Dieser Film gehört sicherlich nicht in die Kategorie "leichte Unterhaltung". Er kann unterhalten, durchaus... Aber eben auch nur, wenn man ihn mehrmals gesehen hat und sich auf ihn einlassen kann. Man sollte auch keinen Höhepunkt im eigentlichen Sinne erwarten, denn ein Spannungsbogen ist hier nicht vorzufinden. Der Film ist, obwohl die Handlung dieses nicht immer vermuten lässt, sehr gradlinig und stringent.
Er behandelt alle seine Charaktere so weit, wie ihre Substanz es zulässt, und spart den Raum für Interpretationen bewusst aus.
Denn zu verstehen gibt es in diesem fiktiven Amerika der Zukunft, dieser Afro-kubanisch-weißen Bananenrepublik, schon lange nicht mehr viel.
Alles passiert eben so, wie es eben passiert.
Da ist diese Revolution, die keiner will und diese Gegenrevolution, die noch unbeliebter ist und an der Spitze eine Regierung, deren sterbender Präsident auf gleicher Stufe steht, wie alle anderen, die sie stürzen oder stützen wollen.
Und irgendwo zwischen dieser Gewalt kommt ein klappriger Bob Dylan her, der halb belustigt, halb ernsthaft seine Lieder unter neuen Namen spielt, während der Film und die Spitzendarsteller um ihn herum eine sehr dichte, sehr real erscheinende Atmosphäre schaffen, die dem Zuschauer den Eindruck vermitteln, dass es da wirklich etwas gibt in diesem Film, über das es sich lohnt, nachzudenken.
Der Soundtrack ist klasse, keine Frage. Die Lieder von Dylan passen auf die jeweiligen Szenen und kreieren durch ihre Eigenheit ein Absurdum zum Rest des Filmes oder... eben auch nicht. Denn sie klingen so vertraut, so alt, so 68er eben... und man beginnt sich zu fragen, ob der Film nicht nur eine Fortführung des "Fear and Loathing" von Thompson ist... nur eben um gute 40 Jahre später...
Filmtechnisch gesehen, gibt es nichts zu bemängeln. Die eingesetzten Mittel unterstreichen die Stimmung der schon erwähnten Bananenrepublik. An manchen Stellen scheinen sie etwas altbacken, aber darüber kann man hinwegsehen.
Insgesamt also ein Geheimtipp für Liebhaber von ungewöhnlichen Filmen, Bob Dylan und Philosophen.