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Wozu wollen Sie das wissen?: Elf Geschichten aus meiner Familie (Fischer Taschenbibliothek) [Gebundene Ausgabe]

Alice Munro , Heidi Zerning
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 1 (8. Juni 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596511763
  • ISBN-13: 978-3596511761
  • Originaltitel: The View From Castle Rock
  • Größe und/oder Gewicht: 14,4 x 9,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 432.167 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Alice Munro
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Alice Munro überrascht mit ihrer neuen Erzählungssammlung. Mit ihren Geschichten begibt sie sich in ihre eigene Familiengeschichte, bis zurück zu William Laidlaw im Schottland des frühen 17. Jahrhundert, als es noch Feen und Geister gab. Von dort aus nach Kanada, mit Andrew und den anderen, die meistens Schäfer, später Farmer waren, und den zahlreichen Tanten, Annie, Jenny, Mary - lauter einfachen, aber eigenwilligen Menschen, Käuzen mit seltsamen Lebensgeschichten und sehr viele von ihnen mit einer auffälligen Liebe zum schriftlichen Wort. Ob sie nun Wetternotizen machen, Erinnerungen aufschreiben oder sich richtige Geschichten ausdenken - die Tradition des Schreibens ist tief in Munros Familientradition verwurzelt. Das persönlichste Buch von Alice Munro. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Über den Autor

Alice Munro, die 1931 in Ontario geboren ist, gehört zu den renommiertesten Autorinnen der Gegenwart. Sie hat elf Erzählungsbände und einen Roman veröffentlicht. Für ihr umfangreiches literarisches Werk wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Giller Prize (2004) für »Tricks«. Alice Munro lebt in Ontario und in British Columbia. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Colin Wood TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Dieser Erzählungsband von Alice Munro ist eher untypisch, verglichen mit ihren anderen Erzählungen, aber ebenso spannend. Was ihn anders macht, ist das (auto-) biografische Element. Munro hat die Lebensläufe ihrer Ahnen väterlicherseits erforscht, die im 18. Jahrhundert aus Schottland nach Kanada eingewandert sind.

Der erste Teil des Bandes befasst sich mit ihrer Vorgeschichte ebendort. Im weiteren Verlauf verfolgt sie deren Lebensläufe in Kanada, teilweise in den USA, bis in die Gegenwart. Dabei geht es ihr nicht um die Nacherzählung vollständiger Biografien, vielmehr greift sie sich bestimmte Ereignisse aus den einzelnen Lebensläufen heraus. Dem Leben ihrer Eltern ist dabei ein besonders ausführlicher Teil gewidmet. Man erkennt Motive wieder, die bereits in anderen Erzählungen Munros Eingang fanden.

Oftmals ist ein Friedhof der Ausgangspunkt für ihre Recherchen. Bei ihren Nachforschungen in Bibliotheken, Archiven oder Kirchenbüchern stellt man ihr häufig die Titel gebende Frage "Wozu wollen Sie das wissen?" Sie stößt durchaus auf Widerstand, wenn sie erklärt, dass ihr Interesse lediglich privater Natur ist und nicht wissenschaftlichen Zwecken dient.

Es sind teilweise kuriose Geschichten, die Munro uns präsentiert. Die ärmlichen Verhältnisse in Schottland veranlassen die erste Generation, bestehend aus dem schon betagten Vater, zwei Söhnen, einer schwangeren Schwiegertochter, einer Tochter und einem kleinen Enkel, ihr Hab und Gut zu veräußern und sich nach Kanada einzuschiffen, wohin vor Jahren bereits ein anderer Sohn bzw. Bruder ausgewandert war. Aus der Armut kommt diese erste Generation auch in der Neuen Welt nicht heraus, wohl aber aus der Perspektivlosigkeit. Viele Nachkommen werden gezeugt, und viele von ihnen sterben jung, oft durch eigenes Ungeschick.

Beim Lesen dieses Buches bekommt man eine Ahnung davon, wo Munro ihre unerschöpflichen Ideen für ihre Erzählungen findet. Ein Menschenleben ist voll davon, man muss sie nur erkennen. Lesen Sie Alice Munro. Dieses Buch oder ein anderes, egal, aber lesen Sie sie. Es wird Sie bereichern.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ailis TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
Alice Munro ist bekannt für ihre Kurzgeschichten und Erzählungen und auch der vorliegende Band ist untertitelt mit "Elf Geschichten aus meiner Familie".
Es ist ein sehr persönliches und privates Buch, denn es erzählt die Geschichte ihrer Ahnen, angefangen im frühen 17. Jahrhundert in Schottland, aber auch einen Teil ihrer eigenen Geschichte, bis hinein in die ersten Jahre des 21. Jahrhunderts. Doch Alice Munro führt uns ein wenig in die Irre, denn so persönlich diese elf Geschichten auch sein mögen, sie enthüllt bereits im Vorwort, dass auch die Fiktion Einzug gehalten hat in diese kleinen Episoden über das Leben ihrer Familie. Und so sieht sich der Leser vor die Aufgabe gestellt, Wahrheit und Erdachtes voneinander zu trennen - eine wahre Mission impossible.
Aber das spielt letztlich keine Rolle, denn Alice Munro versteht ihre Leser zu fesseln. Ihre Erzählungen zeigen eine Familie, die nicht immer bekommen hat, was sie sich erhoffte. Sie zeigt die Wünsche und Sehnsüchte, die unerfüllt bleiben mussten und selten thematisiert wurden. Der Leser bekommt so das Gefühl, über diese Familie mehr zu wissen, als sie selber es je tat.
Sprachlich bewegt Alice Munro sich angenehm zwischen einer Redeweise, die dem Volk aufs Maul schaut und hervorstechender Eloquenz. So lesen die Geschichten sich leicht und flüssig, ohne ins Seichte abzudriften.
Diese liebevolle Familienchronik ist jede Seite wert, besonders, wenn man es geschafft hat, alle Männer der Familie Laidlaw mit Namen James auseinanderzuhalten - aber das nur als kleine Anekdote am Rande.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Buchdoktor HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
In den ersten Geschichten, die Alice Munro in diesem Band über ihre schottischen Vorfahren erzählt, hätte ich gern genauer gewusst, in welchem Verhältnis die genannten Personen zur Autorin stehen. Spätestens an dem Punkt, als in einer Geschichte eine Kurzgeschichte auftaucht, die in einer Zeitschrift veröffentlicht wurde, die wiederum die Schwestern Bronte lasen, hatte Alice Munro mich eingefangen. Munro geht sieben Generationen zurück zu zunächst unbekannten Vorfahren und nähert sich dann über Großvater und Vater der Gegenwart. James Laidlaw, der an Bord eines Auswandererschiffes Tagebuch führte, weist bereits auf für schottische Bauern ungewöhliche Interessen dieser Familie hin. Munros Vater nahm zusätzliche Arbeit an und begann, Füchse zu züchten, weil der Ertrag seiner Farm nicht ausreichte. In einer Familie, in der schon immer gern erzählt wurde, wundert es nicht, dass Munros Vater als alter Mann Freude am Schreiben entwickelt und ein Buch über eine schottische Auswanderfamilile schreibt. Die zweite Hälfte der Erzählungen dreht sich um Munros Jugend. In ländlicher Umgebung, in der Besucher danach beurteilt werden, ob sie melken oder ausmisten können, muss Alice mit ihrem Interesse an Büchern eine äußerst ungewöhnliche Tochter gewesen sein. Das eigenartige Interesse der Tochter am Schreiben lässt Alices Eltern fürchten, dass sie keinen Mann finden und lebensuntüchtig bleiben wird. Wie gern Alice liest, verheimlicht sie vorsichtshalber und reagiert verlegen, als ein Förderer ihre heimliche Leidenschaft entdeckt. Schlaue Mädchen wurden noch misstrauischer beobachtet als schlaue Jungen, erzählt Munro. In Russel Craig findet sie einen Jugend-Gefährten, der ihren Traum teilt, einfach unter einem blühenden Baum zu liegen und nach oben zu blicken. Die Erzählungen um die jugendliche Alice zeigen die kanadische Autorin wieder so, wie ihre Leser sie aus zahlreichen Bänden mit Erzählungen kennen. Mit ihrer Ahnenforschung und ihren Besuchen auf Friedhöfen gibt die Autorin den chronologisch aufeinanderfolgenden Erzählungen einen Rahmen und schafft für sich selbst eine Verbindung zwischen Namen und den in ihrer Erinnerung lebenden Menschen.

Die teils fiktiven, zu Beginn verwirrenden Erzählungen über Alice Munro und ihre Vorfahren werden Leser mit Interesse an Schottland, Kanada und an Auswanderer-Schicksalen ansprechen.
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