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Wunschloses Unglück: Erzählung (suhrkamp taschenbuch)
 
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Wunschloses Unglück: Erzählung (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Peter Handke
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 96 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 9 (25. Juni 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518397877
  • ISBN-13: 978-3518397879
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 10,8 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 84.843 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Peter Handke
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Die Zeit, 30.08.2001
Das Buch stammt aus dem fernen Jahr 1972. Dass es der Suhrkamp-Verlag jetzt neu auflegt, macht für Franz Schuh aber unbedingt Sinn. Für Schuh nämlich ist es das Buch, "in dem die Frage meiner Generation gestellt wurde", in dem es gegen das "Phrasendickicht", ging und geht und gegen "politisch organisierte Lügen." Dies freilich mehr in der Form als vom Inhalt her, denn Handke erzähle "die Lebens- und Sterbensgeschichte seiner Mutter". Wie er die Reflexion über das Schreiben dieser Geschichte als Teil der Geschichte selbst arrangiert aber, ist das Entscheidende. Dem Rezensenten verhilft es letztlich zu der nicht geringen Erkenntnis, "dass die Realität der Fiktion bedarf, um einsichtig zu werden", und dass das Erzählen eine der wenigen Möglichkeiten darstellt, "einen Menschen gerecht zu 'behandeln.'"

© Perlentaucher Medien GmbH

Pressestimmen

»Peter Handkes Erzählung ›Wunschloses Unglück‹ vom Leben, Leiden und Tod seiner Mutter ist eines der beklemmendsten Bücher meiner Generation. Man kann die hundert Seiten nicht ohne Rührung, ohne innere Beteiligung, ohne tiefen Schrecken lesen. ... Ein trauriges, schönes, meisterliches Buch.«

(Michael Krüger Die Welt )

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Wie geht man mit dem Tod der eigenen Mutter um, der noch dazu ein Selbstmord war? Der Schriftsteller Peter Handke wird im Alter von 30 Jahren mit dieser Herausforderung konfrontiert. Er nähert sich der schwierigen persönlichen Aufgabe, indem er wenige Wochen nach dem Tod der Mutter eine Erzählung über sie schreibt. Er hält fest, was er von ihr und ihrem Leben weiß. Einerseits distanziert, andererseits so nah wie möglich rekonstruiert der Autor das Leben seiner Mutter, die unter dem Zwang ihrer Frauenrolle und der schwierigen wirtschaftlichen Umstände nie zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit kommt. Von den äußeren Verhältnissen zunehmend entindividualisiert und zutiefst einsam, setzt sie ihrem Leben schließlich im Alter von 51 Jahren ein Ende. Handke reflektiert in der Erzählung ständig die Voraussetzungen seines eigenen Erzählens, gibt Einblick in den Schaffensprozess, macht diesen für den Leser transparent. "Wunschloses Unglück" ist keine leichte Unterhaltungs- oder Erbauungsliteratur und schon gar nicht komisch. Auch wenn Handke in klarer Sprache und nahezu nüchtern die Lebensgeschichte seiner Mutter erzählt, löst die Lektüre eine beklemmende Stimmung aus, der sich der Leser nur schwer entziehen kann.
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der junge Handke 16. September 2005
Von P. Labus
Format:Taschenbuch
"Wunschloses Unglück" ist eines der frühen Werke Handkes. Es handelt von seiner Mutter, wobei das Verb "handeln" hier vielleicht falsche Assoziationen weckt: Handke malt ein Bild von seiner Mutter, das klar und durchsichtig ist, sachlich und dabei so wunderbar bewegend, weil es den Leser fühlen lässt, was jene Frau durchgemacht haben muß.

Als Mädchen auf dem Lande wächst sie auf, erhält dort kaum Bildung, obwohl sie wissbegierig ist und sicherlich auch begabt, doch sie muß sich in die Gesellschaft einpassen, die Rolle der damaligen Frau spielen: Haushalt und Kinder. Sie erträgt dieses Leben auf Dauer nicht, zu viel Langeweile und Einsamkeit, ein trunksüchtiger Ehemann, den sie nicht liebt, drei Abtreibungen und immer diese Lust auf das Leben, das Erleben, welche sie aber nicht stillen kann. Daran geht sie am Ende zu grunde.

Der Ich-Erzähler und Sohn greift in die Beschreibung hinein, berichtet von dem Schreibprozess, die Arbeit und Kraft, die er erfordert. Handke verbindet hier innere und äußere Realität, schaft damit eine "Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt".

Ein sicherlich sehr persönliches Buch, welches aber trotzdem kein Denkmal für eine Mutter wird, oder das wenigstens versucht zu werden. Nur eine Beschreibung, ein Bild, mit erzählerischen Qualitäten die mindestens an Stefan Zweig heranreichen.

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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Die Art und Weise des Berichtens: voller Entsetzen zeichnet Handke die Lebensgeschichte seiner Mutter nach. Mal in leichten, fließenden Wendungen, mal mit schweren, eigenen, ungelenken Worten das Unbegreifliche darlegend. In einem eigenen Kapitel überlegt er, wie die kurze Zeit, die seine Sprachlosigkeit freiläßt, für die Geschichte seiner Mutter genutzt werden kann. Er stellt fest, daß schon die Suche nach einer Formulierung eine Entfernung vom Inhalt bedeuten kann und nimmt sich vor, nur gängige Formulierungen aus dem "gesamtgesellschaftlichen Sprachfundus" zu verwenden. Wie viele andere Schwierigkeiten und Gefahren, die er sieht, kann er auch diese nur feststellen und hineinstolpern. Komprimiert und holprig ist die erzählte Lebensgeschichte der Mutter, mit einfachem Vokabular ist dem halt nicht beizukommen.

Vom Altern einer ehemals lebenslustigen Frau ist die Rede, die von Armut, trinkendem Ehemann und den familiären Pflichten um die Erfüllung selbst der kleinen Sehnsüchte betrogen wurde. Das Kärntener Dorfleben bietet keinen Freiraum für Einmaligkeit und Eigenarten, nicht mal für offene Verzweiflung. Sie klagt nicht oft, die Enttäuschung und Freudlosigkeit münden in schwere Kopfschmerzen. Alternativen zum Selbstmord sind nicht in Sicht.

Die Lebensgeschichte seine Mutter muß auch für Handke voller Unverständlichkeiten sein, anmerken läßt er sich das aber nicht. Die Schilderung klingt linear und umfassend. Aber was war Handke für seine Mutter, was war er für sie? Hochbemüht ist er im Lebensbericht, die Erzähllinie seiner Mutter nicht die seine kreuzen zu lassen. Er scheint ein Außenstehender zu sein. Als Leser kann man nur mutmaßen, was der Hintergrund ist: große Schuldgefühle ob der verpaßten Chancen, seine Mutter kennenzulernen? Der frische Schmerz, der die Annäherung nicht gestattet? Die eigene Verzweiflung als erschreckende Parallele ?

Fazit: Ein beeindruckendes und sehr lesenswertes Stück voller Verzweiflung und Entsetzen, schmerzhaft aus der Distanz reflektiert.
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