Nach allem dann doch immer wieder ihr bestes Album; hatte ich letztens volle Pulle beim Trimmdich-Radfahren im Kopfhörer, und meine sämtlichen Gehirnwindungen tanzten Samba. "Wrong" enthält eine ganze Reihe Songs, die in eingeweihten Kreisen seit dem Erscheinen der Platte (1989) das Ansehen von Klassikern genieen, in diesem Status vergleichbar mit, was-weiß-ich, "London Calling", "Holiday In Cambodia" oder sowas. "The End Of All Things" mit diesem glockigen Frauengesang im Chorus ist definitiv Bombast-Prog-Core. "Rags & Bones", fantastisches Pentatonik-Riff und mitreißender, entfernt FUGAZI-esker Refrain, "It's Catching Up", mehr Druck auf der Blase geht eigentlich nicht mehr. Bei aller Manpower und unbedingten Fingerfertigkeit zeichnet sich dieses Album (wie alle NMN-Platten) durch einen jederzeit anwesenden, unwiderstehlichen und verschrobenen Humor aus. Da ist immer ein Augenzwinkern im Comic-Wahnsinn zu erkennen. Sehr sympathisch. Rob Wrights Baßspiel ist sowieso jenseits von Gut und Böse. Im Grunde spielt er Baß und Gitarre, Andy Kerr setzt mit seinem Rasiermesser-Sound nur noch einen obendrauf. Ach ja, "All Lies" muß noch erwähnt werden. Absolut große, fast punk-pastorale Katarsis-Hymne, eins der schönsten NMN-Stücke überhaupt. "Be Strong, be wrong!" stand seinerzeit auf den T-Shirts-zum-Album. This is the RIGHT record, auch nach so vielen Jahren, wenn man auf extrem strukturierte, harte Musik für kurze Aufmerksamkeitsspannen steht.