Wozu brauchte ich nach Deschner, Dawkins und Hitchens auch noch dieses Buch? U.a. wegen des gescheiten Vorworts von Michael Schmidt-Salomon, generell zur Ermutigung und intellektuellen Anregung und - last not least - um mal wieder herzhaft über das Christentum lachen zu können. Nämlich über die antiklerikalen Comics, die Ralf König beigesteuert hat. König ist auch einer der 22 Ungläubigen, die in diesem Buch Auskunft geben zu Fragen wie: Welche Erfahrungen mit Kirche/Religion/Gott haben Sie gemacht? Wieso sind Sie Atheist/in? Welche inneren und sozialen Konsequenzen hat das? Was gibt Ihnen Sinn und Halt im Leben? Was raten Sie anderen Menschen?
Weitere prominente Autoren: u.a. Janosch, Esther Vilar, Max Kruse.
Alle 22 Berichte haben ihre eigene Handschrift, schöne Gedanken und Einsichten, oft originelle Formulierungen, die kritische Sachverhalte gut auf den Punkt bringen. Neben dem letzten Beitrag von Mina Ahadi (Zentralrat der Ex-Muslime) hat mich besonders der erste Bericht beeindruckt. Eine verheiratete Mutter zweier Söhne beschreibt Jagdszenen aus dem Münsterland. Wieso sie riskieren würde, dass ihre Kinder nicht in den Himmel kämen, fragen Nachbarn. Ein Mitschüler hält einen der Söhne für ein Tier, weil dieser nicht katholisch ist. Andere erklären ihm, er müsse später in die Hölle. Berufliche Behinderungen, Anzeigen wegen Kindesmisshandlung, vor die Füße spucken, massive Sachbeschädigungen. Hut ab vor Marion Wirth und deren Mann, die sich trotz des Mobbings nicht aus Stadtlohn vertreiben lassen.
Fazit: Eine gute Ergänzung zu den Schriften von Deschner (der 1956 fragte: Was halten Sie vom Christentum?") und anderen kirchen- und religionskritischen Büchern. Ein Buch, das Mut macht, sich vom christlichen Aberglauben ab- und umso mehr dem so wunderschönen und gleichzeitig fürchterlichen Diesseits zuzuwenden.