Allein schon die Inhaltsübersicht macht glücklich: JEDER TAG IST DER ANFANG DES LEBENS, ENTWICKLE DEIN SELBST, NUR DER ERKENNENDE LEBT, DIE ZUNEIGUNG IST ETWAS RÄTSELVOLLES, BLICK AUFS ZIEL IST HALBER WEG, ICH WEIß NUR: WIR, DES GLÜCK WÜRDIG, SEI DIR SELBER TREU, NIEMALS IST MAN SO UNGLÜCKLICH WIE MAN GLAUBT, IRGEND JEMAND DANKBAR SEIN, AUF ALLEN WEGEN IST HEIMKEHR, NICHTS NEBENSÄCHLICHERES ALS DIE ZEIT.
Das Buch ist klein, handlich (105x155mm) und oft mein Begleiter in der Handtasche. Für 0,01 Euro im Angebot, unschlagbar! Leider stimmt diese Aussage von La Rochefoucauld oft: "Aufrichtigkeit ist Offenheit des Herzens. Man findet sie bei sehr wenig Menschen, und die man gewöhnlich sieht, ist nur feine Verstellung, um das Vertrauen anderer zu gewinnen." Novalis bemerkt: "Wenn man einen Riesen sieht, so untersuche man erst den Stand der Sonne - und gebe acht, ob es nicht der Schatten eines Pygmäen ist."
Das Problem heutigen Glücksstrebens charakterisiert La Rochefoucauld treffend: "Wir plagen uns weniger, glücklich zu werden als glauben zu machen, dass wir es seien." Die öffentliche Meinung schränkt Wilde ein: "Was die Leute von einem Menschen reden, ändert ihn nicht. Er ist, was er ist. Die öffentliche Meinung hat keinen Wert."
Alle Glücksbücher und Anleitungen helfen meines Erachtens nicht im erhoffen Maße, weil sie Individuen als konsistent annehmen. Aber sich an allen Aussagen über das Glück zu reiben, sie für sich zuzuschneiden, sie abzugleichen mit sich selbst, bringt vielleicht zu dieser tiefen Einsicht von Fontane: "Alles Gute muss aus einem selbst kommen, sonst bringt man es über einen bloßen Anfall nicht hinaus."