Der Film ist ein Meisterwerk Douglas Sirks. Ein Melodram, wie nur er sie drehte. Zudem ein überragendes Beispiel der Technicolor-Ära. Rainer Werner Fassbinder war stark von Sirk beeinflußt, wie Filme wie u.a. "Angst essen Seele auf" und "Lola" belegen.
Die Frage des "richtigen" Bildformates ist dagegen nicht so leicht zu beantworten. Richtig ist, daß der Film unter Ausnutzung des vollen Negativ-Formats gedreht wurde ("open matte"). Also im Verhältnis von 1.37:1 (etwa 4:3).
Die amerikanischen Kinos wurden jedoch 1953/54 als der Film entstand, gerade für Breitwandprojektionen umgerüstet. Bei Universal Pictures, das den Film produzierte, hieß der Breitwand-Standard "Superscope" im Verhältnis 2:1. Da aber zur Zeit der Premiere von "Die wunderbare Macht" der Umrüstungsprozeß noch nicht in allen Kinos abgeschlossen war, wurde die Bildkomposition so angelegt, daß eine Projektion im alten Format 1.37:1 und auch im neuen Format von 2:1 (etwas breiter als 16:9) möglich war. Eine in der Übergangszeit übliche Praxis. Im Fernsehen wurden solche Filme früher meistens in 4:3 gezeigt, seit sich 16:9 durchgesetzt hat, aber auch in 2:1 oder 16:9.
Ein "richtiges" Bildformat gibt es bei "Die wunderbare Macht" also nicht. Die Filmemacher mußten damals einen kompositorischen Kompromiss eingehen, damit der Film in allen Vorführsälen "funktionierte".
Die DVD präsentiert den Film in der Breitwandversion, also so, wie er damals in den meisten Kinos der USA und Europas gezeigt wurde. Wer Douglas Sirk und die großartigen Schauspieler in diesem Film schätzt, kann diese DVD also bedenkenlos erwerben.