Mit diesem Film hat uns Regisseur Sönke Wortmann gezeigt das man auch in Deutschland gute Filme machen kann, vorausgesetzt man beschränkt sich auf die wirklich interessanten Themen und versucht nicht große Hollywoodproduktionen zu kopieren. Das der deutsche Film seit Jahren ein wenig vor sich hinkränkelt ist ja schon bekannt, aber trotzdem versteht man es in Deutschland gute Filme zu machen. Die deutsche Filmindustrie muß sich nur auf Themen beschränken die uns Deutsche bewegen wie es ja in Filmen wie „Das Boot, „Stalingrad", „Comedian Harmonists", „Das Experiment" oder auch jetzt „Das Wunder von Bern" gemacht wurde. Es interessiert mich persönlich nicht wenn man in Deutschland versucht mit einem Film wie „Anatomie" große Hollywoodfilme zu kopieren, den dort hat man dazu andere Mittel und meist gehen solche Versuche dann auch in die Hose. Filme zu interessanten und bewegenden Themen der deutschen Geschichte sind für mich immer ein guter Grund sich mal wieder deutsches Kino reinzuziehen.
Sönke Wortmann verstand es perfekt ein Stück deutscher Geschichte für die Leinwand umzusetzen und schuf mit „Das Wunder von Bern" einen der größten deutschen Filme überhaupt.
Nach über zehnjähriger Kriegsgefangenschaft kehrt Richard Lubanski (Peter Lohmayer) 1954 als gebrochener Mann in seine Heimatstadt Essen zurück. Sein Sohn Matthias (Louis Klamroth) hat als Taschenträger und Glücksbringer in dem Fußballer Helmut Rahn (Sascha Göpel) längst einen Ersatzvater gefunden. Ehefrau Christa (Johanna Gastdorf) hat mit großen Entbehrungen und ohne Ernährer sich und Ihre drei Kinder durch die Nachkriegsjahre gebracht. Jetzt, mit der Rückkehr des Familienvaters, soll alles anders werden, doch leider geht der Schuss anfangs nach hinten los. Vater Richard, gezeichnet von der russischen Gefangenschaft, ist mit sich und der Welt verbittert und versucht alles was er in den letzten Jahren an Erziehungsmassnahmen versäumt hat im Eiltempo nachzuholen.
Zum gleichen Zeitpunkt bereitet sich die deutsche Fußballnationalmannschaft in München auf die WM Endrunde in der Schweiz vor.
Familienvater Richard Lubanski entgleitet langsam alles aus den Händen und in seiner Verzweiflung sucht er Hilfe in Gott und der Kirche. Für Sohn Matthias gibt es nur einen großen Wunsch, er muß unbedingt nach Bern zum Endspiel der Fußball WM, das die deutsche Mannschaft erreicht hat. Dort muß er sein Idol Helmut Rahn unterstützen, den dieser kann ja die ganz großen Spiele ohne Ihn nicht gewinnen.
In der Nacht vor dem Endspiel wird er dann von Vater Richard geweckt, den dieser hat eine Überraschung für In parat.
Sönke Wortmann gelang es perfekt Realität und eine fiktive Handlung zu verknüpfen. Mit einer Prise Humor wird der Weg der deutschen Nationalelf ins Finale von Bern mit großer Authensität aufgezeigt. Jedes Spielergebnis des deutschen Teams während der WM wird dem Zuschauer auf andere Art und Weise mitgeteilt. Beim Halbfinalsieg über Österreich erlebt man den kleinen Matthias zum Beispiel auf dem Bolplatz und als Ton läuft der Orginal Radiokommentar des österreichischen Runfunks von 1954. Ein Auswärtsspielergenis von RW Essen erfährt Matthias dann unter anderm durch seine Brieftauben.
„Das Wunder von Bern" ist ein Film für Jung und Alt, egal ob fußballinteressiert oder nicht, der Film ist ein Stück deutsche Geschichte. Die Besetzung des Films hätte auch besser nicht ausfallen können. Peter Lohmayer ist einfach nur perfekt in seiner Rolle und sein leiblicher Sohn Louis Klamroth ist die Entdeckung des Films. Faszinierend ist aber vor allem die Auswahl der deutschen Nationalelf, den diese sieht den richtigen Spielern von 1954 einschl. des Trainer Sepp Herberger (Peter Franke) verblüffend ähnlich.
Sicher wurde Deutschland danach noch zweimal Weltmeister, aber keiner dieser Titel ist vergleichbar mit diesem Titel von 1954 der eine Art Aufbruchsstimmung in Deutschland schuf und nicht nur aus sportlicher Hinsicht wichtig war.
Die Taktik von Sönke Wortmann geht voll und ganz auf und er schuf mit „Das Wunder von Bern" ein Stück Filmgeschichte mit eingebauter Gänsehautgarantie. Bewusst verzichtet er mit Ausnahme des Endspiels auf Fußballsequenzen und das ist ein absolut gelungener Schachzug.
Wem läuft es nicht eiskalt über den Rücken wenn er noch einmal die Reportage von 1954 hört....... Kopfball, abgewehrt, aus dem Hintergrund müßte Rahn schießen, Rahn schießt .... Toooor, Toooor, Toooor !!!!!!!