Pressestimmen
01.11.2003 / Audimax: Ein Plädoyer für die Geisteswissenschaften "Als rein studentisches Projekt stellt das Buch ein Novum innerhalb des sonst sehr akademisch geführten Diskurses über die Geisteswissenschaften dar."
Audimax, 1. November 2003
"Als rein studentisches Projekt stellt das Buch ein Novum innerhalb des sonst sehr akademisch geführten Diskurses über die Geisteswissenschaften dar."
Kurzbeschreibung
Die Hochschulreform hat brisante Konsequenzen für die Geisteswissenschaften. Stellen werden reduziert, Förderungsmittel gestrichen und Forderungen nach mehr ökonomischer Effizienz erhoben. Doch wie soll sich die Wertschöpfung der Geisteswissenschaften in monetären Beträgen messen lassen? Dieser Band will einen schleichenden Prozess sichtbar machen und in eine öffentliche Debatte überführen. Zum Pro und Kontra nehmen Stellung Vertreter der Politik (Peter Glotz, Thomas Oppermann), Medien (Jürgen Kaube, Christine Pries), Wirtschaft (Roland Berger, Jürgen Kluge), der Schriftsteller Günter Kunert und natürlich Wissenschaftler. Die Beiträge bilden die Voraussetzung für eine produktive Auseinandersetzung mit den meist unausgesprochenen Tendenzen der Hochschulreform.
Der Verlag über das Buch
Wieviel Geisteswissenschaften braucht die Gesellschaft?
Die Geisteswissenschaften sind in der Krise: bedroht vom utilitaristischen Zeitgeist und massiven Budgeteinschnitten. Der Band macht einen schleichenden Prozess sichtbar und die Notwendigkeit einer öffentlichen Debatte deutlich.
Wer sich heute in der Öffentlichkeit als Geisteswissenschaftler zu erkennen gibt, der verfügt längst nicht mehr über das Prestige eines Studienrates oder Doktors der Philosophie wie im bildungsbeflissenen 19. Jahrhundert. Stattdessen macht vielfach das zynische Wort vom promovierten Taxifahrer die Runde, dessen Studium ihn dazu befähigt, seinem Fahrgast mit zwar geistreicher, jedoch zweckfreier Konversation die Zeit zu vertreiben. Die im Frühjahr 2003 in Hamburg angestoßene Hochschulreform hat indessen weitreichende Konsequenzen für die Geisteswissenschaften. Stellen werden reduziert, Förderungsmittel gestrichen und Forderungen nach mehr ökonomischer Effizienz erhoben. Mit den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes wird argumentiert, dass man mehr Hochschulabsolventen in den Natur- und Wirtschaftswissen-schaften braucht, weniger in den Geistes- und Kulturwissenschaften.
Die Beiträge des Bandes liefern aus unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft repräsentative Meinungen über Sinn und Zweck der Geisteswissenschaften zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Was sind ihre Aufgaben, und wie können sie diesen gerecht werden? Sind sie in einer modernen Gesellschaft unverzichtbar, und sollen auch an den Hochschulen von morgen geisteswissenschaftliche Disziplinen stark vertreten sein? Auch die Geisteswissenschaften müssen sich die Frage gefallen lassen, was sie für die gegenwärtige Kultur und Gesellschaft leisten. Zu Pro und Kontra nehmen Vertreter aus Politik, den Medien, aus der Wirtschaft, ein Schriftsteller sowie natürlich Stimmen aus den Natur- und Geisteswissenschaften Stellung. Die einzelnen Beiträge bilden die Voraussetzung für eine produktive Auseinandersetzung mit den meist unausgesprochenen Tendenzen der Hochschulreform.
Autorenkommentar
Kurzbeschreibung "Wozu Geisteswissenschaften?" Dieses Buch wurde von einer Arbeitsgruppe von Studenten unterschiedlicher Disziplinen (von Philosophie bis Mathematik) der Universität Tübingen konzipiert und realisiert. Es entstand aus dem Protest gegen die Abwertung der Geisteswissenschaften im Zuge der Hochschulreform und will zur Diskussion über dieses Thema anregen. Statt auf die üblichen Protestmärsche und Unterschriftenaktionen zu vertrauen, besannen sich die studentischen Herausgeber auf die ureigensten Tugenden der Geisteswissenschaften, und beschlossen, die Macht der Worte zu nutzen, um eine möglichst breite Öffentlichkeit auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen und die Diskussion am Leben zu erhalten. Dabei ist dieses Buch keine Nabelschau und auch keine Kampfschrift gegen andere Wissenschaftsbereiche, sondern vielmehr ein Forum für eine kontroverse Diskussion. Es versammelt Originalbeiträge von 22 namhaften Autoren aus Wissenschaft (u.a. Dieter Langewiesche, Jürgen Wertheimer, Joachim Starbatty) Politik (Peter Glotz, Thomas Oppermann, Ernst-Wolfgang Böckenförde), Wirtschaft (Roland Berger, Jürgen Kluge) und Medien (Jürgen Kaube, Christine Pries), die zum Stellenwert geisteswissenschaftlicher Forschung in der heutigen Gesellschaft Stellung nehmen. So werden die Geisteswissenschaften, ihr Anspruch, ihr Zustand und ihre Aufgaben neben der Selbsteinschätzung namhafter Geisteswissenschaftler aus den Perspektiven von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft sowie der Warte der Wirtschafts- und Naturwissenschaften betrachtet und analysiert. Das Resultat ist eine Mischung erhellender Ansichten und Einsichten, die Stoff zum Nachdenken und zur Diskussion über den Wert und die Chancen geisteswissenschaftlicher Forschung und Bildung gerade für die heutige Gesellschaft liefern.
Über den Autor
Steffen Seischab, geboren 1969, ist Historiker, Promotion über das Werk Georges Dubys. Forschungsschwerpunkt: Geschichte des Mittelalters.