"Sie sind also die Künstlerin? Und davon können Sie leben oder lassen Sie sich aushalten?" Diese Frage wurde mir tatsächlich mal in dieser Form auf einer Vernissage gestellt. Wie reagiert man auf sowas, ohne sich wie der letzte A...vorzukommen? Vor allem, wenn man selber weiß, dass zahlreiche 16 bis 20 Stundenarbeitstage nötig sind, um alles am wirtschaftlichen Laufen zu halten.
Also war ich neugierig, wie andere das machen.
Das Buch ist sehr aufschlussreich und bietet wirklich tiefe Einblicke in total verschiedene Werdegänge.
Es gibt sie, die Erfolgsstories a la "Heute noch arm im Atelier, morgen der grosse Überflieger im Big Business des Kunstmarktes", aber auch die von gescheiterten Existenzen, die ihre Schulden wahrscheinlich in ihrem Leben nicht mehr abzahlen können.
Beeindruckt war ich von Jakobus Siebels lebenskünstlerischer Einstellung, dass es ihm reicht 10 bis 20 Euro in der Tasche zu haben. Er sagt, er braucht nix, ist sozial im Umgang mit anderen und hat dadurch viele Freunde und Bekannte, wo er ab und an mal essen kann. Er macht sich absolut keinen Druck, stellt keinerlei Ansprüche. Beneidenswert, wenn man das kann.
Fazit: Ein wirklich sehr interessantes Buch für alle, die es interessiert, wie Künstler leben und sich finanzieren, um Licht in dieses Mysterium zu bringen.