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Woyzeck. Kritische Lese- und Arbeitsausgabe.
 
 
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Woyzeck. Kritische Lese- und Arbeitsausgabe. [Taschenbuch]

Georg Büchner , Lothar Bornscheuer
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (42 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Eigentlich hat es das Jahrhundertdrama Woyzeck nie gegeben. Bekanntlich hat Georg Büchner seine wohl im Sommer 1836 in krakliger, nahezu unleserlicher Handschrift im Straßburger Exil begonnene Tragödie über den kleinen Soldaten, den eine übermächtige Umwelt und der eigene Wahnsinn zum Mord an seiner Geliebten treiben, nie zum Abschluß gebracht: Es existieren nur diverse Neu-, Lese- und Bühnenfassungen, von denen jede beansprucht, authentischer als die anderen zu sein.

Selbst diese Rekonstruktionen aber illustrieren Büchners bestechende dramaturgische Meisterschaft: Wie es ihm in einer fast filmisch scharf geschnittenen Szenenfolge gelingt, Woyzecks Vorgesetzten mit wenigen Worten als hilflosen Unmenschen zu karikieren, der sich in Tautologien verheddert ("Moral ist, wenn man moralisch ist"), oder den kantianischen Doktor bloßzustellen, der den armen Titelhelden für "ein paar Groschen täglich" als Versuchstier mißbraucht, ist in der deutschen Literatur ohne Parallele.

Als schließlich der schneidige Tambourmajor wie ein Gockel beim Zapfenstreich vor Woyzecks Geliebter Marie herumstolziert, um sie zu verführen, ist die Menagerie männlicher Triebe vollständig und mit knappsten Mitteln vorgeführt. Denn auch in den Regieanweisungen herrscht eine rationelle Perfektion, die langes Reden überflüssig macht: Wenn Büchner seinen Woyzeck zum Stöckeschneiden aufs freie Feld schickt, dann ist sein niederer Militärrang wie nebenbei ausreichend eingeführt. Und wenn er Marie in ihrer Kammer zeigt, wie sie sich selbst mit den Ohrringen des Tambourmajors in einer spitzen Scherbe spiegelt, kommt einem unweigerlich Gretchens Sehnsucht nach dem Besitz des mephistophelischen Hals- und Ohrschmucks in Goethes Faust in den Sinn. Besser -- und anspielungsreicher -- kann man kaum schreiben: Jede Metapher des Dramas spitzt das Geschehen etwas mehr auf das grausige Ende zu: Da nämlich zieht Woyzeck seiner Marie mit dem Messer ein blutiges "Halsband" über die Kehle. Gemeinhin gilt Woyzeck als erstes soziales Drama und damit als gravierender Einschnitt der deutschen Literaturgeschichte. Tatsächlich erzählt es von der unausweichlichen Ungerechtigkeit und Grausamkeit der Welt: Radikaler noch als in Büchners Dantons Tod ist hier das Scheitern revolutionärer Ideale, das Ende der Geschichte, in jeden Satz mit eingekerbt. Als Woyzeck dem Hauptmann beim Rasieren das Messer an den Hals setzt, ohne sich der machtvollen Möglichkeiten seines Tuns bewußt zu sein, ist dies aufs Anschaulichste ausgedrückt. Es ist ein ungeheuer dichtes Bild voll rätselhafter, erschreckender Poesie -- auch was das angeht, ist vielleicht nur Büchners unterschätzte Komödie Leonce und Lena mit ihrer absurden Komik noch ein wenig schöner.

"Er läuft ja wie ein offenes Rasiermesser durch die Welt", bemerkt der Hauptmann einmal über Woyzeck, "man schneidet sich an ihm". An dieser politischen und sprachlichen Schärfe hat auch Büchners sezierendes Drama bis heute nichts verloren. --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Inge Diersen, Zeitschrift für Germanistik 1/1986

ie Ausgabe macht den originalen Büchnertext - endlich - für jeden Interessierten zugänglich. Der Band schließt mit einem Essay Poschmanns zu den "Problemen der "Woyzeck"-Edition, in dem er u. a. eine informative Darstellung der Überlieferungsgeschichte und der Textlage bringt, und zwei Übersichten. Die erste erfaßt - und das geschieht in dieser Form in der "Woyzeck"-Forschung erstmalig - sehr instruktiv und aussagekräftig die Entfaltung des Figurenfeldes und die Veränderung der Figurennamen und -bezeichnungen, wie sie an den Entstehungsstufen ablesbar ist. Die zweite dokumentiert, aus welchem Textmaterial sich die "Werkfassung" zusammensetzt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Manfred Weber über seine Inszenierung von

Es gibt eine sehr gute Fassung von Henri Poschmann. Seine Fassung ist bestimmt von einem entstehungsgeschichtlichen Interesse und von einem theatralischen. Ich habe gemerkt, daß diese Fassung durch eine Mehrzahl von Figuren ein größeres gesellschaftliches Panorama entwickelt. Das ist die Textvorlage für Dzevad Karahasans neue Übersetzung. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Uwe Lehmann, Gymnasium in Niedersachsen, 41. Jg., 4/5 93, September 1993

Jeder Deutschlehrer kennt die Fülle unterschiedlicher Anordnungen in der Szenenfolge von Büchners "Woyzeck". Sie ist symptomatisch für die Textüberlieferung des mit 24 Jahren allzu früh Verstorbenen. Henri Poschmann, durch mehrere Veröffentlichungen zur Textgeschichte und durch Einzeluntersuchungen zum Werk Georg Büchners bereits bestens legitimiert, hat nunmehr eine grundlegende und allen Ansprüchen genügende Ausgabe der Schriften Büchners in Angriff genommen. Die von Poschmann in Zusammenarbeit mit seiner Frau besorgte Edition der Dichtungen und Übersetzungen Büchners besticht durch die sorgfältige und jederzeit belegte Vorgehensweise bei der Texterstellung. Mit dem abschließenden zweiten Band "Schriften. Briefe, Dokumente" wird eine Gesamtausgabe vorliegen, die in keiner Lehrerbibliothek fehlen sollte. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Werner Ripper, Informationen für den Geschichts- und Gemeinschaftskundelehrer, Verband der Geschichtslehrer Deutschlands, Frankfurt am Main, Jg. 1993, Heft 46

Sicherlich kam bereits bei der souveränen Bewältigung der Probleme der Textkonstitution Henri Poschmann der Umstand zustatten, daß er seit langen Jahren zur Phalanx der renommierten Büchner-Forscher zu rechnen ist (zu verweisen wäre vornehmlich auf seine bahnbrechende Monographie "Georg Büchner. Dichtung der Revolution und Revolution der Dichtung"). Diese intime Kennerschaft spielt Poschmann vor allem im Kommentar aus, in dem er die Ergebnisse der enorm angeschwollenen Büchner-Forschung sich kompetent und weiterführend zunutze macht. Was hier an aufhellender Information und konkreter Verständnishilfe in luzider Form und übergreifender Verknüpfung dem Benutzer an die Hand gegeben wird, verdient höchste Bewunderung. Selbst der Kundige ist vor punktuellen Überraschungen nicht sicher. Dem Verlag gebührt Dank für die technische Umsetzung, die mit der inhaltlichen Qualität Schritt hält und mit der weithin üblich gewordenen formalen Sorglosigkeit nichts gemein hat -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Günter Hartung, brücken 1986/87

Die Handschriften verraten ein zähes, faszinierendes Ringen um die gleichermaßen exakte wie poetische Gestaltung. Bei der Analyse dieses Prozesses kann man sich jetzt auf die vorzügliche Edition Henri Poschmanns stützen, welche nicht nur die bisher überzeugendste "kombinierte Werkfassung", sondern auch die BUchnerschen Einzelentwürfe (es sind im wesentlichen vier) nach dem letzten Stand der Entzifferung und textgenetiscnen Anordnung darbietet. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Manfred Weber über seine Inszenierung von "Woyzeck" am Nationaltheater in Sarajevo, Goethe-Institut Aktuell 1999

Es gibt eine sehr gute Fassung von Henri Poschmann. Seine Fassung ist bestimmt von einem entstehungsgeschichtlichen Interesse und von einem theatralischen. Ich habe gemerkt, daß diese Fassung durch eine Mehrzahl von Figuren ein größeres gesellschaftliches Panorama entwickelt. Das ist die Textvorlage für Dzevad Karahasans neue Übersetzung. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Inge Diersen, Zeitschrift für Germanistik 1/1986

Die Ausgabe macht den originalen Büchnertext - endlich - für jeden Interessierten zugänglich. Der Band schließt mit einem Essay Poschmanns zu den "Problemen der 'Woyzeck'-Edition", in dem er u. a. eine informative Darstellung der Überlieferungsgeschichte und der Textlage bringt, und zwei Übersichten. Die erste erfaßt - und das geschieht in dieser Form in der "Woyzeck"-Forschung erstmalig - sehr instruktiv und aussagekräftig die Entfaltung des Figurenfeldes und die Veränderung der Figurennamen und -bezeichnungen, wie sie an den Entstehungsstufen ablesbar ist. Die zweite dokumentiert, aus welchem Textmaterial sich die "Werkfassung" zusammensetzt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Kurzbeschreibung

Die Reihe Königs Erläuterungen ist eine verlässliche und bewährte Lektürehilfe für Schüler und weiterführende Informationsquelle für Lehrer und andere Interessierte: verständlich, übersichtlich und prägnant.
Mithilfe der ausführlichen Inhaltsangabe, Informationen zu Leben und Werk des Autors, zur Textanalyse und -interpretation sowie den prüfungsrelevanten Musteraufgaben mit Lösungsansätzen sind Schüler bestens auf das Abitur, Prüfungen und Referate zum Thema Literatur vorbereitet. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiert .

Amazon.de bewertet für Sie

Das bietet die Reihe „Klett Lektürehilfen“: Ob Drama, Prosa oder Lyrik: Seit vielen Jahren liefern die Lektürehilfen von Klett eine verlässliche Orientierung über die wichtigsten Werke der Weltliteratur -- zumindest jene, die ihren festen Platz im Kanon für den Literaturunterricht der Mittel- und Oberstufe haben. Der Schwerpunkt der Reihe liegt auf der deutschsprachigen Literatur, aber auch mancher englischsprachige Klassiker ist vertreten.

Die regelmäßig aktualisiert neuaufgelegten Bände befinden sich in den allermeisten Fällen auf der Höhe der neuesten literaturwissenschaftlichen Forschung. Sie bieten eine verlässliche Darstellung des Inhalts und möglicher Interpretationen des einzelnen Werks und zeichnen sich durchweg durch eine klare Struktur und einen folgerichtigen Aufbau aus. Indem sie das jeweilige Werk und seinen Autor in den jeweiligen Zeit- und Gesellschaftsbezügen verständlich machen, weiten Klett-Lektürehilfen den Horizont des Lesers und stellen Bezüge her, die über das Werk hinausweisen und seine (literatur-)geschichtliche Einordnung ermöglichen. Die neuesten Ausgaben bieten in einem eigenen Teil eine Auswahl möglicher Abitur-Fragen mit Lösungen. Zur Vorbereitung auf Referat, Klausur oder Prüfung unbedingt empfehlenswert! -- Alexander Dohnberg -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiert .

Der Verlag über das Buch

"Woyzeck" zählt zu den meistgespielten Dramen des 19. Jahrhunderts. Es hat wie wohl kein anderes Werk dieser Gattung auf die Entwicklung des Dramas wie auf die Theatergeschichte eingewirkt. Die vier fragmentarischen "Woyzeck"-Handschriften konnten bis heute nicht vollständig entziffert werden. Henri Poschmann hat in der nun im insel taschenbuch vorliegenden Ausgabe den neu erschlossenen Text in zwei verschiedenen Darbietungsformen zusammengestellt. So soll das Werk zum einen in seinem Zusammenhang, soweit es sich aus den getrennt überlieferten Teilen mit Sicherheit erschließen läßt, als lesbares Ganzes vorgestellt werden, zum anderen aber soll mit dem vollständigen Textbestand der Entwürfe in ihrem Entstehungszusammenhang auch der Arbeitsprozeß, der sich darin abzeichnet, umfassend dokumentiert werden. Mit der Edition des Woyzeck in dieser speziellen Form wird eine erfaßbare, anschauliche Darbietung des Handschriftenbildes mit einem Maximum an Indizien für die Texterschließung erreicht. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Der Autor über sein Buch

Was übrigens die sogenannte Unsittlichkeit meines Buchs angeht, so habe ich Folgendes zu antworten: der dramatische Dichter ist in meinen Augen nichts, als ein Geschichtschreiber, steht aber ü b e r Letzterem dadurch, daß er uns die Geschichte zum zweiten Mal erschafft und uns gleich unmittelbar, statt eine trockne Erzählung zu geben, in das Leben einer Zeit hinein versetzt, uns statt Charakteristiken Charaktere, und statt Beschreibungen Gestalten gibt. Seine höchste Aufgabe ist, der Geschichte, wie sie sich wirklich begeben, so nahe als möglich zu kommen. Sein Buch darf weder s i t t l i c h e r noch u n s i t t l i c h e r sein, als die G e s c h i c h t e s e l b s t. [...] Der Dichter ist kein Lehrer der Moral, er erfindet und schafft Gestalten, er macht vergangene Zeiten wieder aufleben, und die Leute mögen dann daraus lernen, so gut, wie aus dem Studium der Geschichte und der Beobachtung dessen, was im menschlichen Leben um sie herum vorgeht. [...] ! Wenn man mir übrigens noch sagen wollte, der Dichter müsse die Welt nicht zeigen wie sie ist, sondern wie sie sein solle, so antworte ich, daß ich es nicht besser machen will, als der liebe Gott, der die Welt gewiß gemacht hat, wie sie sein soll. Was noch die sogenannten Idealdichter anbetrifft, so finde ich, daß sie fast nichts als Marionetten mit himmelblauen Nasen und affektiertem Pathos, aber nicht Menschen von Fleisch und Blut gegeben haben, deren Leid und Freude mich mitempfinden macht, und deren Tun und Handeln mir Abscheu oder Bewunderung einflößt. Mit einem Wort, ich halte viel auf Goethe und Shakspeare, aber sehr wenig auf Schiller. Daß übrigens noch die ungünstigsten Kritiken erscheinen werden, versteht sich von selbst; denn die Regierungen müssen doch durch ihre bezahlten Schreiber beweisen lassen, daß ihre Gegner Dummköpfe oder unsittliche Menschen sind. (Georg Büchner über sein Drama "Danton's Tod", am 28. Juli 1835 an die Familie) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Klappentext

Die Aufklärung der Bezugsverhältnisse zwischen den vier erhaltenen Teilniederschriften Büchners ergibt, daß die Produktion des "Woyzeck" als integrales Werkganzes weiter gediehen ist, als die schwierige Überlieferungslage es letzthin noch vermuten ließ. Darauf beruht die Rekonstruktion des bisher wortgetreusten und vollständigsten Gesamttextes dieser Ausgabe. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Über den Autor

Georg Büchner (1813 - 1837), der jungverstorbene Sozialrevolutionär, Naturwissenschaftler und geniale Dichter, hat in den wenigen Jahren seines Lebens Großes geschaffen: 'Dantons Tod' erschien zu Lebzeiten (1835), Werke wie 'Lenz', 'Woyzeck' und 'Leonce und Lena'postum.
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