Kurt Hauenstein, Supermax, ist im März 2011 verstorben.
Er war musikalisch ein Phänomen seiner Zeit, ein Ausnahmetalent, der ganze Glamour-Rummel und das Disco-Fever haben ihn einfach nicht interessiert.
Dennoch wurden seine Stücke - die Hits natürlich - in den Discos damals rauf und runter gespielt. Daß es sich dabei teilweise um Kompositionen handelt, die auch 35 Jahre später noch frisch und überraschend wirken, ist natürlich niemandem aufgefallen, auch mir selbst damals nicht.
Das vorliegende Album aus 1977 (1987 ist die CD erschienen) repräsentiert einen Querschnitt aus Supermax' Arbeiten seiner Glanzzeit. Natürlich mit dabei ist der Earcatcher 'Lovemachine', den jeder schon mal gehört hat, für interessanter halte ich aber 'Reality', 'Camillo' und 'Be what you are'. In 'Camillo' und 'I wanna be free' tritt Hauenstein's Affinität zu Reggae und Funk hervor, die später noch stärker seine Musik einnimmt.
Nachdem es sich um eine Schallplatte handelt, die dankenswerter Weise offenbar unbehandelt auf CD übertragen wurde, muß man sich mit den wenigen Stücken und einer für heutige Verhältnisse leider kurzen Laufzeit begnügen. Ich könnte mir vorstellen, daß hier das Album 'Fly With me' mit dem Smash-Hit 'Ain't Easy' und dem genial-coolen 'Ain't Gonna Feel' anzuhängen fair gewesen wäre. Für mich ist letztgenanntes Stück jedesmal wie eine kleine Seelendusche.
Supermax war zu seiner Zeit eine internationale Top-Nummer, kaum beachtet in seiner Heimat Österreich, und später völlig vergessen, während er vor allem in Ost-Ländern große Konzerte gab. In Bulgarien, das ich 2000-2007 öfters frequentierte, gab es niemanden, der Supermax nicht gekannt und verehrt, und der nicht mindestens ein oder zwei CD's von ihm zuhause gehabt hätte. Derweil konnte man hier nicht einmal eine CD von ihm kaufen, außer vielleicht einen Compiler mit seinem bekanntesten Hit dabei.
'Supermax, wos is des' haben mich schon viele Arbeitskollegen gefragt. 'Einer, den alle schon gehört haben, aber den keiner hier kennt' sag ich dann, 'Der Kurt Hauenstein aus Wien.' Und die Ratlosigkeit ist dann natürlich größer als zuvor.
P.S.: Den 'Alten' Supermax kann man auf dem Album 'The Max Is Gonna Kick Ya' von 1992, besonders in 'Back Home'. Das grooved (oder wie auch immer man das schreibt) !