Dirk Baeckers ist Niklas-Luhmann-Schüler und Fachmann für Systemtheorie. Sein Ansatz in diesem Buch ist in starkem Maße sozialwissenschaftlich orientiert und versucht, den Begriff der interkulturellen Kompetenz im Blickwinkel von Globalisierung und Kultur zu behandeln.
Er kommt dabei zu dem Schluss, dass der Schlüssel für die Gegenwart nicht einfach in der Anamnese gesellschaftlicher und politischer Konstanten und Kontingenzen durch Nutzung bisher bekannter Ansätze besteht, sondern gerade durch einen einschneidenden Begriff der Kultur (und damit der kulturellen Entwicklung) ergänzt werden muss. Er greift für meine Begriffe damit einen zuvor eher als konservativ verschrieenen Begriff wieder auf und macht ihn für die Möglichkeitsformen des Zukünftigen fruchtbar, indem er seine analytisch produktive Kraft auf Politik- und Sozialsysteme der Gegenwart anwendet.
Ich halte das Buch für eine wichtige wissenschaftlich essayistische Auseinandersetzung im Hinblick auf Globalisierung und Folgen; auch dann, wenn man Baeckers fachwissenschaftlichen, sozialwissenschaftlichen Ansatz nicht unbedingt teilen mag. Für mich jedenfalls war dieses Buch überaus erhellend und weiterführend.
Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend (Weltliteratur oder Tendenz zu Weltliteratur); 4 Sterne = sehr gut, sehr zu empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert, aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.