Ärzte sind fasziniert von Berichten, wonach sich eine schwere Krebserkrankung rückbildete und sogar Metastasen verschwanden. Weltweit sind einige tausend Fallgeschichten von Spontanheilungen vorhanden, doch nur wenige hundert können tatsächlich als gesichert gelten. Herbert Kappauf, Oberarzt am Klinikum der Stadt Nürnberg, beschäftigt sich in «Wunder sind möglich» (Freiburg 2003) ausschließlich mit den seriös dokumentierten Fällen von Krebsrückbildung. Er referiert die einschlägigen Erklärungsmodelle von Apoptose (Zelltod) bis Telomerase («Unsterblichkeitsenzym»). Einen weiteren Einfluss übt das Immunsystem aus, das außer Rand und Band geratene Zellen abfangen und vernichten soll. Spontanremissionen können auf einer wieder anspringenden Immunabwehr beruhen. Übernatürliche Wunder jedenfalls sind die wenigen Fälle von Krebsheilung ohne medizinische Therapie nicht. Heilungen in Lourdes (Frankreich) oder nach inbrünstigem Gebet mögen vorkommen, sind aber laut Kappauf kein Beweis für die Macht der Psyche oder Gottes. Das Konzept von der «Krebspersönlichkeit» sei überholt. Aber eine überstandene Krebserkrankung kann die Persönlichkeit nachhaltig verändern und vertiefen. Kappaufs aufklärerisches Buch schließt mit einigen allgemeinen Tipps, was Krebskranke für sich tun können.