Die Autoren dieses Bandes sind definitiv keine Elfenbeinturmbewohner! Sie stellen sich im Gegenteil ganz offen und selbstkritisch der Frage, welchen Zweck ihr Forschen denn für die Gesellschaft hat, die schließlich jedes Jahr einen nicht unbeträchtlichen Teil ihrer Ausgaben für die Wissenschaft aufwendet. In teils analytischen, teils sehr persönlichen Beiträgen reflektieren vor allem junge Forscher ihr Tun und begründen, warum auch die Lust an der reinen Erkenntnis gesellschaftlich höchst nützlich sein kann. Neben dieser Frage nach der Legitimation von Wissenschaft liegt ein weiterer Schwerpunkt des Bandes auf dem Dialog der Forscher mit anderen gesellschaftlichen Bereichen, wobei besonders das häufig problematische Verhältnis von Medien und Wissenschaft beleuchtet wird.
Ein großer Vorteil dieses Bandes besteht meiner Meinung nach darin, dass nicht ausschließlich Forscher, sondern auch Vertreter anderer Bereiche zu Wort kommen, etwa der Politik, des Journalismus und der Kunst. Dabei besteht die Gefahr von Sammelbänden ja häufig darin, dass die einzelnen Teile nicht richtig zusammepassen und man hinterher kaum klüger ist also zuvor. Ich finde, die "Wunschmaschine Wissenschaft" ist da eine erfreuliche Ausnahme. Vor allem für Leser, die nicht im Universitätssystem arbeiten, bietet der Band einen spannenden und abwechslungsreichen Einblick in das "Arbeitsethos" von Forschern. Nach der Lektüre verabschiedet man sich vom Vorurteil des stillen Kämmerleins, in dem ein lebensferner Professor jahrzentelang an unnützen Spezialproblemen tüftelt. Diese Forscher denken sehr wohl über ihre Arbeit nach und lassen den Leser an ihren Gedanken teilhaben.