Drei Jahre nach dem letzten Album und bei Universal untergekommen, legen die Schweden um Adam Olenius mit Work hinter einem denkbar nichtssagenden Cover ein neues Album vor ' und auch wenn der Gesang immer noch ein wenig nach Robert Smith klingt, ist von dem leichten Feeling, einen Cure-Nachbau zu hören, nahezu nichts mehr da. Der Opener 1999 legt Wert auf einen geraden Schlagzeug-Bass-Beat, wenig Frickelei und macht klar, dass das Cure-Plagiat von Out Ill Will hier scheinbar überwunden ist, und Fall Hard klingt fast nach einer ganz anderen Band, mit softerem Gesang, der immer noch typisch ist, aber eine eigenere Linie hat, getragen von einem Groove, der eher an modernen Britpop erinnert als an Robert Smith. Und so zeigt fast jeder Track eine andere Facette der Band, mal klar und reduziert, mal poppig, mal erdig, aber immer relativ straight im sauberen Bandsound, aber ohne Glockenspiel und die kindliche Naivität, die so «typisch» schwedisch ist, das Hopsalaspringdochauchinsgras-Feeling ist komplett verschwunden. Geblieben ist ein sehr trocken produziertes, sattes, von den Beats her mitunter an Joy Division erinnerndes Album, das aber nie melancholisch oder düster klingt, sondern immer optimistisch und geradeaus, bei aller mitschwingender Melancholie im Gesang ' sauberer Gitarrenpop eben, der unweigerlich auch etwas vorbeifließendes hat, austauschbarer geworden ist als die beiden Vorgänger. Olenius klingt vielseitiger ' mal maskulin-dunkel, mal die Smithsche Nöhlstimme, mal fast im Kopfstimmenbereich ' und zugleich kontrollierter als zuvor, und man ist beim Hören nie ganz sicher, ob hier die Plattenfirma die Ecken und Kanten einfach weggebügelt hat, oder ob die Band einfach gereift ist und keine Lust hatte, in einer Nische zu verenden. Und so zitieren sie links und recht frei Schnauze Pop- und Indie-Vorbilder und bauen überraschend einfache, straighte kurze Songs, die schlanker und direkter klingen als der mitunter produzierte Vorläufer. Es mag seltsam klingen, aber anstelle der schwedische Destillats einer britischen Soundwelt, liefert Works einen amerikanischeren, rockigeren Sound, in dem die alten Stilelemente der Shout Out Louds bestenfalls noch aufblitzen, dominiert von einer fast Proberaum-artigen Livequalität, die mitunter (Too Late Too Slow) auch mal gehörig langweilen kann. Work ist ein seltsames Album, das einerseits so klingt, als habe die Band endlich einen relativ eigenen Sound gefunden, und zugleich so, als habe sie ihn schon wieder verloren und versuche unbedingt, kommerzieller zu klingen, reifer, besser weghörbar. Du bist nie ganz sicher, ob die Band einfach aus dem Emulieren anderer Bands zu einem originäreren, eigeneren Klang gefunden hat ' oder ob sie einfach nur versucht, Hits zu produzieren, straighte saubere Beats mit anstreckenden Hooks und eingängigen Refrains. In dieser seltsamen Schwebe ist das Album einerseits mitunter freudlos, weil es an Kanten und Sprüngen fehlt, andererseits klang die Band selten zuvor so «bei sich». Es ist so, als würde aus einem begabten Nachwuchsschauspieler mit einem mal ein «Profi», der routiniert seine Register zieht und seine Tricks anwendet, um im Betrachter Emotionen zu wecken ' irgendetwas ist handwerklich besser geworden, das meiste funktioniert besser' aber es ist eben auch etwas dabei verloren gegangen, eine Unsicherheit, Spontaneität, sympathische Unerklärlichkeit, die mit einem Mal verschwunden ist und du erkennst erst durch dieses Verschwinden, wie wichtig genau diese Qualität, die dich vielleicht vorher immer etwas gestört hat, eigentlich doch war.