Dieses Buch ist das Vermächtnis von Larry Bartlett, dem großen Hexenmeister der Dunkelkammer. Ich hatte das Glück ein paar Tage mit Larry zu arbeiten, im Fotolabor des Daily Mirror in der City of London. Staunend stand ich daneben, wenn Larry mit ein paar Wischern seiner Hände zwischen Vergrößerungsobjektiv und Fotopapier das Maximum aus den Negativen der Reporter der Zeitung herausholte. Tausende Bilder hat Larry wohl vergrößert und ihnen seinen Stempel aufgedrückt. Jeder Fotograf der mit ihm zusammenarbeitete achtete sein Handwerk und nicht nur John Downing, mit dessen Bild von Mutter Theresa er zum "Printer of the Year" gekürt wurde, verdankt ihm die adäquate Umsetzung seines Fotos zum Kunstwerk. Sein Handwerk hat Larry sehr "down to earth" betrieben, getrieben von der hektischen Notwendigkeit einer Tageszeitung, schnell brauchbare Ergebnisse liefern zu müssen. Was nicht funktionierte oder unpraktisch war, wurde abgestellt. Lange Erklärungen und Theorien waren deswegen auch nicht Larry's Sache. Theorielastige Zonensystemanhänger finden also in diesem Buch keine weitere Abhandlung ihres Themas. Dieses Buch ist von einem Praktiker für Praktiker geschrieben. Larry beschreibt klipp und klar, wie er zu seinen erstaunlichen Printergebnissen kommt. Ein Workshop im wahrsten Sinne des Wortes. In Deutschland hat die Kunst des Vergrößerns nie den Stellenwert erlangt wie in England der Beruf des Printers - vielleicht liegt das ja auch an der unsäglichen Bezeichnung "Fotolaborant". Larry, der die Veröffentlichung seines Buches selbst nicht mehr erleben durfte, war einer der ganz großen Printer.