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World's End: Roman
 
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World's End: Roman [Taschenbuch]

T. C. Boyle , Werner Richter
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (25 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Die märchenhafteste Geschichte in World's End (1987) ist die des amerikanischen Pachtbauern Harmanus Van Brunt, der im 17. Jahrhundert eine Familie durch seine Freßsucht ruiniert. Nachdem er jahrelang mit immensen Mengen an Wildbret, Schnecken und Trüffeln gefüttert worden ist und das einstmals fruchtbare Land nahezu kahlgefressen hat, fällt seine Frau Agatha vor Erschöpfung tot "mit dem Gesicht nach vorn in eine Kasserolle mit Kartoffelauflauf". 300 Jahre später wird auch ihr Nachfahre Walter von einem alles vernichtenden Hunger befallen. Und der "Garten Enden" ist hier kein utopisches Schlaraffenland, sondern ein trostloses Shopping-Mall. Poetischer (und unaufdringlicher) kann man Kolonialismus, ökologischen Raubbau und den Ausverkauf des American Dream kaum kritisieren.

World's End ist ein skurilles Geschichtspanoptikum, das -- in Anspielung an James Fenimore Coopers Lederstrumpfepos Der letzte Mohikaner (1826) -- vorwiegend die letzten ihres Familiengeschlechts und deren Vorgeschichte vorstellt: Im Grunde nämlich spielt die Story längst im Totenreich, wo sich die Helden und die Ahnen wiedertreffen. Deshalb fährt Walter Van Brunt nach Alaska, ans "fernste, abgefrorenste Ende der Welt", auf der Suche nach dem Vater, der Vergangenheit: Nicht zuletzt eine Reise ans Ende der Zeit also, wo "die Toten aus den Gräbern steigen" und deren Hinterbliebene lebendig begraben sind. So entsteht eine "Grossaufnahme Amerikas am Ende des Jahrhunderts" (Boyle): ein apokalyptischer Totentanz, der sich 300 Jahre historischer Entwicklung mühelos einverleibt.

T. C. Boyle ist der schwarzhumorige Prophet des menschlichen Untergangs. "Die einzige Hoffnung ist, das wir irgendwann aussterben", konstatierte er dementsprechend in einem Interview. Für das Jahr 2000 hat der Autor einen neuen Roman angekündigt. Mit World's End jedoch ist das ultimative Endzeitszenario zur Jahrtausendwende schon längst geschrieben. Wer es noch nicht gelesen hat, der sollte es getrost verschlingen. --Thomas Köster

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

World’s End
OT World’s End OA 1987 DE 1989 Form Roman Epoche Moderne
Das bitterböse Epos über zwei verfeindete Einwandererfamilien und ihr Verhältnis zu den indianischen Ureinwohnern im Nordosten der USA umspannt 300 Jahre Geschichte. Mit schwarzem Humor und überbordender Fabulierlust schildert Boyle die feudalen, antidemokratischen Ursprünge der US-Gesellschaft und deren Fortwirken bis in die jüngste Gegenwart.
Inhalt: In wechselnden Kapitelblöcken erzählt World’s End die Geschichte der Grafschaft Westchester nördlich von New York im 17. und 20. Jahrhundert. Im Zentrum stehen zwei aus den Niederlanden eingewanderte Familien, die Großgrundbesitzer van Wart und die verarmten van Brunts, die für sie arbeiten müssen, weil die van Warts für sie die Seereise bezahlt haben. In beiden Jahrhunderten verraten Angehörige der van Brunts ihre Sippschaft und müssen dafür teuer bezahlen. Ein dritter Erzählstrang verfolgt das Schicksal des Indianerstammes der Kitchawanken, der durch Blutsbande mit beiden »bleichgesichtigen« Familien verbunden ist.
Aufbau: World’s End folgt musikalischen Kompositionstechniken, der Autor nennt den vielstimmigen Roman »eine historische Fuge«. Boyle nimmt ein erzählerisches Grundthema auf, verfolgt es mit Einschüben, Variationen und Abweichungen kontrapunktisch weiter und kehrt immer wieder zum Ursprung zurück. Die Lebens- und Leidensgeschichten von rund 60 Figuren überschneiden sich. Im 17. Jahrhundert stehen sich entrechtete Indianer, bodenständige Farmer und gerissene Kaufleute gegenüber. Im 20. Jahrhundert kämpfen linksgerichtete Hippies gegen religiöse Fanatiker und bornierte Patrioten. Frauen opfern sich aus Liebe oder verraten sie, Söhne verachten ihre Väter, Freunde liefern sich den Erzfeinden aus. Den historischen Wandel, so Boyle, durchzieht tragische Kontinuität: Menschen verstricken sich unabwendbar in Schuld, Geschichte wirkt in ihren Mythen bis in die Gegenwart, die Gewalt der Mächtigen bestimmt Leben und Tod der Besitzlosen. Mit surrealer Fantasie und ungehemmter Freude am Detail liefert Boyle aus verschiedenen Perspektiven eine dunkle Lesart der amerikanischen Geschichte, nach der die Nachfahren die Sünden der Ahnen wiederholen.
Wirkung: World’s End erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1988 den PEN-Faulkner-Award. Motive und Themen erinnern an große amerikanische Erzähler wie James F. R Cooper, William R Faulkner, Washington R Irving und Mark R Twain. Der Roman machte den exzentrischen Autor außerhalb der USA bekannt und wurde in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt. B. B.

Pressestimmen

»Ein listiges Lehrbuch in Sachen US-Geschichten, ein fulminant-rasantes Meisterwerk.«
Oberösterreichische Nachrichten 21.06.2008



»Mit schwarzem Humor und mit einer schier unerschöpflichen Fabulierkunst erzählt T.C. Boyle über zwei verfeindete Einwandererfamilien und springt dabei in wechselnden Kapitelblöcken zwischen den Jahrhunderten hin und her.«
buchinformationen.de 28.01.2008



»Für mich das beste Buch von T.C. Boyle.«
Jörn Radtke, Bücher November/Dezember 2011

Kurzbeschreibung

In der Nacht seines 22. Geburtstages rast Walter Van Brunt betrunken und bekifft mit seinem Motorrad gegen eine Gedenktafel. Die Vergangenheit holt ihn ein, sein Vater, der vor zwanzig Jahren die Freunde verriet, sein Vorfahr aus dem 17. Jahrhundert, ein holländischer Neusiedler und Pachtbauer, von dem es heißt, er habe in der Auseinandersetzung mit dem reichen Grundherrn feige versagt.
'World's End' ist ein listiges Gesellschaftsbild, das raffiniert mit der amerikanischen Geschichte spielt.
T.C. Boyle wurde 1948 in Peekskill, New York, geboren. Er war Lehrer an der dortigen High-School und publizierte während dieser Zeit seine ersten Kurzgeschichten. Heute lebt er in Kalifornien und unterrichtet an der University of Southern California in Los Angeles Creative Writing. Sein 1987 erschienener Roman World's End brachte ihm höchstes Lob der Kritik. Noch im selben Jahr erhielt Boyle den PEN/Faulkner-Preis.

Autorenporträt

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Boyle, T(homas) Coraghessan US-amerikan. Schriftsteller *2.12.1948 Peekskill (New York) World's End, 1987 Thomas Coraghessan Boyle gilt wegen seines schwarzen Humors und der extravaganten Themenwahl als Enfant terrible der US-Gegenwartsliteratur. Boyle stammt aus kleinbürgerlichem Milieu. Die Großeltern flüchteten vor Hunger und Gewalt aus Irland in die USA, sein Vater war Busfahrer, seine Mutter Sekretärin. Als Jugendlicher legte sich Boyle seinen Fantasienamen Coraghessan zu. Nach dem Musikstudium am College in Potsdam (New York), kurzer Zeit als Lehrer und privaten Krisen mit Drogenexzessen begann er an der Iowa State University ein Literaturstudium. Seine Dissertation, eine Sammlung von Kurzgeschichten, erschien 1979 unter dem Titel Descent of Man. Seit 1978 lehrt Boyle an der University of Southern California in Los Angeles, seit 1986 als Englisch-Professor. Einen Sensationserfolg feierte Boyle 1987 mit seinem Roman World's End, einem schwarzhumorigen, bizarren Panorama von 300 Jahren nordamerikanischer Geschichte. Sein Roman Wassermusik (1987) verquickt das Leben des englischen Afrikaforschers Mungo Park mit dem eines kriminellen Überlebenskünstlers. Im Roman Der Samurai von Savannah (1990) löst ein illegal in die USA gekommener Japaner in einer Künstlerkolonie rassistische Reaktionen aus. Willkommen in Wellville (1993) ist eine derbe Satire auf den Gesundheitswahn, der Roman América (1996) widmet sich erneut dem Thema illegaler Einwanderung. Zuletzt erschienen auf Deutsch der Erzählband Fleischeslust (1999) und der Roman Ein Freund der Erde (2001). Literatur: M. Schröder, Nice guys finish last: Sozialkritik in den Romanen von T. Coraghessan Boyle, 1997.
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