Ich war einst ein großer Westernhagen-Fan; bis Radio Maria. Alles was danach kam, ist m. E. nicht mehr zu ertragen - mit einigen Ausnahmen natürlich. Es war ein großer Fehler, als er 1999 das Ende seiner Live-Karriere verkündete, denn nach der Tour nahm man Westernhagen nicht mehr als "Musiker" im engsten Sinne wahr. Erzielten seine Platten bis einschließlich "Radio Maria" noch mehrfach-Platin-Auszeichnungen, so schaffte es "Nahaufnahme" nicht einmal auf Goldstatus. Zwar sahen einige in eben diesem Album einen textlichen Tiefgang; ich - bei aller Mühe - aber leider nicht. Vorhersehbare Reime, langatmige Melodien ist wohl das Positivste, was man dazu loswerden kann.
Und nun das Wunschkonzert... Die Auswahl der Titel bestätigt meine Kritik, denn kein einziges stammt von "In den Wahnsinn" oder "Nahaufnahme". Wer "So weit...", Westernhagens Best of-Album besitzt, benötigt dieses Album gewiss nicht; schaden tut es aber auch nicht.
Wieso forciert Westernhagen so ein Karriereende? Lindenberg hat es doch vorgemacht, dass man auch mit Anfang 60 noch einmal richtig durchstarten kann.
Marius, setz dich ins Studio, lass dir zwei Jahr Zeit, und gröhl uns die Ohrwürmer in die CD-Spieler und Radios. Solch ein Abgang wäre angemessen für den einst erfolgreichsten deutschen Rockmusiker!
Viel Glück dabei!