Hans Lippert
Wundatlas
Kompendium der komplexen Wundbehandlung
2. überarbeitete Auflage
Georg Thieme Verlag 2006
99,00 Euro
Inhalt:
Im Wundatlas von Hans Lippert wird jeder Aspekt zum Thema Wunde" angesprochen. Das Werk gibt einen kurzen historischen Überblick, um dann weiter von den allgemeinen Grundlagen (Wundarten, Physiologie, Pathophysiologie, Wundkomplikationen und Prinzipien der Wundbehandlung) zu den speziellen Verletzungen/Krankheitsbildern zu kommen. Hierbei wird auch vor den aktuellen Problemen in unserer Gesellschaft nicht Halt gemacht. Den Verletzungen im Gesichts-/Augenbereich, den Schuss- und Explosionsverletzungen, den Wunden und Verletzungen in der Perinealregion sowie den Wunden im Kindesalter und deren jeweils forensischer Bedeutung wird ausreichend Platz eingeräumt.
Ein weiterer Schwerpunkt des Werkes liegt auf der Abhandlung der Pathogenese und Therapie der sekundär heilenden bzw. chronischen Wunden.
Abgerundet wird das Ganze noch durch einen kleinen Abschnitt über die Bedeutung der Qualitätssicherung und Krankenpflege.
Damit ist es dem Autor gelungen, alle wesentlichen Aspekte hinsichtlich dieses komplexen Bereiches darzustellen und aufzuführen. Da es sich bei Wunden hauptsächlich um oberflächlich gelegene Veränderungen im Bereich der Weichteile handelt, lassen sich diese Krankheitsbilder sehr gut inspektorisch erfassen. In diesem Zusammenhang muss die hervorragende Bebilderung des Werkes hervorgehoben werden, die der Bedeutung des Wortes Atlas" voll und ganz gerecht wird. Nahezu zu jeder Wundart findet sich mindestens ein Bild, welches das zuvor beschriebene prägnant zusammenfasst. Durch die einheitliche und gleichbleibend strukturierte Gliederung jedes Kapitels fällt es dem Leser leicht, sich schnell in einzelne Kapitel einzuarbeiten. Der Autor geht immer von allgemeinen Aspekten über die Pathophysiologie der einzelnen Wundarten zur speziellen Theorie der jeweiligen Wundart über. Ergänzt wird diese klare Strukturierung durch das Einbringen von prägnanten Abbildungen/Schemazeichnungen und Tabellen, die jeweils als kurze Zusammenfassung des Erläuterten dienen.
Zusammenfassend muss konstatiert werden, dass es dem Autor gelungen ist, ein Standardwerk zum Thema Wunde herauszubringen, was sich auch in der Empfehlung der DGfW niederschlägt. Alle wesentlichen Aspekte zu dieser Entität werden angesprochen und durch hervorragendes Bildmaterial bzw. Abbildungen ergänzt. Somit ist die Bezeichnung Wundatlas" auch gerechtfertigt.
Der Wundatlas kann all jenen Kollegen empfohlen werden, die in ihrer täglichen Praxis sich mit akuten, chronischen und infizierten Wunden auseinandersetzen müssen und die bemüht sind, die Kosten für deren Behandlung niedrig zu halten durch Anwendung suffizienter Therapiestrategien.
Allenfalls als Kritikpunkt anzumerken ist der Preis von knapp 100,-- Euro, der sich jedoch aus der optisch aufwändigen Aufarbeitung erklärt.