Mit dem im Jahre 1976 erschienenen Album A New World Record setzte das Electric Light Orchestra Maßstäbe im Bereich des Pop-Rock. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte es auf diesem Gebiet nichts besseres gegeben. Gleichzeit war A New World Record für alle Fans der Bay City Rollers, Smokie und Konsorten die beste Gelegenheit, um einmal gute und intelligente Musik kennenzulernen. Selbstverständlich spielte sich die Musik von ELO in einer anderen, mindestens drei Stufen höheren Liga ab, aber diese Gruppen waren zu diesem Zeitpunkt nun mal die Gruppen, die auf dem Gebiet des Poprock (wenn man diesen Begriff nicht zu eng sieht) führend waren. Was Jeff Lynne und seine Mannen auf A New World Record dem Publikum servierten, war ein unglaublich abwechslungsreiches, sehr schmackhaftes musikalisches Menü. Tightrope beginnt mit seinem von leichten Elektronik- und Symphonieeffekten reichlich dramatisch, wechselt aber schnell in einen ziemlich frischen Poprock, einem Stück mit enormen Hitpotential. Eine Singleauskopplung war dagegen das verträumte Telephone Line, das im Frühsommer 1977 ein internationaler Tophit war. Das donnernde Rockaria wurde als zweite Singleauskopplung im Frühjahr 1977 hoch in den internationalen Hitparaden gelistet. Mission (A World Record) ist eines jener Stücke, das ELO-Magie pur versprüht. Musikalisch knüpft das Stück nahtlos an die vielen guten Stücke der Vergangenheit an. Recht poppig geht es in dem mitreißenden So Fine zu. Die kleinen elektronischer Spritzer verleihen dem Stück eine zusätzliche pikante, höchst delikate Note. Livin Thing beginnt mit seinem Geigenintro recht dramatisch, doch schnell dominiert ein frischer, äußerst mitreißender Poprock. Als erste Singleauskopplung wurde Livin Thing ELOs bis dato größter Singlehit, stand es zur Jahreswende als erste ELO Single gleichzeitig in den englischen, amerikanischen und deutschen TOP 10. Above The Clouds ist eine kleine musikalische Spielerei mit einem unwiderstehlichen Charme. Das donnernde Rocker Do Ya ist ELOs Neueinspielung des letzten Hits von The Move aus dem Jahre 1972. Was bei The Move schon gut klang, klingt bei ELO wesentlich druck- und kraftvoller. Als B-Seite von Rockaria konnte sich Do Ya in den deutschen Charts durchsetzen. Richtig friedlich kommt Shangri-La daher. Die feine Melodie in Verbindung mit Jeff Lynnes schmachtend anmutenden Gesang und die teilweise bombastischen Chöre versprühen einmal mehr ELO-Magie pur. Besondere Beachtung verdient das bombastisch und dramatisch anmutende fade-out. Unbedingt einmal anhören! Völlig zu Recht entwickelte sich A New World Record zwischen November 1976 und Sommer 1977 zum bisher bestverkauften ELO Album überhaupt. Auch wenn so mancher darüber enttäuscht war, daß ELO so kommerzielle wie nie klangen, denn wenn eine Gruppe derart gut gespielten und abwechslungsreichen Poprock spielt, dann gibt es auch auf diesem Gebiet richtig gute Musik. A New World Record stellt das eindrucksvoll unter Beweis. Entlich gibt es diesen ELO-Klassiker nun Hoffentlich wird das gute Stück irgendwann nochmal in remasterter und mit Bonus-Tracks wiederveröffentlichter Version.
Als an Merkung zu meinen Vor-Rezensenten möchte ich anmerken, das die damaligen "Single-B-Seiten" allesamt schon auf den Vorgänger-Alben veröffentlicht wurden und somit zurecht nicht als "Bonus-Tracks" aus diesen Re-Release gekommen sind. Es handelt sich hier um folgende B-Seiten:
1.) POORBOY (THE GREENWOOD) war damals B-Side von der Single Telephone Line und schon auf dem Eldorado Album veröffentlicht,
2.)Poker war damals B-Side von Rockaria / Do Ya und war schon auf dem Face The Music Album zu hören,
3.) Fire On High wiederum war B-Side von Livin' Thing und war ebenfalls Bestandteil des superben Face The Music Album.
Warum hätte man also die B-Seiten auf "A New World Record" als Bonustracks draufpacken sollen, wenn diese garnicht zu diesen Album gehören? Das man dann noch in Unkenntnis des Sachverhaltes dafür einen Punkt bei der Bewertung abzieht, ist mir Schleicherhaft. Dieses Album hat einfach nur volle Punktzahl verdient!!!