"Alice im Wunderland", der berühmte Klassiker der englischen Kinderliteratur, erschien erstmals 1865 in England. Das Buch stammt aus der Feder des Schriftstellers Lewis Carroll, der die Geschichte einst für ein Mädchen aus seiner Nachbarschaft, Alice Pleasance Liddell, erdachte und niederschrieb. Damit begann ein Siegeszug dieser anarchischen, vielschichtigen, Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeisternden Erzählung, die später mit "Alice hinter den Spiegeln" eine düstere Fortsetzung fand und selbst am Königshof gelesen wurde. Bis heute geistern die Motive des Kinderbuchs durch Kunst und Kultur, vom Computerspiel "Alice" bis zur "Matrix"-Trilogie, es wird immer wieder neu verfilmt - zuletzt von Tim Burton - und ist aus der Weltliteratur nicht wegzudenken.
Der Knesebeck-Verlag präsentiert den Klassiker nun in einer besonders schön illustrierten Ausgabe. Der australische Illustrator Robert Ingpen orientiert sich dabei an der legendären Erstbebilderung der Alice-Geschichte durch John Tenniel, verleiht ihr aber einen ganz eigenen Zauber. Seine Bilder erinnern zumeist an Kreidezeichnungen, manchmal finden sich aber auch skizzenhafte Bleistiftschraffuren. Die Farben sind milchig und dezent, und so wirken die Illustrationen wie Träume und flüchtige Visionen. Sie beziehen sich stets direkt auf den angrenzenden Text, ohne aber von diesem abzulenken.
Ingpens Bilder mögen sicherlich nicht jedermanns Geschmack treffen, doch ohne Frage drückt er der "Alice"-Geschichte seinen ganz eigenen künstlerischen Stempel auf. Das wunderschöne, auch von Papier und Bindung hochwertige Buch ist ein Augenschmaus und macht Lust, sich wieder einmal diesen Klassiker vorzunehmen, ihn seinen Kindern, Nichten, Neffen, Enkeln oder kleinen Geschwistern vorzulesen und sich gemeinsam an den oft witzigen, manchmal auch melancholischen Bildern erfreuen.