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Wozu Sex?: Von der Evolution der zwei Geschlechter
 
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Wozu Sex?: Von der Evolution der zwei Geschlechter [Gebundene Ausgabe]

Christian Göldenboog
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt; Auflage: 1., Aufl. (April 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421057842
  • ISBN-13: 978-3421057846
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 13,6 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.206.567 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Es erscheint uns ganz selbstverständlich, dass Fortpflanzung durch Sex stattfindet. Doch das ist keineswegs die einzige Möglichkeit: Im Tier- und Pflanzenreich gibt es auch die eingeschlechtliche und die ungeschlechtliche Fortpflanzung (bei der Klone entstehen). Und diese Methoden sind weitaus weniger aufwendig als Sex. Außerdem: Warum sollte ein Weibchen Sex überhaupt akzeptieren? Schließlich gibt es dabei nur 50 Prozent seiner Gene weiter, hat aber in der Regel 100 Prozent der Arbeit mit dem Nachwuchs. Diesem und vielen weiteren Rätseln zum Thema Sex geht der Autor in seinem Buch mit Hilfe namhafter Biologen nach.

Der Humangenetiker Luigi Luca Cavalli-Sforza bringt es auf den Punkt: “In harten Zeiten benötigt man Sex, um Vielfalt zu kreieren. Denn das ist es, was Sex bewerkstelligt: Sex verschafft Vielfalt.” – Vielfalt für eine schnellere Evolution, die zum Beispiel wichtig ist bei der Abwehr von Krankheitserregern. Vielfalt auch für neue Kombinationen “guter Gene” und das Unschädlichmachen schädlicher Mutationen. Doch ganz so einfach lässt sich Sex denn doch nicht erklären. Das zeigen die Interviews mit Wissenschaftlern wie John Maynard Smith und Kim Nasmyth. Denn immer wieder entdeckt die Evolutionsbiologie Mechanismen, die neue Fragen aufwerfen. In letzter Zeit geht es da zum Beispiel um “genomic imprinting” und um den Krieg im Mutterlaib zwischen Genen mit unterschiedlichen “Interessen”. Aber auch so grundlegende Fragen wie “Wie funktioniert Meiose?” können immer noch nicht eindeutig beantwortet werden.

Dieses Buch ist nicht nur spannend, sondern auch enorm unterhaltsam. Das liegt zum einen daran, dass der Autor mit Charme und Witz schreibt. Zum anderen machen die vielen Interviews, die in den Text eingearbeitet sind wie Dialoge in einen Roman, die behandelten Themen sehr anschaulich. Sie zeigen außerdem, über wie vieles beim Thema Sex es unterschiedliche Auffassungen unter Wissenschaftlern gibt – auch in Bezug auf sehr heikle Themen wie beispielsweise die Eugenik. Die direkte, oft ungefilterte Darstellung der Positionen der Interviewten macht es jedoch unbedingt notwendig, dass man als LeserIn mitdenkt, anstatt dieses Buch einfach wie einen spannenden Roman zu konsumieren. Doch wer kritisch liest, wird feststellen: Das steigert das Lese- und Denkvergnügen nur noch mehr. -- Gabi Neumayer

Pressestimmen

„Göldenboogs Buch bietet einen hochinformativen Überblick über den neuesten Stand der wissenschaftlichen Erforschung des Phänomens Sexualität.“ (Frankfurter Rundschau )

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen "Wie die Katze um den heißen Brei", 25. April 2007
Von 
Ingo Bading (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Wozu Sex?: Von der Evolution der zwei Geschlechter (Gebundene Ausgabe)
Ich schätze Christian Göldenboog sehr. Sein Buch "Das Loch im Walfisch - die Philosophie der Biologie" habe ich mit einem sonst eher selten erlebten Genuß und intellektuellen Gewinn gelesen. - Zwar geht es in diesem Buch weder um "die", noch in speziellerem Sinne um irgendeine "Philosophie der Biologie", dennoch wird außerordentlich amüsant und über weite Strecken wirklich "spritzig" über viele seltener beachtete Entwicklungen im biologischen Denken des 20. Jahrhunderts berichtet.

Auch an diesem neuen Buch Göldenboogs habe ich insgesamt wenig auszusetzen. Es ist bewährt informativ und über weite Strecken spritzig-amüsant zu lesen, vielleicht gerade darum, weil die Fakten und Theorien nicht mühsam systematisch geordnet und staubtrocken abgehandelt werden, sondern wie aus einem großen Füllhorn wild und bunt-fröhlich vor die Füße des Lesers geschüttet werden.

- Aber (- nun das liebe "aber" ...) zu den beiden Kapiteln über die genetische Vielfalt in heutigen menschlichen Populationen möchte ich an dieser Stelle einige Anmerkungen machen. Es handelt sich um Kapitel 7 "DAS menschliche Genom gibt es nicht - Die Bedeutung menschlicher genetischer Vielfalt" (S. 157ff) und Kapitel 8 "Mister Charles Darwin besaß die Frechheit zu fragen - Sexualität und Rasse" (S. 182ff)

Göldenboog zitiert in ihnen ausgiebig aus einem längeren Gespräch, das er mit dem "Altmeister" der menschlichen Human- und Populationsgenetik, mit dem verdienten italienischen Genetiker Luigi Lucca Cavalli-Sforza geführt hat. Und da sich auf den Gebieten dieser Kapitel in den letzten Jahren in der Forschung ungeheuer viel getan hat und tut, da darüber aber noch wenig für das deutschsprachige Lesepublikum berichtet worden ist, ist die Erwartung entsprechend hoch: Wie ist der Stand der Diskussion in den Cafeterien, in denen die heutigen Humangenetiker zusammen sitzen und sich über ihre Forschungen austauschen?

Göldenboog behandelt (für Nichtkenner sicherlich nicht sehr verständlich) die "Neutrale Theorie der Evolution" von Motoo Kimura, also "Kimura's Bombe". Leider scheint Göldenboog weder sich selbst noch auch dem Leser klar zu machen, daß die Vielfalt weitgehend selektionsneutraler Mutationen (entspricht in etwa dem Konzept der "molekularen Uhr") weltweit zum Teil völlig anders verteilt ist als die Vielfalt kodierender Gene im menschlichen Genom. Die Vielfalt der selektionsneutralen Mutationen weist die altbekannte und in der Öffentlichkeit oft wiederholte Verteilung auf, die erstmals der amerikanische Humangenetiker Richard C. Lewontin feststellte, nämlich 85 % davon gleichmäßig auf alle Menschen weltweit verteilt und nur 15 % davon unterschiedlich auf verschiedene Völker und Rassen verteilt. Aus der Feststellung dieser Verteilung hatte Lewontin schon vor vielen Jahrzehnten die Schlußfolgerung gezogen, die heute als ein Fehlschluß angesehen wird, nämlich daß die Einteilung des Menschen nach rassischen Gesichtspunkten biologisch weitgehend sinnlos sei.

Wenn das heute der Forschungsstand ist, dann muß man das auch sagen. Aber weder Göldenboog noch Cavalli-Sforza tun das in diesem Buch. Ja, man hat sogar das Gefühl, daß man den Forschungsstand so stark wie möglich zu "verwischen" trachtet. In den letzten Jahren ist immer klarer geworden, daß die Vielfalt vieler kodierender Gene und Mutationen genau anders herum verteilt ist als ursprünglich von Lewontin erwartet. Im kodierenden Genom können bis zu 80 % oder mehr der genetischen Unterschiede, der genetischen Vielfalt unterschiedlich auf die verschiedenen Völker und Rassen verteilt sein. Deshalb wirken verschiedene Medikamente in verschiedenen Völkern und Rassen auch unterschiedlich, sind angeborene Verhaltensauffälligkeiten wie ADHS ganz unteschiedlich auf Völker und Rassen verteilt und vieles andere mehr.

Es war ja gerade ein früher enger Mitarbeiter Cavallis-Sforzas, A. E. Edwards, der schon im Jahr 2003 in einer bekannten Veröffentlichung darauf hingewiesen hat, daß selbst die traditionelle Verteilung von 85/15 keinesfalls die Schlußfolgerung zuläßt, daß die Einteilung des Menschen nach Rassen biologisch sinnlos wäre. Denn auch 15 % Unterschiede sind eben (biologische) Information, wie im Anschluß daran Richard Dawkins argumentiert hat, also keine "Nicht-Information". Und diese Ansicht hat sich in den letzten Jahren in der Forschung auch bis hin zu dem weltweit führenden Humangenetiker Francis Collins durchgesetzt, der im Jahr 2000 noch heftig zurückgewiesen hatte, man würde im menschlichen Genom "Rasse" finden können. (So berichtete "Focus" letztes Jahr.)

Bestseller-Autor Richard Dawkins hatte diesen Zusammenhängen schon im Jahr 2004 (in seinem hervorragenden Buch "Ancestor's Tale") ganz klare und unzweideutige Ausführungen gewidmet, wenig später Humangenetiker wie Armand Leroi in seinem Buch "Der Tanz der Gene" als auch in einem Aufsehen erregenden Artikel in der "New York Times". Ebenso NYT-Redakteur Nicholas Wade in seinem "Before the Dawn", ebenso Mark Jobling und Mitarbeiter in ihrem "Human Evolutionary Genetics", jenes Werk, das das Standardwerk Cavalli-Sforza's abgelöst hat. Und ebenso Gregory Cochran, Henry Harpending, Steven Pinker und viele andere wichtige Autoren und Forscher.

Es ist also völlig sinnlos, um diesen "heißen Brei" noch wie die Katze herumzuschleichen, so wie das in diesen beiden Kapiteln getan wird. Wenn also Göldenboog und Cavalli-Sforza in diesen Kapiteln zum Beispiel "Lewontin's Fehlschluß" so behandeln, als ob der an anderer Stelle ebenfalls erwähnte enge Mitarbeiter Cavalli-Sforza's, A. E. Edwards, niemals einen Aufsatz zu eben diesem Thema geschrieben hätte, dann muß man zu den Ausführung dieser beiden Kapitel leider schon sagen, daß sie geradezu "Desinformation" betreiben.

Im Grunde versteht man ja ohne derartige Erläuterungen gar nicht, was uns Cavalli-Sforza eigentlich sagen will, wenn er an gleich zwei Stellen mit fast identischem Wortlaut das gleiche festgestellt, ja beschwört: "'Man muß den Tatbestand der Vielfalt einfach anerkennen,' resümiert Cavalli-Sforza." (S. 181). "'Man muß die Tatsache der Variation einfach akzeptieren', sagt Cavalli-Sforza dazu." (S. 176). Die folgenden Stellen enthalten dankenswerter Weise einige Sachinformationen - aber nur wenige Leser werden sie richtig in den Diskussions-Zusammenhang einordnen können, wenn die Dinge zuvor nicht klar beim Namen genannt worden sind:

"Ohne ein Studium dieser" (weltweiten human- und populationsgenetischen) "Vielfalt ergebe es auch wenig Sinn, so Cavalli-Sforza, medizinische Genetik zu betreiben. Wer neue Medikamente entwickeln will, der muß die Variation von Individuum zu Individuum, von Population zu Population berücksichtigen: Krankheitsgene variieren gewöhnlich ebenso stark wie diejenigen Gene, die Resistenzen verursachen. Beides beeinflußt die Sensibilität eines Individuums gegenüber Medikamenten ..." (S. 172) Aber erst über zehn Seiten - also für den Durchschnittsleser gar nicht nachvollziehbar - wird dieser Gedanke dann noch einmal fortgesponnen:

"'Viele der untersuchten DNA-Proben hängen eindeutig von den Vorlieben der Europäer und der Amerikaner ab', erläutert Cavalli-Sforza. 'Und das vermittelt immer den Eindruck, daß nur deren Variation wichtig sei. Aber die Japaner haben jetzt damit begonnen, eine eigene Sammlung aufzubauen. Das Human Genome Diversity Project hat Dependancen in Kenia, China, Indien und Pakistan. Ich habe etwas in Italien begonnen. In Deutschland arbeiten wir mit Svaante Pääbo zusammen.'" (S. 186)

Über die Intelligenz-Genetik wird in beiden Kapiteln immer nur in den abfälligsten Worten gesprochen. Aber in den beiden Absätzen zum Schluß dann indirekt doch wieder "irgendwie" (?) anerkannt: "Letztlich braucht doch jede Gesellschaft alle möglichen Typen und Talente. Basketballer oder Baseballspieler mögen nicht unbedingt so intelligent wie Universitätsprofessoren sein ..." "Aber Baseballspieler bereiten der Mehrheit der Amerikaner erheblich mehr Spaß als Universitätsprofessoren. In dieser Hinsicht sind sie wichtiger. Aber wie ich schon sagte: Die Vielfalt ist wesentlich." (S. 195)

Da in den Kapiteln von angeborener menschlicher Vielfalt die Rede war, muß man diese Sätze eben doch als indirekte Anerkennung der Möglichkeit deuten (die sich auch bei vielen der anderen genannten Autoren findet), daß eben doch sowohl sportliche Begabung wie Intelligenz-Begabung hohe Anteile erblicher Komponenten besitzen könnten und zudem - wie auch viele sonst im Kapitel genannte angeborene Krankheits-Neigungen oder Krankheitsverteidigungs-Strategien - in unterschiedlicher Häufigkeit auf geographische Regionen, Volksstämme, Völker und Rassen verteilt sind.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Entscheidende Aspekte der Sexualität kommen zu kurz, 27. September 2008
Von 
Lena Waider "Leseratte" (Wiesbaden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Wozu Sex?: Von der Evolution der zwei Geschlechter (Gebundene Ausgabe)
Leider richtet es sich sehr stark auf die genetischen Aspekte der Sexualität aus, wobei manche Kapitel auch noch aus einer problematischen Gutmenschenposition heraus formuliert zu sein scheinen.

Stiefmütterlich behandelt wird einmal mehr die sexuelle Selektion, obwohl sie maßgeblich für die ungeheure Artenvielfalt verantwortlich zeichnet. Ohne die sexuelle Selektion würde es in der Natur wohl tatsächlich primär ein Überleben der Stärksten geben. Das Verhältnis der Geschlechter wäre dann bei den Pfauen kaum anders als bei den Gorillas, und bullige, farb- und schweiflose Männchen würden Harems mit schwächeren Weibchen um sich scharen. Vermutlich gäbe es unter solchen Verhältnissen überhaupt keine Pfauen.

John Maynard Smith und der Autor diskutieren zwar fleißig über die Stellung des Feminismus zur sexuellen Selektion, nicht aber über deren Bedeutung in menschlichen Gesellschaften. Viel interessanter wäre die Frage gewesen, ob man die Lebensentwürfe beider Geschlechter (und die von den Geschlechtern erbrachten Elterninvestments) tatsächlich generell angleichen kann (was in modernen Gesellschaften angestrebt wird).

Die eigentliche Bedeutung der Sexualität für höhere Tierarten wurde für mich nicht ausreichend erklärt.
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