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Woyzeck. Kritische Lese- und Arbeitsausgabe.
 
 
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Woyzeck. Kritische Lese- und Arbeitsausgabe. [Taschenbuch]

Georg Büchner , Lothar Bornscheuer
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (41 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 96 Seiten
  • Verlag: Reclam Philipp Jun. (1972)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150093473
  • ISBN-13: 978-3150093474
  • Größe und/oder Gewicht: 14,6 x 9,2 x 0,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (41 Kundenrezensionen)
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Eigentlich hat es das Jahrhundertdrama Woyzeck nie gegeben. Bekanntlich hat Georg Büchner seine wohl im Sommer 1836 in krakliger, nahezu unleserlicher Handschrift im Straßburger Exil begonnene Tragödie über den kleinen Soldaten, den eine übermächtige Umwelt und der eigene Wahnsinn zum Mord an seiner Geliebten treiben, nie zum Abschluß gebracht: Es existieren nur diverse Neu-, Lese- und Bühnenfassungen, von denen jede beansprucht, authentischer als die anderen zu sein.

Selbst diese Rekonstruktionen aber illustrieren Büchners bestechende dramaturgische Meisterschaft: Wie es ihm in einer fast filmisch scharf geschnittenen Szenenfolge gelingt, Woyzecks Vorgesetzten mit wenigen Worten als hilflosen Unmenschen zu karikieren, der sich in Tautologien verheddert ("Moral ist, wenn man moralisch ist"), oder den kantianischen Doktor bloßzustellen, der den armen Titelhelden für "ein paar Groschen täglich" als Versuchstier mißbraucht, ist in der deutschen Literatur ohne Parallele.

Als schließlich der schneidige Tambourmajor wie ein Gockel beim Zapfenstreich vor Woyzecks Geliebter Marie herumstolziert, um sie zu verführen, ist die Menagerie männlicher Triebe vollständig und mit knappsten Mitteln vorgeführt. Denn auch in den Regieanweisungen herrscht eine rationelle Perfektion, die langes Reden überflüssig macht: Wenn Büchner seinen Woyzeck zum Stöckeschneiden aufs freie Feld schickt, dann ist sein niederer Militärrang wie nebenbei ausreichend eingeführt. Und wenn er Marie in ihrer Kammer zeigt, wie sie sich selbst mit den Ohrringen des Tambourmajors in einer spitzen Scherbe spiegelt, kommt einem unweigerlich Gretchens Sehnsucht nach dem Besitz des mephistophelischen Hals- und Ohrschmucks in Goethes Faust in den Sinn. Besser -- und anspielungsreicher -- kann man kaum schreiben: Jede Metapher des Dramas spitzt das Geschehen etwas mehr auf das grausige Ende zu: Da nämlich zieht Woyzeck seiner Marie mit dem Messer ein blutiges "Halsband" über die Kehle. Gemeinhin gilt Woyzeck als erstes soziales Drama und damit als gravierender Einschnitt der deutschen Literaturgeschichte. Tatsächlich erzählt es von der unausweichlichen Ungerechtigkeit und Grausamkeit der Welt: Radikaler noch als in Büchners Dantons Tod ist hier das Scheitern revolutionärer Ideale, das Ende der Geschichte, in jeden Satz mit eingekerbt. Als Woyzeck dem Hauptmann beim Rasieren das Messer an den Hals setzt, ohne sich der machtvollen Möglichkeiten seines Tuns bewußt zu sein, ist dies aufs Anschaulichste ausgedrückt. Es ist ein ungeheuer dichtes Bild voll rätselhafter, erschreckender Poesie -- auch was das angeht, ist vielleicht nur Büchners unterschätzte Komödie Leonce und Lena mit ihrer absurden Komik noch ein wenig schöner.

"Er läuft ja wie ein offenes Rasiermesser durch die Welt", bemerkt der Hauptmann einmal über Woyzeck, "man schneidet sich an ihm". An dieser politischen und sprachlichen Schärfe hat auch Büchners sezierendes Drama bis heute nichts verloren. --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Inge Diersen, Zeitschrift für Germanistik 1/1986

ie Ausgabe macht den originalen Büchnertext - endlich - für jeden Interessierten zugänglich. Der Band schließt mit einem Essay Poschmanns zu den "Problemen der "Woyzeck"-Edition, in dem er u. a. eine informative Darstellung der Überlieferungsgeschichte und der Textlage bringt, und zwei Übersichten. Die erste erfaßt - und das geschieht in dieser Form in der "Woyzeck"-Forschung erstmalig - sehr instruktiv und aussagekräftig die Entfaltung des Figurenfeldes und die Veränderung der Figurennamen und -bezeichnungen, wie sie an den Entstehungsstufen ablesbar ist. Die zweite dokumentiert, aus welchem Textmaterial sich die "Werkfassung" zusammensetzt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .


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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen gute Übersicht, 2. Februar 2007
Das hier wird eine Rezension zu der Mentor Lektürehilfe zu Georg Büchners Woyzeck. Schließlich ist das ja auch der Artikel, der hier rezensiert werden soll... ob das Drama gefällt oder nicht, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle.

Die Lektürehilfe stellt den Inhalt des Dramas sehr kurz gefasst und übersichtlich dar. Ergänzt wird das ganze durch zahlreiche Schaubilder. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hier nicht um eine Interpretationshilfe, sondern um eine Lektürenhilfe. Dementsprechend kurz sind auch die Interpretationsansätze gehalten. Sie sollen lediglich zum besseren Verstehen und Erfassen des Inhalts dienen und einen Denkanstoß geben, bzw. eine Interpretationsrichtung einleiten. Die Interpretation an sich, bleibt jedoch dem Leser überlassen. Die Lektürenhilfe konzentriert sich sehr darauf, dem Leser einen Überblick über das gesamte Drama zu verschaffen, indem viel Wert auf die Charaktere und deren Beziehungen zueinander, als auch auf den historischen Hintergrund der Charaktere oder des Autors gelegt wird.

Mir hat die Lektürehilfe in der Vorbereitung auf die Klausur geholfen, aber besonders jetzt, während der Vorbereitung auf das Abitur, kann man mit ihr vergessenes sehr gut wieder in Erinnerung rufen. Aus meiner Sicht nur zu empfehlen!!! :)
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Gesellschaftskritisches Dramenfragment, 27. April 2001
Von Ein Kunde
Georg Büchners Dramenfragment "Woyzeck" basiert auf den realen Geschehnissen des Jahres 1821: Am 21. Juni 1821 ersticht der arbeitslose Friseur Johann Christian Woyzeck seine untreue Geliebte Johanna Woost aus Eifersucht. Als Büchner diesen Stoff aufgreift, geht es ihm nicht um die Darstellung und Kommentierung des Geschehenen. In seinem Dramenfragment will er die Umstände aufzeigen, die den Soldaten Woyzeck dazu bringen, Marie, die Mutter ihres gemeinsamen, unehelichen Kindes, geistig verwirrt und destabilisiert zu töten. Dabei kritisiert Büchner die Gesellschaft jener Zeit, Adel gleichermaßen wie das Bürgertum, und deren Selbstgefälligkeit. Woyzeck erscheint eher als Opfer denn als Täter: Seiner Umwelt ist er als Pauper, als Angehöriger des 4. Standes, hilflos ausgeliefert. Der Hauptmann der ihn als "dumm" und Mann "ohne Tugend" bezeichnet oder der Doktor, der an Woyzeck Menschenversuche begeht, sind Exponenten der verachtenswerten Gesellschaft. Büchners Werk ist das meistgespielteste Drama des Realismus und bei Schülern äußerst beliebt aufgrund der Länge von nur 30 Seiten. Trotz seines Alters von 150 jahren ist "Woyzeck" noch immer aktuell. Menschenversuche stellen die Frage nach dem Wert des Menschen (Genversuche!) oder Maries Rolle als alleinerziehende Mutter: Hat sich ihre Stellung im Laufe der Zeit wesentlich verbessert? Die Rolle des Menschen in Bezug auf seine soziale Stellung ist ebenso Gegenstand des Werkes.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Fundierte Verständnishilfe, 27. Februar 2005
Von 
Büchners „Woyzeck" ist eines der wichtigsten literarischen Dokumente des Vormärz und wird in der germanistischen Forschung als das erste Sozialdrama angesehen. In der Tat ist das Fragment geprägt von heftiger Kritik an den Gesellschaftsverhältnissen, welche die Menschen unterdrückt und voneinander entfremdet.
Wilhelm Große hat sich dem anspruchsvollen Stück in dieser Interpretation angenommen. Seine Erläuterungen sind sehr textnah und tiefgründig, er geht sowohl auf die sprachliche Gestalt des Dramas als auch den historischen Hintergrund des Entstehungsprozesses ein. Die Hauptpersonen werden charakterisiert, wichtige Szeneninhalte für sich behandelt. Insgesamt daher eine Interpretation, welche die Ansprüche befriedigt, das Verständnis des Werks und seiner Textstruktur erleichtert. Wünschenswert wäre noch gewesen, dass der Autor noch mehr Bezug auf das im Drama propagierte Menschenbild Büchners Rücksicht nimmt und insgesamt mehr auf inhaltsübergreifende Themen eingeht.

Neben „Woyzeck" ist auch eine komprimierte Interpretation von Büchners revolutionärer Flugschrift „Der Hessische Landbote" enthalten, welche vor allem die zentralen Kritikpunkte Büchners an der starren Gesellschaftshierarchie wiedergibt.
Den Abschluss bildet eine Zusammenfassung des literarischen „Realismus" Büchners sowie umfassende Unterrichtshilfen und eine Zeittafel zu Leben und Werk des Autors.
Im Ganzen liegt hier also eine fundierte, übersichtliche Lektürenhilfe (120 Seiten) vor, welche alle wichtigen Aspekte von „Woyzeck" kompetent behandelt und für eingehende Beschäftigung mit dem Werk zu empfehlen ist.

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