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Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden.
 
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Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden. (Broschiert)

von Raymond Carver (Autor)
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Produktinformation

  • Broschiert: 174 Seiten
  • Verlag: Bvt Berliner Taschenbuch Verlag; Auflage: 1., Aufl. (Januar 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3833301902
  • ISBN-13: 978-3833301902
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 11,8 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 228.347 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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    Nr. 5 in  Bücher > Belletristik > Romane & Erzählungen > Klassiker des 20. Jahrhunderts > Internationale Autoren > Carver, Raymond

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden" ist nicht nur der bekannteste Titel einer Kurzgeschichte des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Er steht auch mittlerweile für eine ganze Ästhetik -- der aufs Wesentliche reduzierte Erzählstil, für den Raymond Carver berühmt wurde. Womöglich viel zu berühmt, könnte man argumentieren -- zumindest was den Nutzen für seine Geschichten angeht. Wie auch die Geschichten von Ernest Hemingway oder anderer ähnlich geliebter, imitierter, parodierter und geschmähter Schriftsteller, können diese manchmal das Gefühl vermitteln, man lese eine Persiflage. So wirken diverse Anfangssätze wie Türen, die den Weg ins Carver-Reich eröffnen, in dem jeder in einfach deklamatorischen Sätzen spricht, niemand nach einem Bier aufhört, und Versagen und Gewalt die wahren Ergebnisse des amerikanischen Traums sind.

Diese Geschichten bieten sich jedoch wie jedes wirklich wichtige und dauerhafte Werk für eine weitere sorgfältige Lektüre an. Zum einen gehört Carver zu den wenigen Schriftstellern, die Verzweiflung zutiefst komisch erscheinen lassen können. Zum anderen sind die Geschichten trotz ihrer scheinbaren Einfachheit so kunstvoll konstruiert wie Gedichte -- und wie Gedichte können die besten von ihnen unseren Atem ins Stocken geraten lassen. Vieles von dem, was in den Geschichten von Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden passiert, findet außerhalb der eigentlichen Geschichte statt, und wir müssen uns mit den Requisiten der Tragik zufrieden geben: Alkohol, löslicher Kaffee, Möbel aus einer gescheiterten Ehe, Zigaretten, die mitten in der Nacht geraucht werden. Das ist nicht einfach nur eine Sache der Technik. Carter lässt vieles weg, aber das ist lediglich ein Maßstab für die Verletzlichkeit seiner Charaktere -- die Nerven, die von seinen Geschichten blank gelegt werden. Mehr zu sagen, so meint man, würde einfach zu sehr weh tun. --Mary Park -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden
OT What We Talk About When We Talk About LoveOA 1981 DE 1989 Form Kurzgeschichten Epoche Postmoderne
In den 17 Kurzgeschichten dieses Bandes beschreibt Raymond Carver anhand von Alltagssituationen Menschen, die am Rand der amerikanischen Wohlstandsgesellschaft leben oder schon nicht mehr dazugehören. Die Szenarien kommen mit minimalen Handlungselementen aus und lassen Spielräume für Interpretationen.
Entstehung: Wie seine frühen Einzelveröffentlichungen und den Band Würdest du bitte endlich still sein, bitte hat Carvers Lektor Gordon Lish auch die Erzählungen dieses Bandes stark bearbeitet. Die durch ihn vorgenommenen Änderungen sind, wie Fachleute eindeutig nachgewiesen haben, gravierend. So hat Lish Wovon wir reden, wenn wir über Liebe reden um etwa 50% gekürzt. Zehn der markanten offenen Schlüsse stammen von Lish – und nicht von Carver. So muss im vorliegenden Fall wohl von einer Gemeinschaftsproduktion von Carver und Lish gesprochen werden.
Inhalt: Menschen, die wissen, dass sie ihr Leben verpfuscht haben und keinen Ausweg mehr finden, sind die Protagonisten in Carvers Kurzprosa. Er schildert Alkoholiker und Einsame, die in Beziehungen leben oder sie hinter sich haben, Ehepaare, deren Kinder aus dem Haus sind und die nebeneinander her leben.
Carver stellt die Menschen in ihrem alltäglichen, auch dem Leser bekannten Umfeld dar: Der Autor präsentiert sie beim Kauf gebrauchter Möbel (Warum tanzt ihr nicht?), beim gemeinsamen Betrinken (Pavillion), einer Begegnung im Vorgarten bei der nächtlichen Jagd auf Schnecken (Ich konnte die kleinsten Dinge erkennen), bei einem Gespräch zweier Paare über die Liebe (Wovon wir reden, wenn wir über Liebe reden), einem Angelausflug, bei dem eine nackte Mädchenleiche gefunden wird (So viel Wasser so nah bei uns). Aber auch Mord, Krankheit, die Tragödien des Alltags, Entfremdungen und Existenzangst sind immer wiederkehrende Themen der Kurzgeschichten.
Aufbau: Die Erzählungen folgen dem für amerikanische Kurzgeschichten typischen Muster. Zu Anfang führen sie den Leser mitten in das Geschehen, das mit knappen, kurzen Sätzen in einfacher Sprache beschrieben wird. Ebenso typisch für das Genre ist das offene Ende. Die schnörkellose Sprache erinnert an Klassiker der Short Story wie z. B. Ernest R Hemingway.
Die Erzählungen bestehen zu einem Großteil aus Dialogen oder Monologen einer Erzählerfigur. Fast immer schlägt die Verständigung dabei fehl. Laufende Fernseher, Schnellrestaurants und Waschsalons bilden den Hintergrund für die letztendlich hoffnungslosen Figuren, die stets mit großer Sympathie und Ernsthaftigkeit beschrieben werden.
Wirkung: Nachdem der literarische Durchbruch mit dem ersten Erzählungsband bereits gelungen war, stellte Worüber wir reden, wenn wir von Liebe reden 1981 den literarischen und wirtschaftlichen Erfolg Carvers auf eine breite Basis. Von der Literaturwissenschaft wird der Autor als hervorragender Vertreter der Schule des Minimalismus gefeiert. 1993 drehte Robert Altman (*1925) den Film Short Cuts nach verschiedenen Erzählungen Carvers, von denen zwei aus diesem Band stammen. St. N. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Beklemmdnde Kurzgeschichten über Zwischenmenschliches, 13. Juli 2001
Von Ein Kunde
Kurz sind sie, enden plötzlich und offen und hinterlassen ein beklemmendes Gefühl. Carver's Kurzgeschichten sind kleine Alltagssituationsabrisse, in denen nicht viel passiert, sich aber alles ändert. Zumindest für die Protagonisten, deren Handeln von der Trostlosigkeit ihrer Welt beeinflusst wird. Carver beobachtet und beschreibt kurz und genau das zwischenmenschliche Verhalten und die Hilflosigkeit seiner Figuren. Die Titelgeschichte "Wovon wir reden wenn wir von von Liebe reden" behandelt das abendliche Gespräch zweier Paare über Liebe und ihre vorangegangenen Partner, wobei die Teilnehmer sich fremder werden, anstatt sich näherzukommen. Auch in den anderen Geschichten werden ungewöhnliche Begegnungen, gescheiterte Beziehungen und Verhalten in Extremsituationen thematisiert. Immer geht es um zwischenmenschliche Beziehungen und Kommunikation und immer schwingen beunruhigende Stimmungen mit. Carver's Stories schaffen es, eine Atmosphäre wiederzugeben und menschliche Verhaltensweisen zu schildern, die der Realität entsprechen mit all ihrer Tristess und Ausweglosigkeit. Dennoch sind seine Charaktäre nicht hoffnungslos, sie wissen, dass es irgendwie weitergeht, und dass Komplikationen zum Leben gehören. Obwohl ja angeblich Carver's Lektor viel mit der präzisen Kürze der Geschichten zu tun haben soll, wird Carver in Amerika als einer der wahren zeitgenössischer Meister gefeiert. Zu recht!
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Von der Tragik des Kofferpackens, 25. November 2003
Von Summer! (Meinbrexen (Weser)) - Alle meine Rezensionen ansehen
Was würden Sie alles in Ihren Koffer packen, wenn Ihre Familie Sie gerade aus der gemeinsamen Wohnung und aus ihrem Leben verbannt hätte? „Das wäre das letzte, worüber ich in dieser Situation nachdenken würde", werden Sie vielleicht antworten, aber sind Sie sich da sicher?
Scheinbare Banalitäten und wichtige Unwichtigkeiten, das ist der Stoff, aus dem Raymond Carvers Kurzgeschichten in „Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden" gesponnen sind.
Wenn wir von Liebe reden, dann reden wir von erstarrten Beziehungen, Verzweiflung und Desillusion, könnte das Fazit nach der Lektüre dieses Buches lauten. Carvers Figuren stehen alle mitten im Leben und doch ganz am Rande. Sie haben versucht, das aufzubauen, was man ein solides Leben nennt, geheiratet, Kinder bekommen, doch irgendwie sind sie steckengeblieben im Aufbau ihres kleinen Glücks.
Irgendwas fehlt ihnen, so dass zwei Männer einfach so zwei junge Mädchen ermorden, weil sie sie gerne einmal nackt gesehen hätten.
Irgendwas stört sie gewaltig an ihrem Leben, so dass schon das Schnarchen des Ehemanns einer Frau eine Qual ist.
Irgendwas ist schief gelaufen, so dass ein Mann sich gezwungen sieht, dem alten Leben ein Ende zu bereiten, indem er seine komplette Wohnungseinrichtung verscherbelt.
Was dieses Irgendwas genau ist, erfährt man nie, denn die Geschichten haben keine Erklärung oder gar Lösung anzubieten. Aber der Leser spürt genau, dass es da ist, deprimierend, beunruhigend, bedrohlich und nicht genau zu fassen.

Carver erreicht dies durch seinen ungewöhnlichen Blickwinkel, der sich auf die Details richtet, die man normalerweise nicht als wichtig beurteilen würde. Die Schilderung, wie ein Mann seinen Rasierer, seine Zahnbürste, die Zahnpasta und zum Schluss auch noch die Zahnseide in den Koffer packt, erscheint zunächst lächerlich banal. Doch das Lachen bleibt dem Leser im Halse stecken, wenn er sich bewusst wird, einen Menschen zu beobachten, dem soeben der Boden unter den Füßen weggerissen wurde, als Frau und Tochter ihn endgültig aus der Wohnung geworfen haben.
Das einfache Packen des Koffers, das Zusammensuchen seiner letzten persönlichen Gegenstände veranschaulicht die Verzweiflung und Perspektivlosigkeit des Mannes besser, als jede gefühlstriefende Beschreibung seines Gemütszustandes es hätte tun können.
Es liegt am Leser, sich in die Figuren hineinzuversetzen und ihre Situationen nachzuempfinden. Manche Geschichten bleiben deshalb rätselhaft und unverständlich. Andere jedoch entwickeln gleich beim ersten Lesen eine Faszination, die den Leser mal staunend und mal erschrocken zurücklässt.
Man ahnt, dass das, wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden, oftmals alles andere als idyllisch und romantisch ist.

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Genialer Realismus, 22. Januar 2003
Ich kenne keinen anderen Autor, der Literatur derart komprimiert. Die Geschichten kommen mit einem Minimum an Sprache aus. Stärker kann ein Text kaum verdichtet werden. Die nächste Steigerung wären schon Stichwörter. Er treibt die Tradition der amerikanischen Kurzgeschichte mit ihrer Knappheit und Lakonie z.B. eines Hemingway auf die Spitze und vielleicht auch an ihre Grenze.
Erzählt wird vom Alltag und seiner uns meist nicht bewusst werdenden Trostlosigkeit. Das Buch ist mit dem Effekt vergleichbar, der auftritt, wenn man seine eigene Stimme oder eine Unterhaltung, an welcher man teilgenommen hat, von Tonband hört. Alles wirkt plötzlich etwas schal. Dabei beschäftigen uns so große Dinge wie Liebe. Aus diesem Spannungsfeld bezieht das Buch von Carver seine poetische Kraft.
Ich kann davon immer nur eine Geschichte am Tag lesen. Sie liegen im Magen wie ein sehr schweres Essen, das erst verdaut sein will, bevor neue Nahrung aufgenommen werden kann.
Carver ist ein genialer Realist, der trotz Aussichtslosigkeit seine Träume nicht aufgibt.
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