Diese Spiel betrachte ich mit gemischten Gefühlen.
Positiv: Ich habe jetzt jede Kampagne mal angefangen und finde sie durchaus fesselnd. Die Kampagnen in sich sind durchaus schlüssig und zumindest inhaltlich einigermaßen historisch (so beginnt die deutsche Kampagne beispielsweise mit dem Sturm auf die Festung Lüttich). Auf Grund der regulierbaren Spielgeschwindigkeit kann man zwischen ruhigen und etwas hektischeren Spielen wählen. Es gibt original historische Einheiten, sowie Rot-Kreuz- und Pioniereinheiten, die Truppen und Fahrzeuge/Kanonen reparieren. Die Pioniereinheiten können zusätzlich Brücken bauen, Panzersperren errichten oder Schützengräben ausheben. Zusätzlich müssen mittels LKW die schweren Geschütze transportiert werden, bestimmte Einheiten mit Munition versorgt werden und Verbände mit neuen Soldaten versorgt werden. Die LKW und Pioniere verbrauchen bei dem Bau und jeder Reparatur ihr Material und müssen regelmäßig in Lagern neu beladen werden. Dazu gibt es Offiziere, die mit Fernglas ausgestattet die Sichtweite erhöhen können und damit der Artillerie wichtige Zielangaben machen. Sehr gut ist auch, dass man feindliche Geschütze erobern kann, nachdem man die Bedienungsmannschaft ausgeschaltet hat.
Als Zwischensequenzen fungieren echte Filme mit guten Kommentaren.
Negativ: Leider findet während des Spiels keine Einheitenweiterentwicklung statt, d.h. im Laufe des Spiels kommen zwar immer wieder andere Einheiten zum Einsatz, aber sie werden nicht im Laufe der Kampagne moderner. So darf man gleich 1914 mit den schweren A7V-Panzern, die auf deutscher Seite erst gegen Kriegsende zum Einsatz kamen, die Festung Lüttich stürmen. Hier lässt die historische Genauigkeit sehr zu wünschen übrig. Ich vermute, dass man hier den doch langwierigen und teilweise eintönigen Stellungskrieg etwas aufpeppen wollte. Ebenfalls gewöhnungsbedürftig sind die Bewegungsabläufe. Die Panzer reagieren teilweise sehr träge (meiner Meinung nach jedoch sehr realistisch) und auf engen Brücken kann es schon mal zu Staus kommen, wenn man beschädigte Einheiten zurückziehen will und frische nach Vorne. Schade ist es ebenfalls, dass es kein Tutorial gibt, das es Einsteigern ermöglicht die vielen Funktionen zu erlernen. So kann die Infanterie verschiedene Formationen einnehmen, die Artillerie sich mit Sandsäcken befestigen und die Kavallerie Sturmangriffe durchführen. Ebenfalls etwas schlecht umgesetzt die KI. Ich habe den Eindruck, dass die Computertruppen besser kämpfen.
Fazit: Leider mangelt es an teilweise historischer Genauigkeit und der KI. Für Geschichtsfanatiker wie mich sehr störend. Das Spiel ist jedoch trotzdem interessant, für jemanden, der ein Echtzeit-Strategiespiel über das Thema sucht, in dem er sich nicht mit tausenden von Einheiten rumärgern will. Für 20,00 ¤ abwärts zu empfehlen.