Dieses Album stellt in kommerzieller Hinsicht wohl den absoluten Höhepunkt in Bananarama's Karriere dar. Den Überhit "Venus" noch im Rücken, erschien nur ein Jahr später, nämlich 1987, "Wow". Naht- und mühelos konnten die Mädels einen Hit an den nächsten reihen und mit "I heard a rumour" oder "Love in the first degree" sind gar die beiden größten Hits des Trios auf diesem Album zu finden. Von ihren Wurzeln, die ursprünglich im Ska und Poprock angesiedelt waren, entfernten sie sich völlig. "Wow" versucht erst gar nicht mehr vorzugeben als es tatsächlich ist - die Partyscheibe für pubertierende 80er Kids, mit Themen die so banal wie passend zur Musik sind: Liebesfreuden, Liebesleid, Liebe pur, pure Liebe. Dass sich Bananarama in ihrer Vergangenheit gerne auch ernsteren Themen wie Umweltverschmutzung, Kindsmissbrauch oder dergleichen angenommen haben, geht hier völlig ab. Aber das will im Bubblegum-Universum von Stock/Aitken/Waterman auch niemand hören. Was hier zählt ist Ausgelassenheit und Willigkeit die Party in Schwung zu halten. Das Tempo wird selten gedrosselt - und das ist auch gut so.
"Wow" gehört sicherlich nicht zu den Alben, die gut gealtert wären. Im Gegenteil - von allen Bananarama-Werken wirkt dieses durch seinen mechanischen Synthie-Sound mittlerweile seltsam antiquiert. Nun ja, immerhin fängt dieses Album den Zeitgeist der Spät-80er wohl am besten ein. Seltsam auch, dass das kommerziell erfolgreichste Album des Trios wohl das künstlerisch schwächste ist. "Wow" nimmt eine Sonderstellung ein und markiert einen traurigen Wendepunkt in der Discographie Bananaramas. "Wow" war der Zenith und Dolchstoß für Bananarama zugleich. Bereits das 1991 erschienene Album "Pop Life" verlor sich völlig ungerechtfertigt in den unteren Positionen der Charts und Bananarama konnten bis heute nicht mehr an alte Erfolge anknüpfen.