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52 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Belanglos, 6. März 2008
Da ich mich gerade selber auf einen Marathon vorbereite und früher einige Bücher von Murakami gerne gelesen habe, habe ich mich sehr auf die Veröffentlichung gefreut und das Buch sogar bei amazon vorbestellt.
Leider habe ich mich bei der Lektüre überwiegend gelangweilt. Es fällt Murakami schwer, über sich selbst zu schreiben, das erwähnt er im Nachwort selber. Vielleicht hätte er es besser gelassen. Denn herausgekommen ist ein zusammengeschriebenes Büchlein, in dem verschiedene Aufzeichnungen, die über einen Zeitraum von vielen Jahren hinweg entstanden sind, nicht besonders geschickt arrangiert werden. Es gibt nervig viele Wiederholungen; der Leser wird von Wettkampf zu Wettkampf mitgeschleppt. Um ihn vermeindlich bei Laune zu halten, streut der Autor regelmäßig ein paar routinierte lakonisch-witzige Statements ein. Man glaubt kaum, dass Murakami so gründlich an dem Text gearbeitet hat, wie er im Nachwort angibt. Eher hat man das Gefühl, seine Schlamperei hat sich auf die Übersetzerin übertragen, die kurzerhand aus der Dämpfung der Laufschuhe ein Polster macht (S. 122), die Becken eines Schlagzeugs zu Zimbeln verklärt (S. 150) und den Schnulzensänger Mel Tormé als Mel Tormes wieder aufleben lässt (S. 135).
Der Verlag wirbt in Ermangelung eines überzeugenden Textes damit, dass dieses wenigstens Murakamis persönlichstes Buch sei. Genau das ist jedoch nicht der Fall. Es ist dabei interessant, dass man Murakamis Romanfiguren in der Selbtsbeschreibung des Autors wiederbegegnet. Bei Lektüre des neuen Buches wird sehr deutlich (bzw. bestätigt sich), wie viel Autobiographisches und Persönliches in Murakamis Romanhelden steckt. In seinen Romanen schreibt er unvergleichlich persönlicher, auch über sich. Wenn es dem Autor so schwer fällt, explizit über sich selbst zu schreiben, warum quält er sich und seine Leser (und seine japanische Lektorin, die 10 Jahre auf das Buch warten musste) damit? Vielleicht wäre ein schöner und persönlicher Roman aus dem Stoff entstanden. So ist daraus nicht mehr geworden, als ein banales Sammelsurium sportlicher Höhe- und Tiefpunkte und belangloser Einsichten.
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24 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Ich laufe, also bin ich..., 18. Juni 2008
... so lautet eine Feststellung von Haruki Murakami. Da ich selber laufe und die meisten Bücher Murakamis mit Begeisterung gelesen habe, habe ich mich sehr auf das Buch gefreut. Doch leider hält es nicht, was es verspricht. Am Anfang habe ich noch einige interessante Tipps bekommen, und auch die Beschreibung des einen oder anderen Laufes war kurzweilig und informativ. Allerdings auch nur, weil ich selber laufe - ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Nicht-Läufer oder Nicht-Thriathleten dafür interessieren.
Das Buch hat keinen chronologischen Ablauf, die verschiedenen Events purzeln ohne Reihenfolge durcheinander. Mich zumindest stört das, ich hätte eine chronologische Beschreibung sinnvoller gefunden.
So begeistert ich am Anfang war, so enttäuscht bin ich am Ende des Buches. Sicher, ich kenne Haruki Murakami jetzt besser, aber ich wollte mehr und andere Dinge wissen. Allerdings weiß ich jetzt, dass er mit seiner Feststellung "vermutlich ein nicht sehr interessanter und beliebter Mann zu sein" hundertprozentig Recht hat.
Fazit: Kann man lesen, muss man aber wirklich nicht unbedingt!
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13 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Möglicherweise tolles Buch, wenn man ein Läufer ist..., 6. April 2008
... aber ich bin absolut keiner. Wer sich - wie ich - nur ungerne vom Schreibtisch wegbewegt und lieber noch den Gefrierschrank abtaut, die Fenster putzt, den Küchenfußboden wischt und die Toilette säubert, als freiwillig beim Laufen aus der Puste zu kommen, dem entgeht wohl fast zwangsläufig der echte Lesegenuss und das tiefe Verständis für dieses Buch.
Mit leichtem Kopfschütteln und angenehmem Gruseln verfolgte ich zunächst Haruki Murakamis Bekenntnisse und seine Erfahrungen als Langstreckenläufer und zuletzt Triathlet. Dass einem nach einem Ultramarathon von 100 Kilometern irgendwann alles weh tut und man danach wochenlang vom Laufen die Nase voll hat, hatte ich mir allerdings auch so schon gedacht. Amüsiert konstatierte ich auch Murakamis Erkenntnis, nicht bis ins Alter hinein sportliche Spitzenleistungen erbringen zu können. Letztlich erlahmte mein Interesse an dem Buch spätestens bei der Beschreibung der richtigen Sportausrüstung beim Laufen und Triathlon und den Schilderungen von Schmerzen und Beschwerden, die den strapazierten Körper des Sportlers irgendwann ereilen.
Von ein paar witzigen Beobachtungen abgesehen, die der Autor während der Wettkämpfe macht, fand ich das Buch leider verhältnismäßig langweilig. Dabei kenne ich durchaus interessante Bücher über Sport: beispielsweise "Die Baskenmütze" - einen packenden Radsportroman.
Ich tue dem Buch aber durch mein Desinteresse an Sport vielleicht unrecht und denke, es könnte noch ein nettes Geschenk für einen passionierten Langstreckenläufer sein.
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