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Auch der achtundzwanzigjährige Bassist Christian McBride ist bei dieser Session dabei, dessen eigene CD Sci-Fi selbst eine der spannendsten, wenn auch am wenigsten beachteten CDs des Jazzjahrgangs 2000 war. Von 1982 an war Scofield für drei Jahre Gitarrist bei Miles Davis gewesen, und diese Zeit begründete nicht nur seinen Ruhm, sondern prägte wohl auch seine Offenheit gegenüber anderen musikalischen Genres. Insofern dokumentiert diese CD auch nicht unbedingt eine Neuorientierung des Gitarristen, sondern eher einen Ausflug in den so genannten Straight Ahead Jazz. Den Zusammenhang zwischen seinem Groove-Album A Go Go mit Medeski, Martin & Wood und dieser CD stellt Scofield selbst her: er beschäftige immer die jeweils besten Musiker. Stimmt. --Christian Broecking
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"Das sind meine Versionen von Rock'n'Roll", postulierte John Scofield nach dem Erscheinen seiner zweiten CD Bump im Umfeld junger New Yorker Underground-Avantgardisten, die es auf erdige Grooves, ungeschliffenes Bluesambiente und bizarre Soundeffekte angelegt hatten und dem Jazz-Modernisten ein perfektes Spielfeld für verschroben skurrile Blues- und Funk-Rock Variationen boten.
Nach diesen exotischen Querschlägern betätigt sich Scofield mit seinem neuesten Werk nun wieder einmal im gewohnten Jazzterrain: mithilfe seines unorthodoxen Stils schafft er eine lückenlose Harmonie von Alt und Neu: eher traditionell, zumindest traditionsverbunden sind seine Stücke, stets modern klingen Phrasierung und Improvisation des hochgelobten Eigenbrötlers. Typisch für Scofield ist, dass er für jedes Projekt erneut auf Musikersuche geht. Das inspiriert den Geist und sorgt für Bewegung: keine CD klingt wie die vorangegangene, und so wenig man über Scofields Gitarrenkünste diskutieren muss, so viel Gutes gibt es zumeist über die Mitspieler zu sagen.
Works For Me ist ein Schatzkästchen der populären Mainstream-Spezialisten geworden: Kenny Garrett verweilt, wenn auch nicht in Höchstform, so doch in straight-moderner Saxofonästhetik, der junge und zwischenzeitlich etablierte Christian McBride tanzt auf dem Kontrabass und Jazzikone Billy Higgins trommelt den Swing. Brad Mehldau, spiritueller Wandler zwischen Romantik und Bebop, gibt sich kraftvoll und schlicht, und mittendrin, etwas unglücklich in den Vordergrund gemixt, der Bandleader selbst, flexibel und verspielt, dabei souverän wie ein Fels in der Brandung -- das ist Scofield: von Natur aus originell und zeitlos, unantastbar in einer authentischen Mischung aus Intelligenz und Emotionalität. --Katharina Lohmann
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Von da an ging es Schlag auf Schlag: Von Scofields Fähigkeiten, dessen Gitarrenspiel geprägt ist von beissenden bis fließenden Legatolinien, die zudem häufig hornartig phrasiert werden, war Miles Davis so angetan, dass er Scofield zu einem der „Star People"(Albumtitel) in den Aufnahmesessions machte. „Sco" hat in den drei Jahren, in denen er für Miles insgesamt drei Longplayer bespielte, hervorragende Musik für das Trompetengenie in der Phase des „funky miles" geschrieben. Mit den Alben „A Go Go" (1998) und „Bump" (2000) führte der Saitenguru sich selbst wieder zurück, woher er eigentlich ursprünglich hergekommen war: vom Groove. Seine Kombinatorik aus Funkiness, Rockpartikeln und Polytonalität sind von einer solchen unverwechselbaren, filigranen Eigenständigkeit, dass Scofields Gitarrenspiel von Kritikern als „Scofieldismen" bezeichnet werden. Mit dem reinen Straight-Ahead-Album „Works for me" setzt der Ex-Miles-Davis-Sideman Scofield die Suche nach einem artikulierten, vokalen Ausdruck weiter fort.
Ausschließlich mit Eigenkompositionen, die er mit hochkarätigen Musikern wie Kenny Garrett (Altsaxofon), Brad Mehldau (Piano), Christian McBride (Bass) und Schlagzeug-Großmeister Billy Higgins eingespielt hat, tummelt sich John Scofield im klassischen Jazz aus. Seine seelenvollen („Love you long time", das elegische neunminütige „Loos canon" oder das seiner Frau Susan gewidmete Liebeslied „Mrs. Scofields Waltz") und winkelreichen, gelegentlich auch kantigen Improvisationen („I'll catch you" oder das knarrige „Freepie") sind so einmalig, kommen mit einer Kühle des technischem Raffinements daher (besonders das schräge „Hive" oder den an Brubeck erinnernden Swing vom „Heel to toe"), dass man/frau Johns Scofield glauben muss, wenn er zu diesem Album erläutert: „Egal, ob ich ein Funk-Album wie ‚Bump' oder ein Straight-Ahead-Projekt wie ‚Works for me" aufnehme, ich suche immer nach den besten Musikern, die ich finden kann. Und egal, wie man die Musik auf meinen Alben nennen mag, immer geht es mir dabei um Qualität".
Mit diesem Prinzip hat sich John Scofield wieder einmal ein Denkmal gesetzt: Die Jazzwelt braucht mehr Scofield !
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