksam und weitgehend vorbehaltlos mit Ausnahme einiger Seitenhiebe auf den bellenden Dialekt oder seine zurückhaltenden Vermieter als 'geborenen Randfiguren'. Als sprachsensibler Mensch hätte der Autor jedoch merken müssen, dass in Wunsiedel keineswegs Fränkisch gesprochen wird.

Die poetischen Spaziergänge durch Stadt und Umgebung lesen sich sehr angenehm. Schwer erträglich sind dagegen die Passagen, wo sich der junge Mann über die Theaterwelt äußert. Die anderen Schauspieler, Regisseure usw., durchweg erfolgreicher als er selbst, sieht er als ausnahmslos unfähig und fühlt sich zu Unrecht in die Außenseiterrolle gedrängt. Mehrfach beklagt er sich, dass man ihm Arroganz vorwirft; an diesen Stellen musste ich beim Lesen erheblich grinsen. Im zweiten Handlungsstrang, als er 44 Jahre später an den Schauplatz zurückkehrt, hat man den Eindruck, dass seine Entwicklung nicht sehr weit gediehen ist, als er auf dem Friedhof die Gräber der ehemaligen Regisseure verhöhnt.

Eine gewisse Selbstüberschätzung des Autors mag sich auch darin ausdrücken, dass er das 150-Seiten-Buch mit der einlinigen, knappen Handlung als 'Theaterroman' bezeichnet und mit zahllosen Rechtschreibfehlern veröffentlicht hat. Ich habe es trotzdem sehr gerne gelesen, was aber daran liegt, dass ich einen großen Teil meines Lebens in Wunsiedel verbracht habe und die Stadt mag.
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