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Barrett, die sagenumwobene Kultfigur aus Cambridge, England, war 1966 als Sänger, Gitarrist und Songschreiber die prägende Figur der späteren Superband Pink Floyd, die er bereits nach dem einzigartigen Debütalbum The Piper At The Gates Of Dawn aus lauter Paranoia vor dem Erfolg verließ. Dennoch lieferte er die Blaupause für den Pink Floyd-Kosmos, obwohl sie ohne ihn die verrückte Unbeschwertheit seiner psychedelischen Fabelwelt verloren. Barrett war so verrückt, damals mit "Arnold Layne" einen Hitsong über einen Fetischisten zu texten, der promt auf dem Index landte. Regelrecht paralysiert bei Liveauftritten zog sich Barrett in den elterlichen Keller zurück, aus dem ihn nur bisweilen sein Nachfolger Dave Gilmour ins Studio locken konnte.
Zwei wunderbare Soloalben entstanden unter schwierigsten Bedingungen Madcap Laughs und Barrett. Sie wurden später durch Opel mit Fundstücken ergänzt. Syds kindlicher Kosmos voller Spukereien, Surrealem, Abstrusem und Märchenhaftem dokumentiert den drogenverwirrten Sündenfall unschuldiger Hippieträume, in denen nichts an seinem vertrauten Platz steht und dennoch zur konkreten Poesie wird. Er kostet die Glissandi-Effekte auf der Gitarre ebenso aus wie die irritierenden Gesangspausen, lässt die Akkorde wie seine Gedanken wandern und gerät dabei wie auf "Effervescing Elephant" oder "Dominoes" in übermütige Klang- und Wortspielereien. Doch Verrückte lachen nicht nur, sie weinen auch in dein "Golden Hair". --Ingeborg Schober
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Best of Syd,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Wouldn'T You Miss Me-the Best (Audio CD)
Dieses Album enthält eine recht liebevolle Zusammenstellung von Titel aus Syd Barrett's Soloalben "The madcap laughs" und "Barrett" (1969 und 1970) sowie einige Songfragmente vom 1988 nachgeschobenen Sampler "Opel". Syd's versponnene Ideen in digitaler Überarbeitung. Auch ein bislang unveröffentlichter Titel ist auf dieser Best of Compilation enthalten, der Bob Dylan Blues - ein früher, naiver Syd Song aus dem Jahr 1966, der 1970 aufgenommen wurde. Der positive Eindruck des Albums wird abgerundet durch eine CD Beilage mit Zusatzinfos und bis dato unveröffentlichten Fotos. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5.0 von 5 Sternen
Nachruf auf Syd Barrett, Zürich 2006,
Von
Rezension bezieht sich auf: Wouldn'T You Miss Me-the Best (Audio CD)
Eine legendäre Gründerfigur der psychedelischen Rock-Bewegung hat "zur ewigen Ruhe" gefunden. Anlass zu einem kleinen Rückblick. Sein Beitrag zum ersten PINK FLOYD-Album "The Piper At The Gates Of Dawn" (1967) bleibt epochal, ergänzend dazu finden wir wichtige andere BARRET-Tracks auf der Compilation "Relics". Seine beiden Soloalben fand ich nur ansatzweise geglückt, z.B. im Vergleich mit dem Seelenverwandten Daevid Allen, Gitarrist bei Soft Machine und Gong. Es fehlen im Rückblick geniale Killer-Riffs wie "Arnold Layne" oder "Interstellar Overdrive". Der Barrett-Mythos wurde durch seine grössten Fans meiner Meinung nach stark überhöht. Vor zwei Jahren bei einem Abendessen war ich mit Journalist Jean-Martin Büttner einig, dass die ungesunde psychische Entwicklung von Syd Barret von zahlreichen Fans verharmlost und romantisch verklärt wurde. Labile Personen schluckten zuhauf zuviel LSD, das konnte nicht gut gehen. Nick Drake strauchelte vermutlich bereits über Cannabis. Die schönste Anekdote dazu erzählte kürzlich John Martyn in einem Interview. Nick Drake verliebte sich in Francoise Hardy, fuhr nach Paris, blickte drei Tage zum Appartement der Angebeteten hoch und reiste unverrichteter Dinge wieder ab. Item. Pink Floyd hat die letzten drei Generationen massiv beeinflusst, mit ganz unterschiedlichem Resultat. Meine Hauptnahrung war "Atom Heart Mother" (70) sowie der phantastische Open Air-Auftritt "Live At Pompey" (72) ohne Publikum, dann zum Abschluss "Wish You Were Here" (75). "Dark Side..." (73) fand ich bereits nach einem Jahr erstaunlich blass und pompös, ab "Animals" (77) habe ich Pink Floyd abgelehnt. Alles subjektiv, denn ein jüngerer Freund mit erlesenem Geschmack nennt "The Wall" (80) und "Final Cut" (83) noch heute Schlüsselwerke seiner musikalischen Biographie. Wie Syd Barrett wohl 2006 geklungen hätte? Ganz einfach: nimm das aktuelle Comeback-Album "My Dark Places" von TV PERSONALITIES. 1980 hatte Leader Daniel Treacy auf einer Punksingle noch pfiffig geträllert "I know where Syd Barrett lives", inzwischen hat sich sein mentaler Zustand dem Idol erschreckend angenähert: desolat und perspektivlos... Von Syd Barrett empfehle ich diese "Best Of"mit Material von 1968-70.
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