Die Worpsweder Landschaft präsentiert sich vielfältig und überaus reizvoll. Sie ist stark durch weite, ebene Wiesen und Felder sowie Flussläufe, Kanäle, Gräben und Bäche geprägt. 1889 machten deutsche Impressionisten und Expressionisten den Ort zu ihrer Heimat. Sie fühlten sich magisch angezogen von dem Licht, der Landschaft und den Menschen.
Vor allem die beiden Künstler Otto Modersohn (1865 - 1943) und Fritz Overbeck (1869 - 1909) fühlten sich von dieser weiten und herben Landschaft und dem schlichten Leben angezogen. Im bewussten Gegensatz zur akademischen Kunst ihrer Zeit suchten sie hier nach dem "Natürlichen", dem "Ursprünglichen".
Der Kunstkalender "Worpsweder Landschaften 2012" aus dem Kunstverlag Weingarten präsentiert zwölf beeindruckende Landschaftsgemälde. Neben Otto Modersohn und Fritz Overbeck sind auch noch Carl Vinnen (1863 - 1922) und Hans Olde (1855 - 1917) vertreten, die ebenfalls zu den Gründern der Künstlerkolonie Worpswede gehörten.
Die Monatsblätter zeigen die Worpsweder Landschaft zu den unterschiedlichen Jahreszeiten - vom erwachenden Frühling bis zum tiefverschneiten Winter. Auf den romantischen Gemälden sind vielfach die bekannten Moorkanäle zu sehen - bei Abendstimmung oder in der herbstlichen Morgensonne. Auch die typische Heidelandschaft mit ihren Birkenalleen (mit den aufregend weißen Stämmen) ist immer wieder Motiv. Einige Gemälde werden auch von faszinierenden Wolkenspielen dominiert.
Der großformatige Kunstkalender (58 × 46 cm) ist ein wunderbarer Zimmerschmuck. Der dunkelbraune Kalenderfond mit dem dezenten und daher optisch kaum störenden Kalendarium (dreisprachig) bringt die farbenfrohen Gemäldereproduktionen eindrucksvoll zur Geltung. Die Auswahl der Bilder ist dabei bestens gelungen. Auf dem 13. Blatt sind alle Bilder noch einmal anschaulich erklärt. Ferner erfährt man, in welchem Besitz sich die Originale befinden.
Fazit: Ein überaus beeindruckender Kalender, der ein echter Hingucker ist und dass nicht nur für Kunstfreunde. Manches der dekorativen Monatsblätter wird nach Ablauf des Jahres sicher weiter Verwendung finden.
Manfred Orlick