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5.0 von 5 Sternen
Abteilung marsch!, 1. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Work (Taschen jumbo series) (Gebundene Ausgabe)
Helmut Newton kann seine preußische Ader nicht verleugnen. In diesem opulenten Band hat er (rechtzeitig!) sein Erbe sozusagen geordnet. In Zusammenarbeit mit der Ausstellung in der neuen Nationalgalerie in Berlin ist somit vom Taschen-Verlag auch in deutscher Sprache diese Zusammenstellung zu bewundern. In einzelnen Abteilungen lassen die für dieses Buch Zuständigen (in der Hauptsache seine Frau June) das Werk Helmut Newtons im Gardeschritt revue passieren. Alte bekannte Impressionen und Gestalten kommen zutage, wie z.B. in "White Women" schon erlebt und vieles mehr, schwarz-weiße, bunte Fotografien, Menschen, Gärten, Nackte, Angezogene, Mode, Akte, Portraits, Beine, Schuhe, Röntgenaufnahmen (aber wie!)und ganz zum Schluß der Meister in lillyvanylli-gerechter Aufmachung mit Hut und ganz schicken Schuhchen. Geschmückt gleichsam und unterbrochen werden die Bilder von eingefügten Gedanken des Meisters, der dazu steht, den Reichtum zu mögen und auch genauso fotografiert hat. Jetzt, nach seinem Ableben, merken wir erst, wie gut er doch war und wie einmalig. Wie er seine Ästhetik brachte und wie er dazu stand, doch irgendwie preußisch angehaucht zu sein, mit ewigem Heimweh nach seiner Heimatstadt, der er ja jetzt einiges vermacht hat. So wird die Kritik einer kalten Erotik und einer Vermarktung von Fleisch wohl mit der Zeit verstummen und einem auch mit viel Humor bedachten Manne gerecht werden, der Claudia Schiffer in bräutlicher Mode auf der spanischen Treppe, ein Gebetbuch mit Liedern in den Händen zeigen konnte, genau, wie er auch Bestialisches vermarktete, einen Hund z.B., der sich auf Nackter sich Sonnender herrisch breit macht. Aber das haben wir ja alle erlebt, diese Hundesprache und die Mißachtung der Menschlichkeit und somit ist alles doch irgendwie realistisch. Helmut Newton ist ein ganz Großer in der zeitgenössischen Kunstgattung der Photographie, ein aufzeigender Realist, ein Phantast, ein Ästhet und er hat Humor. Dieses Buch hat eine bitte nicht zu übersehene Einleitung von Manfred Heiting und ein ganz passables Vorwort von Francoise Marquet. Eine Biografie Helmut Newtons rundet das Ganze ab.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
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Reaktionen garantiert!, 27. November 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Work (Taschen jumbo series) (Gebundene Ausgabe)
Er gilt als der „einflussreichste" Fotograf des 20. Jahrhunderts und sicher auch als einer der umstrittensten. Helmut Newton, 1920 in Berlin geboren. Seine Fotografien: kantig, abschreckend, provozierend, dekadent, verletzend, aber auch voller Begeisterung gefeiert. Mit Newton ist es wohl so wie mit einer guten, alten Flasche Wein, entweder man mag Wein, oder man mag ihn nicht, ein Zwischending gibt es nicht. Mit der Modefotografie beginnend widmet Newton sein Leben, Schaffen und Arbeiten den Frauen, immer wieder, immer wieder neu und überraschend. „Begehrende Subjekte" sind sie, ihrer Zeit voraus, zumindest auf den Mode-, Akt- und Portraitfotografien. „Die weibliche Mentalität hat sich insofern radikal verändert, als zum ersten Mal in ihrer Geschichte die Frauen selbst über ihre Sexualität bestimmen können, eine Sexualität, die nicht mehr zwangsläufig an die Mutterschaft gebunden ist" . Die unmittelbare Umgebung, so sagt Newton über seine Arbeit, wirke auf ihn geheimnisvoller und aufregender als exotische Inseln und weit entfernte Orte. Seine Bilder spielen im Alltag, in Alltagssituationen, wenn auch verfremdet, entrückt, abstrahiert, entstellt, entkleidet. Ein Genuss besonderer Art, das Buch der Fotografien durchzublättern, sich einzulassen auf Alltagsstimmungen, freche, witzige, zynische, entlarvende, entblößende Einsichten. Ein gelungener Querschnitt durch Newtons Werk, ein fantastischer Überblick über das Schaffen des Mannes, der als großer Bewunderer von Frauen in High Heels gilt. Die Texte sind nur sparsam und verhindern nicht, dass die Fotografien absolut klar und deutlich für sich sprechen. Ein ganz persönliches Bild muss man sich dann schon selbst machen, denn wie sagt Newton über Newton? „ Sie sehen schon, ich bin ein Fotograf alter Schule und habe mit Kunst nichts zu tun. Intellektuelle Diskussionen über meine Arbeit werde ich nicht führen". Na denn, aber, keine Bange, auch ganz ohne Anleitung sind persönliche Reaktionen beim Betrachter garantiert!
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5.0 von 5 Sternen
Classic Helmut Newton!, 15. Dezember 2008
Turning 80 is not so bad when the occasion is marked by a sweeping retrospective of your life's work. An exhibition of 300 Helmut Newton photographs, curated by June Newton and Taschen's Manfred Heiting, opened on October 30th, 2000 at the National Gallery in Berlin. WORK is the immaculately published catalog of that exhibition. It features for the first time all aspects of Newton's oeuvre: carefully selected fashion and advertising photographs, nudes, portraits, montages and experiments. All together, photographs that span Newton's entire career as one of the most influential photographers of the 20th century. Embracing without reservation the somewhat menacing sexuality of strong women, Newton's work has a history of creating extreme discomfort, even outrage, in the viewer. Legs apart, breasts exposed or girded in erotically charged undergarments, these überwomen stare the viewer down and dare him or her to approach. Even in the notorious shot of a model wearing both riding boots and a saddle, Newton's women truly own their sexuality and that is a threatening stance to many. Knowing this about his work, celebrities allow themselves a more blatantly sexual persona in front of his camera than they might for any other photographer resulting in truly astonishing images of Sigourney Weaver, Catherine Deneuve, Elisabeth Shue and others. WORK is the perfect book for those who coveted Taschen's record-breaking book of Newton's work, SUMO, but who could not meet its $2,500 price. WORK is SUMO for the rest of us.
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