Selbstverständlich lohnt es sich noch "tapfer" zu sein. Aber dies stellt, meiner Meinung nach, auch niemand zur Debatte. Der Auftrag verlangt vom Soldaten seine Person im Ernstfall auch für Personen einzutreten, die gegen ihn protestieren. Er steht für das Recht auf Meinungsfreiheit ein und dies bedeutet auch, daß er seine eigene haben muß.
Zum eigentlichen Thema: Gerade im Hintergrund des neuen Berichtes des Beauftragten für Erziehung und Ausbildung (den ich selbst als integeren Mann kenne, der Übertreibungen meidet) stellt sich vielmehr die Frage, ob bei der obersten militärischen und auch politischen Führung die "wahre" Stimmung der Truppe ankommt, oder ob sie von oben schön geredet wird. Es ensteht in jedem Falle ein trügerisches Bild, das manche Generale auch nicht müde sind, der Truppe zu predigen. Diese hat aber oft einen ganz anderen Eindruck von der gegenwärtigen Situation. Noch mehr Mißstimmung und weniger Vertrauen sind meist die Folge. Aus eigner Erfahrung weiß ich, dass auch schon mal gerne Probleme schöngefärbt oder verschwiegen werden (notfalls mit Maulkorb). Daher ist es sehr begrüßenswert, dass ein General a.D. das Kind beim Namen nennt. Dies sollte ausreichend Stoff für eine öffentliche Diskussion geben, die, so befürchte ich, aber auch wieder von öffentlicher Seite schöngeredet wird. Es bleibt die Hoffnung, dass vielleicht doch ein paar Politiker aufwachen und einige Mißstände beseitigt. Niemand erwartet Wunder!