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Wozu Systeme?
 
 
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Wozu Systeme? [Taschenbuch]

Dirk Baecker

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Dirk Baecker
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Perlentaucher.de


Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 27.04.2002
Der Verdacht, den Sammlungen zuvor publizierter Aufsätze gerne auf sich ziehen, sieht der Rezensent Peter Fuchs in diesem Fall ganz ausdrücklich nicht gerechtfertigt: die strategische Zusammenstellung und Anordnung der Texte entwickelt, meint er, eine ganz eigene "Sprengkraft". Schon der Titel erscheint ihm überaus listig: denn weder frage Baecker im Ernst nach einem Zweck von Systemen noch behaupte er zuallererst ihre Existenz. Die Theorie der Systeme betrügt sich, könnte man sagen, produktiv um sich selbst: die Systeme, ohne deren Behauptung die Theorie nicht anfangen könnte, sind eine "Gabe, die nie gegeben ist". Veranschaulicht wird das am Rechentrick von den 11 Kamelen, denen, damit die Rechnung aufgeht, ein zwölftes hinzugeschmuggelt wird, das man, am Ende der Rechnung, dann wieder ignorieren kann. Dieses zwölfte Kamel ist, für Baecker, die (systemtheoretische) Wissenschaft, ist das System. Diese hoch paradoxe Notwendigkeit des Unmöglichen ist die "Kernfigur", die in den Aufsätzen an verschiedenen Gegenständen durchgespielt wird. Zum Genuss macht das Buch, so Fuchs, dass Baecker seine - Derridas Dekonstruktion verwandte - Theoriefigur "unumständlich" formulieren kann, ohne doch den "Theorie-Insider" zu langweilen.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Wir gehen nicht davon aus, daß es Systeme gibt. Aber wir gehen mit Niklas Luhmann davon aus, daß es sinnvoll ist, "Überlegungen" anzustellen, die davon ausgehen, daß es Systeme gibt. Das heißt, wir verwenden ein Konzept zweiter Ordnung, dessen Leistung darin besteht, unser Wissen und unser Fragen anders zu sortieren als bisher - etwa ausgehend von einer Kritik der Kausalitätsprämisse und von einer Einführung des Funktionsbegriffs. Der Systembegriff beschreibt, was wir beschreiben, und er beschreibt, wie wir etwas beschreiben. Und er führt, konsequent durchgeführt, dazu, daß wir Einblick in unsere bisherige Beschreibungsweise gewinnen und beginnen, mit neuen Beschreibungen zu experimentieren. Besteht das Problem darin, daß in genau dem Moment der Beobachter eingeführt wird, in dem das System ins Stocken geraten ist? Sitzt der Beobachter etwa nicht entweder im System oder außerhalb des Systems, sondern auf der Grenze des Systems? Das würde bedeuten, daß er inaktiv ist, solange die Grenz e nicht in Frage steht, und nur aktiv wird, sobald dies der Fall ist. Ist der Beobachter selbst die Mogelei, weil es ohne ihn die Systeme nicht gäbe, die ins Stocken geraten und vom Beobachter wieder flott gemacht werden können? -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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