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Der Film ist formal ungewöhnlich einfach gehalten und erfordert von seinen Schauspielern durch die oft lang anhaltenden Einstellungen eine starke Präsenz. Sowohl Kinski als auch Mattes füllen ihre Rollen aus. Eva Mattes erhielt beim Filmfestival von Cannes die Auszeichnung zur besten Nebendarstellerin, Kinski selbst erzeugt das erschütternde Porträt einer zutiefst verzweifelten, fragilen Seele. Obwohl vor allem für seine Exzesse bekannt, erinnert uns Kinski an seine Fähigkeit zur lebhaften Darstellung des gesamten Spektrums menschlicher Empfindungen. --Bret Fetzer
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Jeder Mensch ist ein Abgrund!",
Rezension bezieht sich auf: Woyzeck (DVD)
Nun liegt mit der DVD "Woyzeck" der 4. Film der Herzog/Kinski - Reihe endlich vor uns.Arthaus/Kinowelt haben sich wieder (wie auch schon bei den vorhergehenden DVD Veröffentlichungen der Reihe) redlich Mühe gegeben und eine sehr gute Vö. eines modernen Klassikers zu Tage gebracht. Der Ton liegt lediglich in (sehr gut verständlicher, und so gut wie rauschfreier) deutscher Sprache vor und ist im Dolby Digital 1.0 Format aufgespielt. Das Bild ist ziemlich scharf und auch sind keinerlei Alterserscheinungen in der Filmrolle (bzw. im Film selber) sichtbar. Das Bonusmaterial ist zwar sehr gering ausgefallen, aber dafür sehr interessant: - Ein Audiokommentar (welcher allerdings nur im Off (sprich, ohne Bildbekleidung) zu hören ist) von Werner Herzog und Laurens Straub, - Fotos und alte Kinoaushangplakate zusammengefasst in einer kleinen Bildergalerie, - Biographien (Texttafeln) von Kinski und Herzog, - Drei Kinotrailer und letztendlich auch eine (Kurzfilm-)Dokumentation von Werner Herzog mit dem Titel "La Soufriere - Warten auf eine unausweichliche Katastrophe"... in der es um einen bevorstehenden Vulkanausbruch geht (was dieser Bonus nun allerdings mit "Woyzeck" zu tun hat ist mir ein Rätsel... interessant ist diese Doku aber alle mal!). Was denn Film selber angeht, muss man natürlich sagen das er keine leichte Kost ist: Sehr lange und "schwierige" Dialoge (die Dialoge sind nahezu 1:1 von Georg Büchners unvollendetem Dramenfragment entnommen!), gepaart mit ebenso langen und monotonen Szenen, die den Schauspielern alles abverlangen, da sie eben IMMER präsent sind für den Zuschauer (vor allem Kinski selber, in einer absoluten Paraderolle des degenerierten und debilen Soldaten Woyzeck). Man benötigt evtl. etwas "Mut" um sich an diesem furiosen Cocktail aus Drama, Mord, Philosophie, Wahnsinn, Musik und wahnsinniger schauspielerischer Intensität ergötzen zu können, da dieser Verfilmung keine Verfilmung im klassischen Sinne ist (einer Adaption), sondern man könnte wirklich schon sagen, ein auf Filmmaterial gebanntes Bühnenstück... welches auch noch all den Jahren nichts von seiner Wucht, Kraft und Intensität verloren hat! Klaus Kinski, Eva Mattes und Willy Semmelrogge sind wirklich hervorragend in ihren "Rollen" (kann man diese Darstellungen wirklich noch als "Rollen" bezeichnen?) anzusehen. "Woyzeck" ist definitiv ein "Film" den man mal gesehen haben sollte... sowohl als Fan der Herzog/Kinski Filme, wie auch als Freund klassischer Theater Aufführungen, Philosophie und Dramen. "Opfer - Täter - Getriebener?" ...wie auch immer: Klaus Kinski IST "Woyzeck" und ist (wie so oft) unsterblich mit dieser "Rolle" geworden. Freuen wir uns jetzt schon auf einen furiosen Abschluss der DVD - Reihe mit "Cobra Verde"! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Klaus Kinski IST Woyzeck,
Rezension bezieht sich auf: Woyzeck (DVD)
Klasu Kinski lehnte die Rolle des Franz Woyzeck schon alsTheaterstück und damals als 1. Filmangebot des deutschen Regiesseurs Werner Herzog ab. Die Begründung: Diese Rolle ist Selbstmord! Wenn man nun Kinski in dieser Rolle sieht, glaubt man es ohne Einschränkung! Er selbst sagte, dass er sich Jahre nicht von den seelischen Qualen erholt hatte, die er für diesen Film "leben" musste. Herzog köderte 1972 den schwierigen Darsteller mit einer Rolle, die Kinski nach seiner skandalösen "Christus Erlöser" Tour nicht abschlagen konnte "Aguirre - Der Zorn Gottes". Nach dieser Erfahrung und dem tollen Ergebnis, war es wenig verwunderlich, dass noch 4 weitere Klassiker folgen sollten. Woyzeck ihr 3.- Film bietet tolle Musik, eine würdige Inszenierung, Schaupielkunst die ihres gleichen sucht und eine gelungen DVD-Umsetzung! Was will man mehr?! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein schwindelerregendes Schauspiel,
Von
Rezension bezieht sich auf: Woyzeck (DVD)
Nicht im Entferntesten würde man vermuten, dass der Zeitunterschied zwischen dem Dreh von „Nosferatu" und „Woyzeck" nur lächerliche 5 fünf Tage beträgt.Man bemerkt weder eine Ausgelaugtheit Herzogs noch ein Leergebranntsein Kinskis, der in beiden Filmen die Rolle des Protagonisten übernimmt, wenn auch für Woyzeck zuerst Bruno S. vorgesehen war. Im Gegenteil, der von Herzog als „Großer Vernachlässigter des Neuen Deutschen Films" bezeichnete Künstler überzeugt durch eine schauspielerische Leistung, die sich durch enorme Glaubhaftigkeit und Intensität auszeichnet. Nicht nur dem Hauptmann schwindelt es vor den Menschen, sondern ebenso dem Zuschauer, wenn er in das verzerrte, exzentrische Gesicht Woyzecks, bzw. Kinskis blickt. Für mich verkörpert dieser den perfekten Woyzeck, sowie sich auch Eva Mattes als die optimale Besetzung für „Marie" herausstellt, was sich spätestens auf den Filmfestspielen von Cannes 1979 bestätigte. Auch wenn die musikalische Untermalung der Szenen oft bizarr bis unpassend erscheint, so gelingt es Herzog dennoch durch das Setzen von musikalischen Klammern, das Stück gelungen zu umrahmen und abzurunden. Auch die von dem ein oder anderen als primitiv geschimpften, sich scheinbar nie ändernden Kameraeinstellungen und der unsanfte Sequenzwechsel sind doch, mit Logik betrachtet, auf den Fragmentcharakter des büchnerischen Werkes zurückführen, bei dessen visueller Umsetzung sich Herzog in Originaltreue übt. Hinsichtlich des Textes gibt es kaum Abweichungen zu der Dramenvorlage Büchners. Die einzig einschneidende Veränderung, die Herzog vorgenommen hat, ist die Umstellung der Sequenzfolge, welche einen neuen, inhaltlich besser nachvollziehbaren Handlungsablauf darlegt. In dieser Verfilmung Woyzecks gelingt es in expliziter Weise die Demütigung und Determiniertheit des Füsiliers darzustellen, was wohl nur durch das stimmige Zusammenwirken von schauspielerischer Leistung und Eigenvermögen des Regisseurs ermöglicht wird. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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