Die hilfreichsten Kundenrezensionen
69 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Buch vom inneren Reichtum atheistischer Mitbürger, 6. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Wozu brauche ich einen Gott?: Gespräche mit Abtrünnigen und Ungläubigen (Taschenbuch)
Wozu brauchte ich nach Deschner, Dawkins und Hitchens auch noch dieses Buch? U.a. wegen des gescheiten Vorworts von Michael Schmidt-Salomon, generell zur Ermutigung und intellektuellen Anregung und - last not least - um mal wieder herzhaft über das Christentum lachen zu können. Nämlich über die antiklerikalen Comics, die Ralf König beigesteuert hat. König ist auch einer der 22 Ungläubigen, die in diesem Buch Auskunft geben zu Fragen wie: Welche Erfahrungen mit Kirche/Religion/Gott haben Sie gemacht? Wieso sind Sie Atheist/in? Welche inneren und sozialen Konsequenzen hat das? Was gibt Ihnen Sinn und Halt im Leben? Was raten Sie anderen Menschen? Weitere prominente Autoren: u.a. Janosch, Esther Vilar, Max Kruse. Alle 22 Berichte haben ihre eigene Handschrift, schöne Gedanken und Einsichten, oft originelle Formulierungen, die kritische Sachverhalte gut auf den Punkt bringen. Neben dem letzten Beitrag von Mina Ahadi (Zentralrat der Ex-Muslime) hat mich besonders der erste Bericht beeindruckt. Eine verheiratete Mutter zweier Söhne beschreibt Jagdszenen aus dem Münsterland. Wieso sie riskieren würde, dass ihre Kinder nicht in den Himmel kämen, fragen Nachbarn. Ein Mitschüler hält einen der Söhne für ein Tier, weil dieser nicht katholisch ist. Andere erklären ihm, er müsse später in die Hölle. Berufliche Behinderungen, Anzeigen wegen Kindesmisshandlung, vor die Füße spucken, massive Sachbeschädigungen. Hut ab vor Marion Wirth und deren Mann, die sich trotz des Mobbings nicht aus Stadtlohn vertreiben lassen. Fazit: Eine gute Ergänzung zu den Schriften von Deschner (der 1956 fragte: Was halten Sie vom Christentum?") und anderen kirchen- und religionskritischen Büchern. Ein Buch, das Mut macht, sich vom christlichen Aberglauben ab- und umso mehr dem so wunderschönen und gleichzeitig fürchterlichen Diesseits zuzuwenden.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Erhellende Gespräche mit Menschen wie du und ich, 7. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Wozu brauche ich einen Gott?: Gespräche mit Abtrünnigen und Ungläubigen (Taschenbuch)
Keine Angst vor der Hölle! Ganz im Gegenteil: Wenn man Fiona Lorenz' Buch Wozu brauche ich einen Gott? - Gespräche mit Abtrünnigen und Ungläubigen" liest, erfährt man ein wichtiges Geheimnis - die Abwendung vom Glauben und einem oder mehreren der vielen postulierten Götter führt nicht ins Verderben, sondern kann sogar eine Befreiung sein, wenn auch oft eine hart erkämpfte. Die Autorin hat in ihrem Buch Interviews mit ganz verschiedenen areligiösen oder atheistischen Menschen zusammengestellt, die jedoch vieles gemeinsam haben: eine neu gewonnene Freiheit, mehr sexuelle Lust, klareres Denken und ein selbst bestimmtes und zufriedenes Leben. Unabhängig davon, ob man aus einem religiös dominierten Elternhaus kommt oder unter Atheisten groß wurde, ob man Nachhilfelehrerin, Schulleiter, Doktorand der Biologie, Journalist, Schauspielerin, Hausfrau, Künstler, Trauerredner, Unternehmerin, Jurist, Aktivistin oder Schriftsteller ist, ob man von Kirchenvertretern misshandelt oder freundlich behandelt wurde - sobald man sich auf den Weg macht, (nicht nur) die christlichen Lehren zu hinterfragen, die Originaltexte zu lesen und über die Auswirkungen nach zu denken, kommt offenbar bei fast allen Menschen die Ahnung auf, dass man ohne Religion ein besseres Leben führen könnte. Das Buch gibt aufgrund der dargestellten Vielfalt der Lebens-, Religions- und Kirchenerfahrungen einen wichtigen Impuls für alle Menschen, denen die religiösen Lehren suspekt geworden sind, und die sich neu orientieren wollen. Erhellende Interviewpassagen und treffende Illustrationen von Ralf König sorgen an vielen Stellen dabei zusätzlich für Lesevergnügen. Sicherlich wird jeder Leser eigene Erfahrungen und Gedanken in den Texten wieder finden (vor allem die längeren Interviews sind eine wahre Fundgrube) - und vielleicht zum Anlass nehmen, den nächsten entscheidenden Schritt zu wagen, um sich von religiösen Fesseln zu lösen. Ein Buch, das Mut macht und zeigt, dass man mit religionskritischen Gedanken nicht alleine ist, und dass es viele Prominente und Menschen wie du und ich gibt, die ohne Religion und Gott ein besseres Leben leben.
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23 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Das Coming-out der Säkularen, 3. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Wozu brauche ich einen Gott?: Gespräche mit Abtrünnigen und Ungläubigen (Taschenbuch)
Ungläubige werden medial unterrepräsentiert und fühlen sich oft genötigt, sich zu rechtfertigen, um nicht als psychisch, sozial und moralisch defizitär wahrgenommen zu werden. Deswegen hat die Pädagogin und Atheistin Dr. Fiona Lorenz 70 (überwiegend deutsche) Personen zu ihrem Nichtglauben befragt. Die 22 für dieses Buch ausgewählten, sorgfältig transkribierten Interviews ergeben ein facettenreiches Bild des Mutes zum Zweifel, der differenzierten Weltanschauungen sowie des Haltes, den Skeptiker im Austausch mit Mitmenschen, im intensiven Genuss des Diesseits, in Kunst, Philosophie und Naturwissenschaft finden. Dieses engagierte Buch ist ein wichtiger Beitrag dazu, dass Nichtglauben irgendwann hoffentlich "normal" und respektabel sein wird.
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