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Wozu Geisteswissenschaften?: Kontroverse Argumente für eine überfällige Debatte
 
 
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Wozu Geisteswissenschaften?: Kontroverse Argumente für eine überfällige Debatte [Broschiert]

Florian Keisinger , Steffen Seischab , Markus Müller , Timo Lang , Angelika Steinacher , Christine Wörner
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 15,90 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
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Produktinformation

  • Broschiert: 197 Seiten
  • Verlag: Campus Verlag; Auflage: 1 (15. September 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 359337336X
  • ISBN-13: 978-3593373362
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 14,8 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.147.667 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

01.11.2003 / Audimax: Ein Plädoyer für die Geisteswissenschaften "Als rein studentisches Projekt stellt das Buch ein Novum innerhalb des sonst sehr akademisch geführten Diskurses über die Geisteswissenschaften dar."

Audimax, 1. November 2003

"Als rein studentisches Projekt stellt das Buch ein Novum innerhalb des sonst sehr akademisch geführten Diskurses über die Geisteswissenschaften dar."

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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Wozu Geisteswissenschaften?, 4. Oktober 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Wozu Geisteswissenschaften?: Kontroverse Argumente für eine überfällige Debatte (Broschiert)
Die Autoren, darunter klingende Namen wie Roland Berger und Peter Glotz, entfalten ebenso einleuchtende wie kontroverse (teilweise auch eher undurchsichtige und widersinnige) Argumente zum Zustand, der Aufgabe und der Zukunft der Geisteswissenschaften in unserer Gesellschaft. Dabei hebt sich dieser Band von anderen Publikationen zu diesem vieldiskutierten Thema nicht nur durch die verschiedenen Hintergründe der Autoren und die Bandbreite ihrer Beiträge ab, sondern vor allem dadurch, dass der Sammelband nicht von Professoren oder Politikern herausgegeben wird, sondern Ergebnis einer studentischen Initiative ist. Da sage noch einer, der Nachwuchs sei desinteressiert und passiv! Wieso dieser Umstand etwas verschämt unter den Teppich gekehrt wird (erst im Vorwort stolpert der Leser über diese Information), ist nicht klar. So bleibt das Potential des Buches ungenutzt, da es seine Reichweite ohne Not begrenzt.

Wie also ist der Zustand der Geisteswissenschaften in Deutschland? Vor welchen Problemen stehen sie? Was haben sie zu bieten? Wieso soll eine Gesellschaft, in der es an allen Ecken und Enden fehlt, sie fördern?
Etwas einfach macht es sich Peter Glotz, wenn er die Krise der Geisteswissenschaften als ausschließlich durch „Obskurantismus", Politisierung und Spezialistentum hausgemacht darstellt. Glotz ist wohl auch zu optimistisch mit seiner Behauptung, zerstören könnten die Geisteswissenschaften nicht die Politik, sondern nur sie selbst.
Auch der inzwischen abgewählte niedersächsische Wissenschaftsminister Thomas Oppermann, dessen Äußerungen im Interview darauf hinauslaufen, dass es keine wirkliche Krise gebe, alles in bester Ordnung sei und die klagenden Forscher sich höchstens stärker um überreichlich vorhandene Fördermittel bemühen müssten, scheint eine Ausbildung zum Schönfärber erfolgreich absolviert zu haben. Ob sein Modell der Stiftungsuniversität nach amerikanischem Vorbild der den deutschen Hochschulen neues Leben einhauchen kann, ist zumindest zweifelhaft.
Der Verfassungsrechtler Ernst-Wolfgang Böckenförde stellt in seinem konzisen Text fest, was die zentralen Funktionen der geisteswissenschaftlichen Forschung und Lehre sind, die sie unverzichtbar machen: „Sie bewahren, erweitern und vermitteln je von neuem das Wissen über die eigene Sprache, Geschichte, Literatur und Kunst", legen damit die „Grundlage für das Verständnis der Welt, in der man lebt", sind zuständig „für die Vermittlung von Wissen, Reflexion und daraus hervorgehender Urteilskraft".
Das Unglück der Geisteswissenschaften ist, wie der Historiker Dieter Langewiesche erklärt, dass die Politik vor allem auf Wissenschaftszweige setzt, die sofort oder in nicht zu ferner Zukunft technologischen, wirtschaftlichen oder biologisch-medizinischen - vor allem aber: messbaren - Nutzen versprechen. Und wer seine gesellschaftliche Nützlichkeit nicht in Zahlen, besser noch in Euro und Cent, ausdrücken kann, gehört in Zeiten leerer Kassen zu den Verlierern.

Die interessanteste Erkenntnis, die sich aus Langewiesches Text ergibt, ist jedoch, dass die Krise, in der sich die Geisteswissenschaften finden, durchaus auch selbstverschuldet ist, wenn auch nur dadurch, dass sie ihren Beitrag zum „Standort Deutschland" nicht deutlich genug für sich reklamieren, ihren Erfolg nicht selbstbewusst genug herausposaunen: denn gerade ein Umstand, der den Geisteswissenschaften oft zum Vorwurf gemacht wird, nämlich dass sie nicht für bestimmte Berufszweige ausbilden und ihr Studium nur in Ansätzen strukturiert ist, ist gerade heute, wo ständig neue Berufsfelder und -bilder entstehen und der Arbeitsmarkt sich schneller ändert, als neue Ausbildungsgänge geschaffen werden können, ein Pfund mit dem sich wuchern lässt. Langewiesches Satz vom Geisteswissenschaftler als praktizierendem Marktwirtschaftler hat das Zeug zum Slogan.
Die Thesen, die in diesem Band vorgebracht werden, sollten sich also auch Politiker zu Herzen nehmen, bevor sie am jüngst wieder unrühmlich in die Schlagzeilen gekommenen deutschen Bildungssystem weiter herumkürzen. Den wie der Volkswissenschaftler Joachim Starbatty bemerkt: der ist ein schlechter Ökonom, der nichts als ein Ökonom ist, und wer sich nur auf das quantifizierbare Verhältnis von Input und Output verlässt, und dabei Geschichte, Literatur und Philosophie außer acht lässt, dem entgeht wesentliches, und er schadet sich letztlich selbst.

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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Wozu Geisteswissenschaften, 30. September 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Wozu Geisteswissenschaften?: Kontroverse Argumente für eine überfällige Debatte (Broschiert)
Die Autoren, darunter klingende Namen wie Roland Berger und Peter Glotz, entfalten ebenso einleuchtende wie kontroverse (teilweise auch eher undurchsichtige und widersinnige) Argumente zum Zustand, der Aufgabe und der Zukunft der Geisteswissenschaften in unserer Gesellschaft. Dabei hebt sich dieser Band von anderen Publikationen zu diesem vieldiskutierten Thema nicht nur durch die verschiedenen Hintergründe der Autoren und die Bandbreite ihrer Beiträge ab, sondern vor allem dadurch, dass der Sammelband nicht von Professoren oder Politikern herausgegeben wird, sondern Ergebnis einer studentischen Initiative ist. Da sage noch einer, der Nachwuchs sei desinteressiert und passiv! Wieso dieser Umstand etwas verschämt unter den Teppich gekehrt wird (erst im Vorwort stolpert der Leser über diese Information), ist nicht klar. So bleibt das Potential des Buches ungenutzt, da es seine Reichweite ohne Not begrenzt.

Wie also ist der Zustand der Geisteswissenschaften in Deutschland? Vor welchen Problemen stehen sie? Was haben sie zu bieten? Wieso soll eine Gesellschaft, in der es an allen Ecken und Enden fehlt, sie fördern?
Etwas einfach macht es sich Peter Glotz, wenn er die Krise der Geisteswissenschaften als ausschließlich durch „Obskurantismus", Politisierung und Spezialistentum hausgemacht darstellt. Glotz ist wohl auch zu optimistisch mit seiner Behauptung, zerstören könnten die Geisteswissenschaften nicht die Politik, sondern nur sie selbst.
Auch der inzwischen abgewählte niedersächsische Wissenschaftsminister Thomas Oppermann, dessen Äußerungen im Interview darauf hinauslaufen, dass es keine wirkliche Krise gebe, alles in bester Ordnung sei und die klagenden Forscher sich höchstens stärker um überreichlich vorhandene Fördermittel bemühen müssten, scheint eine Ausbildung zum Schönfärber erfolgreich absolviert zu haben. Ob sein Modell der Stiftungsuniversität nach amerikanischem Vorbild der den deutschen Hochschulen neues Leben einhauchen kann, ist zumindest zweifelhaft.
Der Verfassungsrechtler Ernst-Wolfgang Böckenförde stellt in seinem konzisen Text fest, was die zentralen Funktionen der geisteswissenschaftlichen Forschung und Lehre sind, die sie unverzichtbar machen: „Sie bewahren, erweitern und vermitteln je von neuem das Wissen über die eigene Sprache, Geschichte, Literatur und Kunst", legen damit die „Grundlage für das Verständnis der Welt, in der man lebt", sind zuständig „für die Vermittlung von Wissen, Reflexion und daraus hervorgehender Urteilskraft".
Das Unglück der Geisteswissenschaften ist, wie der Historiker Dieter Langewiesche erklärt, dass die Politik vor allem auf Wissenschaftszweige setzt, die sofort oder in nicht zu ferner Zukunft technologischen, wirtschaftlichen oder biologisch-medizinischen - vor allem aber: messbaren - Nutzen versprechen. Und wer seine gesellschaftliche Nützlichkeit nicht in Zahlen, besser noch in Euro und Cent, ausdrücken kann, gehört in Zeiten leerer Kassen zu den Verlierern.

Die interessanteste Erkenntnis, die sich aus Langewiesches Text ergibt, ist jedoch, dass die Krise, in der sich die Geisteswissenschaften finden, durchaus auch selbstverschuldet ist, wenn auch nur dadurch, dass sie ihren Beitrag zum „Standort Deutschland" nicht deutlich genug für sich reklamieren, ihren Erfolg nicht selbstbewusst genug herausposaunen: denn gerade ein Umstand, der den Geisteswissenschaften oft zum Vorwurf gemacht wird, nämlich dass sie nicht für bestimmte Berufszweige ausbilden und ihr Studium nur in Ansätzen strukturiert ist, ist gerade heute, wo ständig neue Berufsfelder und -bilder entstehen und der Arbeitsmarkt sich schneller ändert, als neue Ausbildungsgänge geschaffen werden können, ein Pfund mit dem sich wuchern lässt. Langewiesches Satz vom Geisteswissenschaftler als praktizierendem Marktwirtschaftler hat das Zeug zum Slogan.
Die Thesen, die in diesem Band vorgebracht werden, sollten sich also auch Politiker zu Herzen nehmen, bevor sie am jüngst wieder unrühmlich in die Schlagzeilen gekommenen deutschen Bildungssystem weiter herumkürzen. Den wie der Volkswissenschaftler Joachim Starbatty bemerkt: der ist ein schlechter Ökonom, der nichts als ein Ökonom ist, und wer sich nur auf das quantifizierbare Verhältnis von Input und Output verlässt, und dabei Geschichte, Literatur und Philosophie außer acht lässt, dem entgeht wesentliches, und er schadet sich letztlich selbst.

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