Wer versteht schon die Japaner und es sei hier gefragt, ob sie sich überhaupt verstehen lassen wollen?! Peter Carey schreibt in seinem Buch „Wrong about Japan" über die Gegensätze in Japan und das nichts ohne sein schattiges Spiegelbild existieren könne. Japan beginnt hinter den Puppengesichtern seiner Bewohner, hinter den Samuraimasken und den Jahrhunderten der Abschottung, Japan beginnt in der Enge der Wohnungen, welche oft in Tatamimatten gerechnet werden und es beginnt dort, wo die westliche Welt endet.
Nach der Lektüre dieses kleinen Buches weiß ich, dass ich Japan wohl doch nicht verstehen werde können, da ich es immer wieder mit westlichen Augen betrachte. Obwohl ich sogar in einer japanischen Firma gearbeitet habe und mit japanischen Kollegen sprechen und arbeiten konnte, so blieb mir doch die japanische Seele verschlossen und das ist und war auch so gewollt.
Japaner werden anders erzogen, leben anders und sind durch die Historie anders geprägt, dies führt zu einer grundverschiedenen Einstellung. Eine Ausnahme bieten nur die sehr jungen Japaner, welche westlicher sind, als ihre älteren Kollegen, doch auch sie bleiben zweifellos Japaner.
Peter Carey schreibt in seinem Buch „Wrong about Japan" über die Missverständnisse auf interkultureller Ebene, über Vorurteile und über die Kriegsnachwirkungen. Obwohl es sich im Buch hauptsächlich um eine Reise nach Japan, zum Zwecke des Studierens der Mangas (mit seinem Sohn) handelt, so zeigt sich durch die Reise doch der noch immer verschlossene Charakter von Japan. Ich persönlich glaube, dass es die Japaner dem Westen (repräsentiert durch die Amerikaner) nie verziehen haben, dass man sie gewaltsam zur Öffnung ihres Landes gezwungen hat und das sie den zweiten Weltkrieg in Asien mit einer Niederlage beschließen mussten - dieses „Credo" durchdringt auch das gesamte Buch.
Für alle Fans der Manga Kunst oder einem Faible für Asien und besonders Japan, sei dieses Buch wärmstens empfohlen, mir hat es sehr gefallen und es war leider viel zu schnell ausgelesen.