19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Welcome to Precaria, 2. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Wovon lebst du eigentlich?: Vom Überleben in prekären Zeiten (Taschenbuch)
Der Band dokumentiert in sehr persönlichen, ehrlichen Interviews die materiellen Nöte unbekannter, aber auch durchaus bekannterer KünstlerInnen. Es wird klar, dass auch mittelgroße Player im Kulturbetrieb lange nicht die finanzielle Anerkennung bekommen, die ihre Werke verdient hätten. Letztendlich gehen aber fast alle der Befragten hiermit souverän um, haben sich mit der Situation abgefunden oder sich zumindest damit arrangiert. Ein erhellender, aber auch ernüchternder Bericht von der Front der Kulturschaffenden.
Manche Interviews haben leichte Längen oder driften zeitweise ab in Themen, die mit dem eigentlichen Gegenstand der Befragung nicht mehr viel zu tun haben - allerdings liegt hierin auch genutztes Potential für Einblicke in die Skurrilitäten von Künstlerbiographien.
Eines ist nach der Lektüre klar: entweder man finanziert sich über einen regelmäßigen Brot- und Butter-Job oder man lebt als Künstler in den allermeisten Fällen in der Dimension von Hartz IV.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Traurig und leider immer noch wahr, die Mär vom brotlosen Künstler, 17. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Wovon lebst du eigentlich?: Vom Überleben in prekären Zeiten (Taschenbuch)
"Sie sind also die Künstlerin? Und davon können Sie leben oder lassen Sie sich aushalten?" Diese Frage wurde mir tatsächlich mal in dieser Form auf einer Vernissage gestellt. Wie reagiert man auf sowas, ohne sich wie der letzte A...vorzukommen? Vor allem, wenn man selber weiß, dass zahlreiche 16 bis 20 Stundenarbeitstage nötig sind, um alles am wirtschaftlichen Laufen zu halten.
Also war ich neugierig, wie andere das machen.
Das Buch ist sehr aufschlussreich und bietet wirklich tiefe Einblicke in total verschiedene Werdegänge.
Es gibt sie, die Erfolgsstories a la "Heute noch arm im Atelier, morgen der grosse Überflieger im Big Business des Kunstmarktes", aber auch die von gescheiterten Existenzen, die ihre Schulden wahrscheinlich in ihrem Leben nicht mehr abzahlen können.
Beeindruckt war ich von Jakobus Siebels lebenskünstlerischer Einstellung, dass es ihm reicht 10 bis 20 Euro in der Tasche zu haben. Er sagt, er braucht nix, ist sozial im Umgang mit anderen und hat dadurch viele Freunde und Bekannte, wo er ab und an mal essen kann. Er macht sich absolut keinen Druck, stellt keinerlei Ansprüche. Beneidenswert, wenn man das kann.
Fazit: Ein wirklich sehr interessantes Buch für alle, die es interessiert, wie Künstler leben und sich finanzieren, um Licht in dieses Mysterium zu bringen.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Repräsentativ?, 19. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Wovon lebst du eigentlich?: Vom Überleben in prekären Zeiten (Taschenbuch)
Nach Lektüre dieses Buches stellt sich mir die Frage, nach welchen Kriterien die Interwiews/Interviewees ausgesucht wurden.
Ist das jetzt wirklich der Querschnitt aus den Lebensbedingungen der Kunstschaffenden allgemein?
Ich schwanke zwischen "tröstlich", da es mir in vielfacher Hinsicht offenbar viel besser geht als ich dachte, und dem Verdacht, dass hier ein paar sehr spektakuläre Einzelfälle ein falsches Bild zeichnen könnten.
Das Buch liest sich jedenfalls sehr unterhaltsam. Vielleicht nicht Mutti schenken: Die macht sich ja so schon genug Sorgen.
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